51 · Praktisch wohnen, ruhig leben
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Wandfarbe im Flur ruhig und stimmig auswählen

Wie wirkt dein Flur heller, größer oder gemütlicher? Konkrete Ideen für passende Wandfarben von Naturtönen bis Dunkelblau, plus Akzente mit Decke und Tapete und eine Schritt-für-Schritt-Planung.

Wandfarbe im Flur ruhig und stimmig auswählen

Wandfarbe im Flur: Ideen für einen einladenden Eingangsbereich

Der Flur ist der Raum, der dich und deine Gäste als Erstes empfängt. Oft ist er schmal, dunkel und eher praktisch eingerichtet – aber genau hier kannst du mit Farbe viel Stimmung schaffen. Mit der richtigen Wandfarbe wirkt dein Flur heller, größer oder einfach wohnlicher, ohne dass du baulich etwas verändern musst.

Wenn du ein paar Grundregeln zu Licht, Raumgröße und Farbwirkung kennst, kannst du gezielt entscheiden, welche Töne zu deinem Zuhause passen. Das funktioniert auch, wenn du nur eine Wand streichst, mit Tapete arbeitest oder einzelne Bereiche betonst.

Grundregeln für die Wandfarbe im Flur

Bevor du dich in einen Farbton verliebst, lohnt sich ein genauer Blick auf deinen Flur. Raumgröße, Licht und dein Einrichtungsstil sind die drei wichtigsten Punkte. Ein schmaler Innenflur ohne Fenster braucht eine andere Lösung als ein großzügiger Eingangsbereich mit Oberlicht oder Glasfront.

Frag dich zuerst: Wie wohnst du? Magst du es eher ruhig und natürlich, passen Töne wie Beige, Creme, Eierschale oder ein zartes Grau gut. Wohnst du eher im skandinavischen Stil mit viel hellem Holz, weißen Möbeln und Leinen, funktionieren helle Naturfarben und Pastelltöne besonders schön. Hast du einen modernen, klaren Stil mit Metall, Glas und Betonoptik, kannst du auch zu kräftigeren Farben wie Dunkelblau, Tannengrün oder Anthrazit greifen.

Raumgröße und Licht richtig einschätzen

Ein kleiner, schmaler Flur profitiert fast immer von hellen Farben. Helle Töne reflektieren das Licht und lassen Wände optisch zurücktreten. Das ist vor allem wichtig, wenn dein Flur kein Fenster hat oder nur wenig Tageslicht bekommt, wie es in vielen Altbaufluren oder innenliegenden Wohnungseingängen der Fall ist.

Ein Beispiel: Ein schmaler Flur mit dunklem Vinylboden und nur einer Deckenleuchte wirkt mit einem warmen Creme- oder Greigeton sofort offener. Kombinierst du dazu einen hellen Läufer und einen großen Spiegel, entsteht ein viel freundlicheres Gefühl beim Reinkommen.

Ein größerer Flur mit Fenster oder Glasfront darf dagegen auch dunkler gestrichen werden. Ein breiter Eingangsbereich mit hellem Feinsteinzeugboden und seitlichem Fenster kann Anthrazit, Dunkelblau oder sogar ein fast schwarzes Dunkelgrün gut vertragen. Hier wirkt eine dunkle Wand eher gemütlich und edel als drückend, vor allem, wenn du sie mit hellen Türen und weißen Fußleisten kombinierst.

Wie Farben im Flur wirken

Farben lösen Stimmungen aus, und im Flur merkst du das sofort. Ein rein weiß gestrichener Flur wirkt klar und ordentlich, kann aber schnell kühl oder steril rüberkommen, wenn Möbel und Licht nicht gut abgestimmt sind. Ein lindgrüner Ton fühlt sich frisch und ruhig an, ein warmes Pfirsich oder Terracotta eher freundlich und lebendig.

Konkrete Beispiele für Farbstimmungen:

  • Weiß und Creme: gut für sehr kleine, dunkle Flure, wenn du es schlicht und ruhig magst, zum Beispiel in einer Stadtwohnung mit wenig Tageslicht.
  • Beige, Greige, Eierschale: ideal, wenn du natürliche Materialien wie Eichenholz, Rattan, Jute oder Leinen im Flur hast, etwa bei Bank, Körben und Teppich.
  • Hellgrau: passend für moderne Wohnungen mit schwarzen Metallakzenten, zum Beispiel bei Garderobenstangen, Bilderrahmen oder einer Glas-Schiebetür.
  • Blau- und Grüntöne: schön, wenn du Pflanzen, Holz und Textilien kombinierst und eine ruhige, klare Stimmung möchtest.

Achte immer darauf, dass Wandfarbe, Boden und Möbel zusammenpassen. Ein sehr dunkler Fliesenboden braucht eher eine hellere Wand, damit der Flur nicht zu schwer wirkt. Hast du dagegen hellen Eichenparkett, kann eine etwas kräftigere Wandfarbe den Raum erden und gemütlicher machen.

Helle Naturtöne für kleine und schmale Flure

Wenn dein Flur schmal ist oder gar kein Fenster hat, sind helle Naturtöne eine sehr dankbare Wahl. Sie sind ruhiger als reines Weiß und wirken gleichzeitig warm. Du kannst sie mit fast allen Möbelstilen kombinieren, vom klassischen Landhaus mit Kassettentüren bis zum reduzierten Scandi-Look mit klaren Linien.

Typische Naturtöne sind Beige, Creme, Eierschalenfarben oder Greige (eine Mischung aus Grau und Beige). In einem Mietflur mit dunklem Laminatboden und weißen Standardtüren bringt ein cremiger Ton an den Wänden sofort mehr Gemütlichkeit hinein. In einem Altbau mit Dielenboden und hohen Decken wirken warme Beigetöne sehr einladend und nehmen dem Raum die Strenge.

So kombinierst du Naturtöne im Flur

Zu hellen Naturtönen passen Möbel aus hellem Holz wie Birke oder Eiche, weiße Sitzbänke, schlichte Garderobenleisten und Körbe aus Seegras oder Rattan. Wenn du es skandinavisch magst, arbeite mit viel Weiß, Holz und Textilien in Wollweiß oder Hellgrau. Eine champagnerfarbene Fellauflage auf einer weißen Bank, ein Juteteppich und ein runder Spiegel mit Holzrahmen machen den Flur sofort wohnlicher.

Praktisch ist außerdem, wenn du Türen und Zargen gleich mitstreichst. Wenn Wand und Türen in derselben Farbe gehalten sind, wirkt der Flur ruhiger und größer. Gerade bei vielen Türen, etwa zu Abstellkammer, Bad und Küche, nimmt das optisch Unruhe heraus. In einem langen Flur mit fünf weißen Türen kann ein einheitlicher Greigeton an Wand und Türen Wunder wirken.

Hilfreiche Checkliste für helle Naturtöne:

  • Flur ohne Fenster oder mit sehr wenig Tageslicht
  • Schmale Grundfläche oder niedrige Decke
  • Dunkler Boden, der optisch aufgehellt werden soll
  • Wunsch nach ruhiger, unaufgeregter Optik
  • Vorhandene Möbel in Holz, Weiß oder Creme

Stolperfalle: Sehr helle Töne können schnell schmutzempfindlich wirken. Wenn du Kinder, Haustiere oder viele Schuhe im Flur hast, wähle eine abwischbare Farbe oder einen etwas dunkleren Naturton wie Greige oder ein warmes Taupe, der Flecken besser verzeiht. Im unteren Bereich kannst du auch mit halbhohen Farbkanten oder einer robusten Tapete arbeiten.

Grau im Flur für einen ruhigen, modernen Look

Grau ist im Flur eine gute Lösung, wenn du es modern, aber nicht zu kühl haben möchtest. Der genaue Ton macht hier den Unterschied: Ein helles, warmes Grau wirkt freundlich und weich, ein kühles Mittelgrau eher sachlich und reduziert.

Ein kleiner Flur mit weißen Türen und einem hellen Vinylboden wirkt mit einem zarten Grauton direkt strukturierter. Dazu passen ein weißes Schuhregal, ein schmaler Spiegel mit schwarzem Rahmen und ein heller Läufer in Wollweiß. In einem größeren Flur mit Betonoptik-Fliesen, schwarzer Metallgarderobe und Glasfront darf es auch ein kräftigeres Grau sein, zum Beispiel ein Steingrau.

Grau richtig kombinieren

Zu grauen Wänden kannst du gut mit Kontrasten arbeiten. Cremige Töne, Weiß und helle Hölzer nehmen Grau die Strenge. Ein kleines Sideboard in Eiche, ein Wollteppich in Naturweiß und ein paar gerahmte Drucke mit warmen Farben (Ocker, Rost, Beige) bringen Leben in den Raum.

Magst du es sehr reduziert, kannst du mit Schwarz, Glas und Metall spielen: ein schwarzer Garderobenständer, ein Metallregal, schlichte Hakenleisten in Schwarz oder Edelstahl. Achte dann aber unbedingt auf warmes Licht, sonst wirkt der Flur schnell wie ein Büroflur.

Praktische Tipps für Grau im Flur:

  • Helles Grau, wenn der Flur klein, schmal oder dunkel ist, zum Beispiel in einer Mietwohnung ohne Fenster im Eingangsbereich.
  • Mittelgrau, wenn du genügend Licht und Platz hast, etwa in einem Hausflur mit Treppenhausfenster.
  • Immer mit warmen Lichtquellen (2700–3000 Kelvin) kombinieren, keine kaltweißen LED-Spots.
  • Textilien wie Teppiche, Sitzkissen oder Gardinen in Beige, Sand oder Wollweiß ergänzen.

Häufiger Fehler: Ein sehr kühles Grau in Kombination mit kaltem, bläulichem Licht. Das lässt den Flur schnell ungemütlich wirken. Besser sind warmweiße Leuchten und ein Grau mit leicht beigem Unterton, zum Beispiel ein „Stein“- oder „Leinen“-Grau.

Wann Grau nicht ideal ist

Grau ist nicht in jedem Flur die beste Wahl. In sehr niedrigen, engen Fluren mit braunem Fliesenboden kann ein falscher Grauton schnell trist wirken. Wenn du dort trotzdem Grau möchtest, wähle einen sehr hellen, warmen Ton und kombiniere ihn mit viel Weiß, Spiegeln und Pflanzen. Fühlt sich der Raum trotz allem kühl an, bist du mit einem warmen Beige oder einem zarten Salbeigrün oft besser beraten.

Warme Töne wie Orange, Pfirsich und Terracotta

Wenn du im Flur direkt gute Laune haben möchtest, sind warme Farbtöne wie Orange, Pfirsich oder Terracotta eine schöne Idee. Sie wirken lebendig, ohne zwangsläufig schrill zu sein, wenn du die Nuance sorgfältig auswählst und den Rest ruhig hältst.

Ein zartes Pfirsich an einer Wand kann in einem sonst neutralen Flur wie ein Sonnenstrahl wirken. In Kombination mit hellen Holzmöbeln, einem Juteteppich und einem Korb für Schals entsteht ein freundlicher, unkomplizierter Stil. Ein gedecktes Terracotta passt gut zu weißen oder grauen Möbeln und hellen Fliesen und bringt ein wenig mediterranes Gefühl in den Eingangsbereich.

Psychologische Wirkung nutzen

Warme Farben wie Orange und Terracotta werden mit Energie, Lebendigkeit und Wärme verbunden. Im Flur ist das ideal, weil du dort ankommst und wieder gehst. Eine orangefarbene Wand kann sich anfühlen wie zehn Minuten Sonne, gerade an grauen Wintertagen.

Wenn du dich nicht an eine komplett orange gestrichene Wand herantraust, kannst du mit einem gedeckten Rostton, einem warmen Apricot oder einem sehr hellen Pfirsich anfangen. Diese Töne sind sanfter und lassen sich leichter mit bestehenden Möbeln verbinden, zum Beispiel mit einer weißen Kommode und einem Spiegel mit Holzrahmen.

Beispiele für stimmige Kombinationen:

  • Terracotta-Wand mit weißem Schuhschrank, Spiegel mit Holzrahmen, Juteteppich und Pflanzen im Terrakottatopf.
  • Pfirsichfarbene Wand mit Garderobenleiste in Eiche, Seegraskorb für Mützen und einem cremefarbenen Läufer.
  • Apricot-Ton in einem schmalen Flur mit hellem Eichenboden, kombiniert mit weißen Türen und Messingdetails an Haken und Leuchten.

Achte darauf, dass der Rest des Flurs eher schlicht bleibt. Zu viele kräftige Farben auf engem Raum können schnell unruhig wirken. Halte Boden, Türen und größere Möbel lieber neutral in Weiß, Holz oder Grau und setze Farbe eher bei Wand, Textilien und kleinen Accessoires ein.

Wann warme Töne schwierig sind

In sehr kleinen, niedrigen Fluren mit gelblichem Kunstlicht können starke Orangetöne schnell „zu viel“ sein. Wenn dein Boden dazu noch rötlich ist, etwa Buche oder Kiefer, wirkt der Raum schnell überhitzt. In so einem Fall sind gebrochene, pudrige Töne wie ein leicht graustichiges Pfirsich oder ein warmes Beige mit einem Hauch Rosa oft die bessere Wahl. So bleibt die freundliche Wirkung, ohne dass der Flur drückt.

Dunkle Töne wie Anthrazit und Schwarz im großen Flur

Dunkle Wandfarben wie Anthrazit oder Schwarz können im Flur sehr edel aussehen, brauchen aber Platz und Licht. Sie eignen sich vor allem für größere, breitere Flure oder Eingangsbereiche mit Fenster. In einem engen Schlauchflur ohne Tageslicht würden sie den Raum schnell erdrückend wirken lassen.

In einem großzügigen Hausflur mit weißen Türen und hellem Eichenparkett kann eine anthrazitfarbene Stirnwand sehr modern wirken. Kombiniert mit einem schlichten schwarzen Konsolentisch, einem großen Spiegel und einer Glasvase mit frischen Blumen entsteht ein klarer, ruhiger Eingangsbereich. Auch ein dunkles Tannengrün oder ein fast schwarzes Blau kann hier gut funktionieren.

Dunkle Farben richtig platzieren

Wenn du eine dunkle Farbe einsetzen möchtest, streiche am besten nicht alle Wände. Gut geeignet sind die kurzen Stirnseiten des Flurs oder einzelne Wandflächen. Die Wand am Ende des Flurs, die du direkt beim Eintreten siehst, ist ein guter Platz für einen dunklen Ton. So entsteht Tiefe, ohne dass der Raum insgesamt zu dunkel wird.

Du kannst auch nur bestimmte Bereiche streichen, zum Beispiel die Rückwand eines Einbauschrankes, den Bereich hinter einer Konsole oder die Wand hinter einer Bank. Das setzt einen Akzent und lässt Möbel bewusster wirken. In einem offenen Eingangsbereich mit Treppe kann die Wand entlang der Stufen in Dunkelgrau gestrichen werden, während der Rest hell bleibt.

Wichtige Punkte bei dunklen Flurfarben:

  • Immer mit hellen Elementen kombinieren: weiße Türen, helle Fußleisten, heller Boden oder großer heller Teppich.
  • Für ausreichend Beleuchtung sorgen, gern mehrere Lichtquellen (Deckenleuchte, Wandleuchten, eventuell eine kleine Tischlampe auf der Konsole).
  • Mit Materialien spielen: Glas, Metall, helle Bilderrahmen, helle Teppiche und Spiegel, um das Licht zu reflektieren.

Typische Stolperfalle: Eine komplett schwarze oder anthrazitfarbene Decke in einem normalen Wohnungsflur. Das kann sehr drückend wirken. Wenn du dunkle Decken magst, dann nur in wirklich hohen Räumen und mit sehr guter, gleichmäßiger Beleuchtung. In Standardwohnungen bleib lieber bei einer hellen Decke und setze Dunkelheit an die Wände.

Pflege und Alltag bei dunklen Wänden

Dunkle Farben verzeihen nicht jede Macke. In engen Fluren, in denen oft Taschen, Rucksäcke oder Kinderwagen an der Wand entlangschrammen, sieht man Kratzer und Staub schneller. Wähle deshalb eine robuste, abwischbare Farbe mit matter oder seidenmatter Oberfläche. In einem Familienflur ist es oft praktischer, nur den oberen Wandbereich dunkel zu streichen und unten einen helleren, unempfindlicheren Ton oder eine robuste Tapete zu nutzen.

Blaue und grüne Wandfarben für einen ruhigen Flur

Blaue und grüne Töne passen gut in Flure, in denen du eine ruhige, klare Stimmung möchtest. Sie lassen sich sowohl dezent als auch kräftig einsetzen, je nach Nuance, Raumgröße und Licht.

Ein helles Blau, zum Beispiel ein leicht graustichiges Eisblau, wirkt frisch und luftig. Es passt gut zu weißen Möbeln, hellen Fliesen und silbernen oder goldenen Bilderrahmen. Ein Petrolton oder Dunkelblau wirkt dagegen tiefer und gemütlicher und harmoniert schön mit Messing, dunklem Holz und warmen Lichtquellen.

Blaue Wände im Flur

Wenn du im Flur schon auffällige Deko hast, zum Beispiel einen goldenen Spiegel, bunte Drucke oder eine besondere Glasleuchte, kann eine blaue Wand ein guter Hintergrund sein. Eine hellblaue oder petrolfarbene Wand lässt goldene Rahmen und Messingdetails besonders leuchten, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

In einem mittelgroßen Flur mit weißem Boden und Glasfront kannst du eine komplette Wand in Dunkelblau streichen und dazu eine schlichte weiße Bank und einen Wollteppich in Naturtönen stellen. In kleineren Fluren greifst du besser zu helleren Blautönen wie Rauchblau oder Pastellblau und kombinierst sie mit viel Weiß und hellem Holz.

Ein weiterer Vorteil von Blau: Es passt gut zu kühlen Böden wie grauen Fliesen oder Betonoptik. Wenn dein Flur eher sachlich wirkt, kannst du mit einem leicht warmen Blau (mit einem Hauch Grau oder Grün) eine weiche, ruhige Atmosphäre schaffen.

Grüne Wände und Naturmaterialien

Grün wirkt im Flur schnell sehr harmonisch, vor allem in Kombination mit Naturmaterialien. Ein dunkles Tannengrün betont weiße Holzmöbel und lässt sie fast leuchten. Mit dunklem Holz wird die Kombination sehr edel, mit hellem Holz eher natürlich. Du kannst dir das ein bisschen wie einen Waldspaziergang vorstellen: Holz, Grün, vielleicht ein paar Pflanzen.

Ein Beispiel: Wände in Salbeigrün, Garderobe aus Eichenholz, Sisalteppich und ein paar Pflanzen in Keramiktöpfen. Der Flur wirkt ruhig, aber nicht langweilig. In einem Altbau mit hohen Decken kann auch ein dunkles Flaschengrün an einer Wand sehr schön sein, kombiniert mit einem großen Spiegel und einer Bank aus Nussbaumholz.

Tipp: Egal ob Blau oder Grün – wiederhole die Wandfarbe in kleinen Details. Ein Kissen auf der Bank, ein Lampenschirm, ein Bild mit ähnlichem Ton oder ein Kerzenhalter. So wirkt der Flur stimmig, ohne dass du alles neu kaufen musst.

Wenn du unsicher bist, ob dir ein kräftiges Grün oder Blau auf Dauer gefällt, starte mit einer kleineren Fläche, zum Beispiel der Wand hinter der Garderobe oder einem Wandabschnitt zwischen zwei Türen. Gefällt es dir, kannst du später erweitern.

Akzente setzen mit halben Wänden, Decke und Tapeten

Du musst nicht immer alle Wände komplett streichen. Oft reicht es, einzelne Flächen oder Bereiche hervorzuheben. Gerade im Flur funktionieren Akzentwände, farbige Decken oder Tapeten sehr gut, weil der Raum meist nicht sehr groß ist und du mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielst.

Halbhohe Wände und farbige Decken

Eine schöne Möglichkeit ist, nur die untere Hälfte der Wand farbig zu streichen und die obere Hälfte hell zu lassen. Das erinnert ein wenig an alte Holzvertäfelungen und kann einen schmalen Flur optisch weiter öffnen. Unten ein warmes Beige, ein sanftes Grau oder ein gedecktes Grün, oben Weiß – das wirkt ruhig und ist praktisch, weil der stärker beanspruchte Bereich nicht ganz so empfindlich ist.

In einem Familienflur mit Kinderwagen oder Laufrädern ist diese Lösung besonders sinnvoll. Die untere Zone kannst du mit einer robusteren, abwischbaren Farbe gestalten, die obere bleibt leichter und heller.

Auch eine farbige Decke kann spannend sein. Viele raten zwar zu weißen Decken, aber gerade im Flur darfst du ausprobieren. Eine leicht abgetönte Decke in einem hellen Graubeige oder einem sehr zarten Blau kann einen langen Flur gemütlicher machen. Wichtig ist nur, dass du für ausreichend Licht sorgst, zum Beispiel mit einer Reihe kleiner Deckenleuchten oder Wandleuchten, die das Licht nach oben und unten streuen.

Tapeten im Flur sinnvoll einsetzen

Tapeten sind eine gute Möglichkeit, Struktur und Muster in den Flur zu bringen. Dabei solltest du aber auf die Größe des Raums achten:

  • Große Muster können in sehr schmalen Fluren schnell erschlagen. Besser sind sie an einer einzelnen Stirnwand oder in einem großzügigen Eingangsbereich, zum Beispiel mit einem großflächigen Pflanzenmotiv oder grafischen Formen.
  • Kleine, sehr markante Muster wirken in kleinen Fluren oft unruhig. Hier sind helle, eher ruhige Dessins besser, zum Beispiel feine Streifen, dezente Punkte oder zarte Zweige.

Eine gute Lösung ist, nur eine Wand zu tapezieren, meist die Stirnseite des Flurs. Das setzt einen klaren Akzent, ohne den Raum zu überladen. Tapeten mit vertikalen Streifen können einen niedrigen Flur optisch strecken, während horizontale Muster einen sehr langen Flur etwas „kürzer“ wirken lassen.

Praktischer Hinweis: In stark genutzten Fluren lohnt es sich, robuste Tapeten oder abwaschbare Farben zu wählen, besonders im unteren Wandbereich. So siehst du nicht nach kurzer Zeit Schuhabdrücke, Kinderhände oder Taschenabdrücke an der Wand. Vliestapeten mit leicht strukturierter Oberfläche sind hier oft eine gute Wahl, weil sie kleine Macken kaschieren.

Praktische Planung: von der Farbwahl bis zur Umsetzung

Bevor du den Pinsel in die Hand nimmst, lohnt sich ein kurzer Plan. So vermeidest du Fehlkäufe und Frust beim Streichen. Gerade im Flur ist es sinnvoll, systematisch vorzugehen, weil der Raum eng ist und du dort ständig durchmusst.

Schritt für Schritt zur passenden Flurfarbe

  1. Flur analysieren: Wie groß ist er, wie hoch ist die Decke, wie viel Licht kommt hinein, wie sieht der Boden aus, wo sind Türen und Einbauten?
  2. Möbel und Deko prüfen: Bleiben Garderobe, Schuhschrank, Spiegel und Lampen oder planst du Neues? Notiere dir Farben und Materialien.
  3. Stimmung festlegen: Soll der Flur eher ruhig, frisch, gemütlich, elegant oder mutig wirken? Ein Wort reicht oft, um dich zu orientieren.
  4. 2–3 Farbtöne auswählen: Zum Beispiel ein warmes Beige, ein helles Grau und ein zartes Grün als Vergleich. Nimm lieber Farbproben mit nach Hause, statt im Laden zu entscheiden.
  5. Farbmuster testen: Probiere die Farben direkt an der Wand, am besten an verschiedenen Stellen (nahe Tür, in der Mitte, bei der Lampe). Streiche ruhig größere Felder, etwa DIN-A4-Größe.
  6. Beleuchtung einbeziehen: Schau dir die Farben morgens, nachmittags und abends mit Kunstlicht an. Viele Töne verändern sich je nach Licht deutlich.

Wenn du zwischen zwei Tönen schwankst, nimm für den Flur lieber die etwas hellere Variante. Enge Räume verzeihen zu dunkle Farben weniger als ein Wohnzimmer oder Schlafzimmer. In einem sehr dunklen Flur kannst du zusätzlich mit Spiegeln und Glas arbeiten, um das Licht zu verteilen.

Organisation und kleine Helfer

Damit das Streichen im Flur entspannt läuft, hilft eine gute Vorbereitung. Plane genug Zeit ein, um Türen, Sockelleisten, Lichtschalter und eventuelle Einbauten sauber abzukleben. Gerade im Flur sieht man unsaubere Kanten sofort, weil du so nah an den Wänden vorbeiläufst.

Nützliche Helfer sind eine kleine Trittleiter für die Decke, ein schmaler Roller für enge Stellen zwischen Türzargen und Ecken und ein Abstreifgitter, damit du nicht tropfst. Wenn du im Flur wohnst, während du streichst, ist es oft am einfachsten, in zwei Etappen zu arbeiten: erst eine Seite, trocknen lassen, Möbel umstellen, dann die andere. So bleibt dein Alltag halbwegs entspannt, während dein Flur nach und nach seine neue Farbe bekommt.

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