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Warme Wandfarben für ein gemütliches Zuhause

Warme Wandfarben bringen Gemütlichkeit in dein Zuhause. Erfahre, welche Töne sich für Schlafzimmer, Wohnzimmer, Esszimmer, Küche und Kinderzimmer eignen und wie du sie kombinierst.

Warme Wandfarben für ein gemütliches Zuhause

Warme Wandfarben im Alltag nutzen

Warme Wandfarben verändern die Stimmung eines Raumes oft stärker, als man denkt. Sie lassen Zimmer wohnlicher wirken, nehmen Kanten aus der Architektur und schaffen ein Gefühl von Nähe. Wenn dir dein Zuhause gerade etwas kühl oder unpersönlich vorkommt, können warme Töne an der Wand ein sehr einfacher Hebel sein.

Damit die Farbe später wirklich zu dir, deinen Möbeln und dem Licht im Raum passt, lohnt sich ein genauer Blick auf Wirkung, Kombinationen und typische Stolperfallen. So triffst du bewusste Entscheidungen und musst nicht nach ein paar Monaten wieder überstreichen.

Was warme Farben eigentlich sind

Im Farbkreis liegen warme Farben gegenüber von kühlen Tönen wie Blau und vielen Grüntönen. Zu den warmen Bereichen zählen Rot, Orange, Gelb und viele Rosa-, Sand- und Erdtöne. Alles, was dich an Sonne, Feuer, Herbstlaub oder warme Erde erinnert, gehört im Alltag meist zu den warmen Farben.

Typische warme Wandfarben sind zum Beispiel Terrakotta, Koralle, Burgunderrot, Goldgelb, Karamellbraun, Beige, Pfirsich, Ziegelrot oder Kupfer. Du kennst sie aus Situationen wie: der ziegelrote Altbau gegenüber, der Tonkrug auf dem Markt, der orange-rote Abendhimmel. Genau deshalb fühlen sie sich oft so vertraut und „wohnlich“ an.

Sehr beliebt sind neutrale warme Töne wie Beige, Creme, Greige und weiche Braunnuancen. Sie sind unaufdringlich, passen zu fast jedem Einrichtungsstil und funktionieren gut, wenn du viele unterschiedliche Möbel hast. Wenn du dich an Farbe erst herantasten möchtest, sind solche Naturtöne ein entspannter Einstieg.

Kräftigere warme Farben wie Tomatenrot, Korallenrot oder ein intensives Senfgelb funktionieren ebenfalls, brauchen aber mehr Planung. Sie ziehen sofort den Blick auf sich und sollten bewusst platziert werden, zum Beispiel als Akzentwand im Wohnzimmer oder hinter dem Esstisch.

Warme Farben im Alltag erkennen

Wenn du unsicher bist, ob ein Farbton warm oder kalt ist, hilft ein kleiner Test: Halte die Farbkarte neben ein klares Weiß und ein neutrales Mittelgrau. Wirkt der Ton im Vergleich leicht gelblich, rötlich oder „erdig“, ist er eher warm. Wirkt er bläulich, grünlich oder sehr sachlich, gehört er zu den kühlen Farben.

Gerade bei Beige, Grau und Weiß lohnt sich dieser Vergleich. Ein warmes Beige mit einem Hauch Gelb oder Rot macht dein Wohnzimmer weicher, ein kühles Grau kann schnell nüchtern oder sogar etwas bürohaft wirken. Ein warmes Weiß erkennst du daran, dass es leicht cremig oder elfenbeinfarben wirkt, nicht hart und „klinisch“.

Praktisches Beispiel: Stell dir zwei Wohnzimmer vor, beide mit grauem Sofa. Im ersten sind die Wände in einem kühlen, bläulichen Hellgrau gestrichen – alles wirkt sehr klar, aber auch etwas distanziert. Im zweiten ist die Wandfarbe ein warmes Greige mit einem Hauch Beige. Das Sofa wirkt direkt einladender, obwohl es dasselbe Modell ist.

Wie warme Wandfarben auf den Raum wirken

Warme Wandfarben strahlen optisch Wärme aus. Sie lassen Räume bewohnt, einladend und oft etwas kleiner und geborgener wirken. Das ist ideal, wenn dir ein Zimmer bisher zu kühl, leer oder ungemütlich vorkommt.

Viele warme Töne wie Orange, Koralle oder ein warmes Rot wirken aktivierend. Sie regen Gespräche an und bringen Energie in Wohn- und Essbereiche. Andere warme Farben, vor allem neutrale Töne wie Braun, Beige oder Creme, wirken eher beruhigend und stabilisierend. Sie sind eine gute Alternative zu rein weißen Wänden, wenn du Ruhe möchtest, ohne dass der Raum steril wirkt.

Helligkeit und Tiefe richtig nutzen

Wichtig ist die Helligkeit der Farbe. Dunkle warme Töne wie Dunkelbraun, dunkles Terrakotta oder ein sattes Burgunderrot können sehr edel und gemütlich sein, ziehen den Raum optisch aber zusammen. In kleinen Zimmern oder Räumen mit wenig Tageslicht können solche Töne schnell drückend wirken.

Helle warme Farben wie Sand, helles Beige, Apricot oder ein zartes Vanillegelb lassen Räume dagegen größer und offener erscheinen. Ein schmaler Flur wirkt mit einem hellen Sandton sofort freundlicher, während ein dunkles Schokobraun ihn noch enger erscheinen ließe. In einem großen Wohn-Essbereich kann eine dunklere terrakottafarbene Wand dagegen helfen, den Raum zu gliedern.

Ein Beispiel aus der Praxis: ein langes Wohnzimmer mit Fenster nur an einer Seite. Wenn du die fensterlose Stirnwand in einem warmen, etwas dunkleren Ton wie Ziegelrot streichst und die anderen Wände in einem hellen Beige hältst, wirkt der Raum kürzer und harmonischer. Streichst du alle Wände dunkel, fühlt sich der Raum schnell wie eine Höhle an.

Typische Fehler bei der Farbwirkung

Ein häufiger Fehler ist, alle Wände in einem sehr kräftigen warmen Ton zu streichen, etwa ein intensives Rot im kleinen Wohnzimmer. Das kann schnell überladen wirken und macht eher unruhig als gemütlich. Besser: eine Akzentwand in Rot, die anderen Wände in einem warmen Weiß oder Beige.

Ein zweiter Stolperstein: warme Wandfarbe plus sehr viele bunte Möbel und Deko. Das Auge findet dann keinen Ruhepunkt. Plane bei einer auffälligen Wand lieber ruhige Begleiter, zum Beispiel ein beiges Sofa, helle Holzoberflächen und wenige, aber gezielt gesetzte Farbakzente wie Kissen in Rostrot oder Senfgelb.

  • Vermeide in kleinen Räumen sehr dunkle Decken in Kombination mit dunklen Wänden.
  • Nutze kräftige warme Töne eher dort, wo du aktiv bist (Essbereich, Küche), weniger an großen Flächen im Schlafzimmer.
  • Teste die Farbe immer bei Tageslicht und abends bei Kunstlicht – warmes Licht verstärkt warme Töne zusätzlich.

Worauf du bei der Raumgestaltung mit warmen Wandfarben achten solltest

Bevor du den Pinsel in die Farbe tauchst, schau dir deinen Raum in Ruhe an: Wie groß ist er, wie hoch ist die Decke, woher kommt das Licht, welche Möbel bleiben sicher stehen? Je genauer du den Raum liest, desto leichter fällt dir die Farbentscheidung.

Als grobe Orientierung gilt: Je kleiner und dunkler ein Raum, desto heller und ruhiger sollte die Wandfarbe sein. In einem schmalen Flur mit wenig Licht funktioniert ein sanftes Sandbeige oder ein helles Pfirsich viel besser als ein dunkles Schokobraun. In großen, hohen Räumen kannst du mutiger zu dunklen Erdtönen greifen, weil sie die Weite etwas abmildern.

Praktische Checkliste vor dem Streichen

  • Raumgröße prüfen: kleine Zimmer eher hell und gedeckt, große Räume vertragen dunklere Töne.
  • Lichtverhältnisse beobachten: Wie wirkt der Raum morgens, mittags und abends?
  • Möbelfarben notieren: Dominieren Weiß, Grau, Schwarz oder Holz (Eiche, Nussbaum, Kiefer)?
  • Stil klären: eher skandinavisch, mediterran, minimalistisch, rustikal oder verspielt?
  • Farbproben testen: mindestens A4-Proben oder kleine Testflächen an mehreren Wänden.

Knallige warme Töne wie Korallenrot oder ein kräftiges Tomatenrot setzt du am besten dosiert ein. Eine Akzentwand hinter dem Sofa, im Essbereich hinter dem Tisch oder im Flur am Ende der Blickachse kann sehr schön wirken. Streichst du alle vier Wände damit, wirkt der Raum schnell unruhig und enger.

Auch die Decke solltest du mitdenken. Eine strahlend weiße Decke über sehr dunklen Wänden kann den „Schachtel-Effekt“ verstärken. In diesem Fall hilft ein leicht abgetöntes, warmes Weiß an der Decke, das die Kante weicher wirken lässt. Umgekehrt kann eine etwas dunklere Decke in einem sehr hohen Raum für mehr Geborgenheit sorgen, zum Beispiel ein cremiger Ton über sandfarbenen Wänden.

Beliebte warme Wandfarben und wie du sie kombinierst

Damit du dir die Wirkung im Alltag besser vorstellen kannst, lohnt sich ein Blick auf typische warme Farbrichtungen und passende Kombinationen. Wichtig ist immer, dass Wandfarbe, Möbel und Textilien zusammen ein ruhiges Bild ergeben, auch wenn einzelne Elemente kräftiger sind.

Sanfte Pastelltöne: Apricot, Hellrosa, Vanillegelb

Pastellige warme Farben wie Apricot, ein zartes Hellrosa oder ein weiches Vanillegelb wirken freundlich und frisch, ohne laut zu sein. Sie sind ideal, wenn du mehr Farbe möchtest, aber keine knalligen Wände. In einem kleinen Schlafzimmer kann ein apricotfarbener Ton an der Kopfwand das Bett schön einrahmen, während die restlichen Wände in einem warmen Weiß bleiben.

Schön wirken Pastelltöne, wenn du sie mit Möbeln aus der gleichen weichen Farbfamilie kombinierst: zum Beispiel ein altrosa Sessel vor einer pudrig rosafarbenen Wand oder zitronengelbe Stühle vor einer sehr hellgelben Küchenwand. Für mehr Spannung kannst du Schwarz, Weiß oder Dunkelgrau ergänzen, etwa in Lampen, Bilderrahmen oder Tischgestellen.

Stolperfalle: Pastell plus sehr viel Weiß kann schnell „zuckrig“ wirken. Brich das mit natürlichen Materialien wie Eichenholz, Jute, Leinen oder Rattan. Ein Beispiel: hellgelbe Wand in der Küche, weiße Fronten, Holzarbeitsplatte, Juteteppich und ein Leinenläufer – freundlich, aber nicht kitschig.

Sand- und Beigetöne für ruhige Räume

Sandfarbene Wände sind für viele ein guter Kompromiss zu Weiß: ähnlich hell, aber deutlich wärmer. Ein helles Sandbeige im Wohnzimmer wirkt leicht und zeitlos. Es passt zu fast jedem Stil, von skandinavisch bis mediterran, und ist sehr alltagstauglich, wenn du öfter umstellst oder neue Möbel dazukommen.

Für ein mediterranes Gefühl kombinierst du Sandtöne mit Terrakotta, warmem Rot und Accessoires aus Naturmaterialien: Leinenkissen, Rattanstühle, Terrakottavasen, ein Sisalteppich. Magst du es eher skandinavisch, ergänze helle Hölzer wie Eiche, viel Weiß und ein paar graue oder salbeigrüne Textilien.

Ein konkretes Beispiel: sandfarbene Wände, ein Eichen-Esstisch, graue Stühle, eine Leinenpendelleuchte und ein cremefarbener Teppich. Wenn du später mehr Farbe möchtest, kannst du einfach Kissen in Rostrot oder Senfgelb ergänzen, ohne die Wandfarbe ändern zu müssen.

Altrosa und Lila für eine sanft feminine Note

Altrosa und gedeckte Lilatöne bringen eine weiche, leicht feminine Stimmung in den Raum, ohne kitschig zu wirken. Ein graustichiges Altrosa im Schlafzimmer kann sehr beruhigend sein, vor allem in Kombination mit hellgrauer Bettwäsche und einem beigefarbenen Teppich. Wichtig ist, die Töne gedeckt zu halten, also eher pudrig als knallig.

Als Partnerfarbe eignet sich Grau besonders gut, zum Beispiel eine graue Wand neben einer altrosa Wand oder graue Vorhänge zu einem violett-grauen Ton an der Wand. Aber auch Weiß, Schwarz und Naturholz funktionieren. Ein Beispiel: altrosa Wand im Homeoffice, schwarzer Metalltisch, Eichenregal, cremefarbener Sessel und ein Wollteppich in Beige.

Stolperfalle hier: zu viele unterschiedliche Rosatöne im selben Raum. Das wirkt schnell unruhig. Wähle lieber ein bis zwei Rosanuancen und wiederhole sie in Kissen, Bildern oder einem Plaid, statt überall neue Töne einzubringen.

Dunkle Erdtöne für Tiefe und Geborgenheit

Dunkle Erdtöne wie Schokobraun, dunkles Terrakotta oder ein graustichiges Braun bringen Tiefe und eine gewisse Erdung in den Raum. Sie wirken edel und natürlich, vor allem in größeren Zimmern. In einem großen Wohnzimmer kann eine dunkelbraune Wand hinter dem Sofa den Raum optisch strukturieren und gemütlicher machen.

Damit es nicht zu schwer wirkt, brauchst du helle Gegenspieler: cremefarbene Sofas, sandfarbene Teppiche, helle Holzmöbel oder goldene Details bei Lampen und Bilderrahmen. Magst du es rustikaler, kannst du dunkle Erdtöne mit warmen Rottönen kombinieren, etwa ziegelrote Kissen oder einen Teppich mit Rotbraun.

Ein Beispiel: dunkel terrakottafarbene Wand im Esszimmer, massiver Holztisch, schwarze Stühle, Leinenservietten in Naturtönen und eine Messing-Pendelleuchte. Der Raum wirkt sofort wie ein gemütliches Restaurant. Achte darauf, dass die Wandfarbe etwas heller bleibt als die dunkelsten Akzente im Raum, damit nichts „absackt“.

Korallenrot, Gelb und Gold als frische Akzente

Korallenrot ist lebendig, warm und erinnert an Sommer und Meer. Als Wandfarbe ist es sehr präsent, deshalb eignet es sich am besten als Akzent. Eine korallenrote Wand im Essbereich kann den Esstisch in Szene setzen und eine gesellige Stimmung unterstützen. Dazu passen weiße Stühle, ein Holztablett mit Obst und Geschirr mit roten oder orangen Details.

Gelb gehört ebenfalls zu den warmen Farben und bringt sofort Helligkeit und gute Laune in den Raum. Ein helles, nicht zu grelles Gelb im Flur kann einen sonst dunklen Eingangsbereich deutlich freundlicher machen. In der Küche wirkt ein sanftes Gelb einladend und passt gut zu weißen Fronten und Holzarbeitsplatten.

Besonders schön ist die Kombination von gelben Wänden mit goldenen oder messingfarbenen Akzenten: eine goldfarbene Tischlampe, ein Spiegel mit Messingrahmen, goldene Bilderrahmen. Achte nur darauf, dass das Gelb nicht zu neonartig ist, sonst wirkt der Raum schnell nervös. Ein warmes, leicht gedecktes Senfgelb funktioniert im Wohnzimmer gut, wenn Sofa und Teppich eher ruhig sind.

Welche warme Wandfarbe in welches Zimmer passt

Je nach Raum hast du andere Bedürfnisse: Im Schlafzimmer möchtest du zur Ruhe kommen, im Wohnzimmer gemütlich zusammensitzen, im Esszimmer soll es einladend sein und im Kinderzimmer lebendig, aber nicht überdreht. Warme Wandfarben kannst du sehr gut auf diese Funktionen abstimmen.

Schlafzimmer: Ruhe und Sanftheit

Im Schlafzimmer funktionieren vor allem helle, sanfte warme Töne gut. Beige, Creme, zartes Rosa, Apricot oder ein leicht graustichiger Rosaton schaffen eine ruhige Atmosphäre. Sie wirken warm, ohne den Raum zu beschweren. Ein Beispiel: eine Wand in einem warmen Rosabeige hinter dem Bett, dazu weiße Bettwäsche, ein naturfarbener Juteteppich und ein Holz-Nachttisch.

Dunkle warme Farben kannst du im Schlafzimmer einsetzen, wenn der Raum groß genug ist und viel Tageslicht bekommt. Ein dunkles Braun an der Kopfwand kann sehr gemütlich und hotelartig wirken, wenn du den Rest hell hältst. Von sehr intensiven warmen Tönen wie kräftigem Rot oder grellem Gelb an großen Flächen ist im Schlafzimmer eher abzuraten, weil sie anregend wirken und Unruhe bringen.

  • Nutze kräftige warme Farben im Schlafzimmer lieber in Kissen, Decken oder Bildern.
  • Wähle für kleine Schlafzimmer eher helle, gebrochene Töne statt reiner, leuchtender Farben.

Wohnzimmer: wohnlich und vielseitig

Im Wohnzimmer darfst du bei warmen Farben relativ frei spielen. Hier verbringst du viel Zeit, empfängst Besuch, liest, schaust Serien – der Raum soll gemütlich und gleichzeitig lebendig sein. Helle warme Töne wie Creme, Beige oder ein warmes Grau sind eine sichere Basis. Sie lassen sich gut mit bunten Sofas, Teppichen und Bildern kombinieren.

Wenn du mehr Charakter möchtest, kannst du eine Wand in Terrakotta, einem warmen Graubraun oder einem gedeckten Rotton streichen. Eine terrakottafarbene Wand hinter einem beigen Sofa mit Kissen in Rostrot und Senfgelb wirkt zum Beispiel sehr wohnlich. Ein weiches Greige passt gut zu einem dunkelgrauen Sofa und einem Teppich in Wollweiß.

Stolperfalle: alle großen Flächen dunkel oder sehr kräftig zu gestalten. Das Wohnzimmer wirkt dann schnell kleiner und schwerer, als es ist. Besser ist eine Mischung aus einer betonten Wand, zwei bis drei helleren Wänden und vielen hellen Textilien wie Vorhängen, Teppichen und Decken.

Esszimmer und Küche: einladend und kommunikativ

Im Esszimmer und in der Küche sind warme, harmonische Farben ideal, weil sie eine gastliche Stimmung unterstützen. Beige, Sand, warme Grautöne oder ein zartes Rosé funktionieren hier sehr gut, vor allem in Kombination mit einem Holztisch und schwarzen Akzenten bei Stühlen oder Leuchten. Diese Mischung wirkt modern und ruhig.

Du kannst in diesen Räumen aber auch mutiger sein und zu kräftigeren warmen Tönen greifen. Terrakotta ist ein Klassiker, weil es an mediterrane Innenhöfe erinnert. Eine terrakottafarbene Wand hinter einem Holz-Esstisch, dazu schwarze Stühle und Leinenservietten in Naturtönen, wirkt sofort einladend. In einer weißen Küche kann eine Rückwand in warmem Gelb oder Apricot die ganze Stimmung verändern.

Praktischer Tipp: In offenen Wohn-Ess-Bereichen kannst du mit Farbblöcken arbeiten. Zum Beispiel Wohnzimmer in warmem Greige, Essbereich in einem etwas kräftigeren Sandton. So trennst du optisch, ohne Wände zu ziehen.

Kinderzimmer und Arbeitsbereich: freundlich, aber nicht zu grell

Im Kinderzimmer ist die Deko meist schon bunt genug: Spielzeug, Bücher, Bettwäsche, Poster. Die Wandfarbe darf daher gerne warm und freundlich sein, sollte aber nicht zu schrill ausfallen. Helle warme Töne wie ein sanftes Rosa, ein weiches Gelb, ein warmes Beige oder ein zarter Pfirsichton sind eine gute Grundlage.

Mit solchen neutralen, warmen Wänden kannst du später leichter umdekorieren, wenn sich der Geschmack deines Kindes ändert. Du kannst zum Beispiel eine Wand in einem hellen Pfirsich streichen, dazu ein weißes Bett, ein Holzregal und bunte Kisten. Oder du wählst ein warmes, leicht graues Beige und setzt die Farben nur in Textilien und Bildern.

Im Homeoffice oder an der Arbeitsecke im Wohnzimmer funktionieren warme, aber nicht zu dunkle Töne gut. Ein weiches Greige, ein gedecktes Salbeigrün mit warmem Unterton oder ein warmes Hellgrau helfen beim Konzentrieren, ohne kühl zu wirken. Vermeide hier sehr kräftige Rot- oder Orangetöne an großen Flächen, sie können auf Dauer anstrengend sein.

So findest du die passende warme Wandfarbe für dein Zuhause

Die größte Herausforderung ist oft nicht der Anstrich selbst, sondern die Entscheidung im Baumarktregal. Auf den kleinen Farbkarten sehen viele Töne ähnlich aus, zu Hause wirken sie dann plötzlich ganz anders. Deshalb lohnt sich ein bisschen Vorbereitung und ein klarer Ablauf.

Schritt für Schritt zur passenden Farbe

  1. Überlege dir zuerst, welche Stimmung du im Raum möchtest: ruhig, lebendig, elegant, verspielt oder eher erdend?
  2. Lege grob eine Farbrichtung fest: eher Beige/Sand, Rosa, Terrakotta, Gelb, Braun oder ein Mix aus mehreren.
  3. Nimm mehrere Farbkarten mit, die dir spontan gefallen, auch hellere und dunklere Varianten derselben Richtung.
  4. Halte die Karten zu Hause an verschiedene Wände, bei Tageslicht und abends bei Kunstlicht.
  5. Wähle zwei bis drei Favoriten und streiche kleine Probeflächen (mindestens A4-Größe) an unterschiedlichen Stellen.
  6. Beobachte die Proben ein paar Tage lang im Alltag, bevor du dich entscheidest.

Ein typischer Fehler ist, im Laden zu einem zu dunklen oder zu kräftigen Ton zu greifen, weil er auf der kleinen Karte so schön aussieht. An der ganzen Wand wirkt er dann viel intensiver. Wenn du unsicher bist, nimm lieber eine Nuance heller und gedeckter. Das wirkt im Alltag meist harmonischer.

Achte bei der Auswahl auch auf deine vorhandenen Möbel: Zu einem grauen Sofa passt ein warmes Greige oder ein zarter Rosaton, zu einem cognacfarbenen Ledersofa eher ein Sandton oder ein helles Terrakotta. Hast du viele weiße Möbel, kannst du mit der Wandfarbe mehr Tiefe hineinbringen, etwa mit einem warmen Beige oder einem weichen Gelb.

Ein praktischer Zusatztrick: Halte die Farbkarte direkt an dein Sofa, deinen Teppich oder den Esstisch. Wenn der Ton deutlich kühler oder „schmutziger“ wirkt als der Rest, passt er meist nicht. Wenn er sich ruhig einfügt und weder zu sehr „knallt“ noch verschwindet, bist du auf einem guten Weg.

Praktische Tipps für das Streichen mit warmen Farben

Wenn du deine Farbe gefunden hast, geht es an die Umsetzung. Damit warme Töne schön gleichmäßig wirken, lohnt sich sauberes Arbeiten. Gerade bei kräftigen Farben sieht man Schlieren und Ansätze sonst schnell.

Bereite die Wände gut vor: kleine Löcher spachteln, alte Dübellöcher schließen, Staub entfernen. Bei sehr glatten oder glänzenden Untergründen hilft ein Haftgrund. Sind die Wände sehr fleckig oder stark unterschiedlich im Untergrund, kann eine Grundierung sinnvoll sein, damit die neue Farbe gleichmäßig deckt.

Tipps aus der Praxis

  • Arbeite möglichst „nass in nass“, also ohne lange Pausen, damit keine Ansätze entstehen.
  • Streiche mit dem Pinsel zuerst Kanten und Ecken, dann mit der Rolle die Flächen in Bahnen von oben nach unten.
  • Bei kräftigen warmen Tönen lieber zwei dünne Schichten als eine dicke auftragen – das deckt besser und wirkt ruhiger.
  • Farbreste in einem gut verschlossenen Glas aufheben, um später kleine Macken ausbessern zu können.
  • Vorhänge, Teppiche und Möbel gut abdecken, warme Farben sind oft stark pigmentiert und schwer zu entfernen.

Wenn du dir unsicher bist, ob eine Farbe zu viel für alle Wände ist, starte mit einer Akzentwand. Oft merkst du erst im Alltag, wie sich eine Farbe anfühlt. Gefällt sie dir, kannst du später eine weitere Wand streichen oder den Farbton in Deko und Textilien wieder aufgreifen.

Ein letzter, sehr praktischer Punkt: Notiere dir Marke, Farbname und Mischcode der Farbe direkt nach dem Kauf. Hänge den Zettel innen in einen Küchenschrank oder lege ihn in die Schublade mit Werkzeug. Wenn du in zwei Jahren nachstreichen möchtest oder einen zweiten Raum im gleichen Ton planst, musst du nicht wieder von vorne suchen.

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