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Deko nach Jahreszeit

Adventskranz-Ideen: klassisch, modern und selbst gemacht

Redaktion 51wohnen 27 Minuten Lesezeit
Am Tisch zählt die Seitenansicht: Vom Stuhl aus siehst du vor allem Kerzen und Außenkante, kaum die Oberseite.

Erst der Platz, dann die Form

Ein Adventskranz ist im Kern eine Uhr aus vier Kerzen, von denen jeden Sonntag eine mehr brennt. Ob sie in Tannengrün stecken, auf einem Eichenbrett stehen oder neben einem Messingring, ändert an dieser Aufgabe nichts. Mit ihm wechselt die Deko im Lauf der Jahreszeiten vom Herbst in den Advent, und er bleibt bis zu vier Wochen an einer Stelle, an der du ihn jeden Tag siehst.

Darum beginnt jede Idee mit der Frage, wo er stehen soll. Als Inspiration für Farbe und Material taugen Bilder von Adventskränzen gut, für die Größe kaum: Fast alle sind formatfüllend und ohne Maßstab fotografiert, und ein Kranz mit 25 Zentimetern wirkt dort so groß wie einer mit 45. Auf dem Esstisch, an dem täglich gegessen wird, auf dem Couchtisch zwischen Teetassen und Fernbedienung oder auf dem Sideboard gelten jeweils andere Grenzen.

Die Tabelle ordnet die häufigsten Plätze und zeigt, wann ein Gesteck, ein Teller oder ein gerader Kranz die bessere Wahl ist. Wie Kranz, Läufer und Geschirr auf einem gedeckten Tisch zusammenfinden, zeigt die Weihnachtsdeko für den Tisch.

PlatzWas passtWorauf du achten musst
Esstisch, an dem täglich gegessen wirdgerader Kranz auf einem schmalen Brett oder ein hängender Kranzzwischen zwei Gedecken bleiben auf 90 cm Tischbreite nur etwa 10 cm
Esstisch mit freiem Enderunder Kranz bis etwa 45 cmer steht dort, wo niemand sitzt, nicht zwischen den Gedecken
Couchtischrunder Kranz um 35 cm oder ein AdventstellerDecken und Zeitschriften liegen hier nah an der Flamme; ein Tablett darunter macht ihn beweglich
Sideboard oder Kommodegerader oder üppiger runder Kranzkein Regalboden und keine Girlande darüber, kein Heizkörper darunter
FensterbankGesteck mit LED-KerzeVorhänge bewegen sich im Luftzug, offene Flammen gehören nicht neben Stoff
Haushalt mit kleinen Kindern oder KatzeKranz mit LED-Kerzen, gern hängendEibe, Thuja und Ilex-Beeren sind giftig und gehören nicht in Reichweite
wenig Zeit, kein WerkzeugAdventsteller mit vier KerzenKerzen auf Dorn oder Kerzenteller, sonst kippen sie

Wie groß der Kranz sein darf

Zwei Maße bestimmen die Größe: die Fläche, die der Kranz an seinem Platz bekommt, und der Abstand zwischen den Kerzen. Auf vielen Kerzenpackungen steht der Hinweis, brennende Kerzen mindestens 10 Zentimeter voneinander entfernt aufzustellen. Stehen sie dichter, erwärmt jede Flamme die Wand der Nachbarkerze, das Wachs wird weich, läuft einseitig herunter und tropft ins Grün.

Auf einem runden Kranz ist dieser Abstand kürzer, als er von oben aussieht, weil die Kerzen auf der Mittellinie des Rohlings stehen und nicht am Rand. Bei einem Rohling von 30 Zentimetern und etwa 6 Zentimetern Stärke liegen die Mitten zweier Nachbarkerzen knapp 17 Zentimeter auseinander, und mit Stumpen von 7 Zentimetern bleiben gerade die 10 Zentimeter Luft. Mit dem Grün wird der fertige Kranz dann noch 5 bis 10 Zentimeter breiter, je nachdem, wie weit die Spitzen überstehen.

Auf dem Esstisch rechnet man für ein Gedeck etwa 60 Zentimeter Breite und 40 Zentimeter Tiefe. Bei 90 Zentimetern Tischbreite bleibt zwischen zwei gegenüberliegenden Gedecken also ein Streifen von 10 Zentimetern, und dort passt kein runder Kranz hinein. Das Schema zeigt, wo er stattdessen Platz findet, ohne dass jemand beim Essen ausweichen muss.

RohlingKranz mit GrünKerzen bei 10 cm AbstandPasst auf
25 cm30 bis 35 cmnur StabkerzenBeistelltisch, schmale Konsole
30 cm35 bis 40 cmStumpen bis 7 cm DurchmesserCouchtisch, Sideboard
35 cm40 bis 45 cmStumpen bis 8 cm, mit etwas LuftEsstisch mit freiem Ende, Sideboard
40 cm45 bis 50 cmauch dicke Stumpen und Kerzen im Glasgroßer Tisch, Kücheninsel, zum Aufhängen
Esstisch 90 × 180 cm von oben mit vier Gedecken und Kranz
GedeckGedeckGedeckGedeckKranz Ø 4010 cm Mittelstreifen60 cm freies Ende180 cm90 cm

Zwischen den Gedecken bleiben 10 cm, zu wenig für einen runden Kranz. Rücken vier Personen an einem Ende zusammen, bekommt der Kranz das freie Tischende.

  • 1. Gedeck: 60 × 40 cm
  • 2. Gedeck: 60 × 40 cm
  • 3. Gedeck: 60 × 40 cm
  • 4. Gedeck: 60 × 40 cm
  • 5. Kranz Ø 40
  • 10 cm Mittelstreifen
  • 60 cm freies Ende

Klassisch: Tannengrün, Rot und die vier Kerzen

Der klassische Adventskranz ist rund, dicht aus Tannengrün gebunden und trägt vier rote Kerzen, dazu Zapfen, kleine Äpfel, Walnüsse oder Strohsterne. Sein Vorbild hing in Hamburg: Der Theologe Johann Hinrich Wichern befestigte für die Kinder seines Hauses Kerzen auf einem großen Holzrad, kleine rote für die Werktage und große weiße für die Sonntage. Geblieben sind die vier Sonntagskerzen, das Grün kam erst später dazu.

Neben Rot gibt es zwei weitere klassische Linien. In katholischen Kirchen stehen oft drei violette Kerzen und eine rosa Kerze auf dem Kranz, und die rosa brennt zum ersten Mal am dritten Advent. Weil schon das Holzrad weiße Sonntagskerzen trug, ist auch ein Adventskranz mit weißen Kerzen eine klassische Wahl, und auf dunkler Tanne wirkt Weiß bei Tag klar und am Abend fast cremig.

Klassisch heißt nicht überladen. Ruhiger wirkt ein Kranz, wenn sich wenige Dinge wiederholen, etwa zwischen den Kerzen je eine Gruppe aus zwei Zapfen und einem Apfel, statt dass jede Lücke etwas anderes bekommt. Trägt der Baum später dieselben zwei Farben, hält das den Raum zusammen; Anregungen dafür sammelt der Beitrag, wie du den Tannenbaum farblich passend schmückst.

Farben im Kerzenlicht: Rot und Gold, Weiß und kühle Töne

Am Abend siehst du den Kranz vor allem im Licht seiner eigenen Flammen, und das verändert jede Farbe. Kerzenlicht liegt bei rund 1900 Kelvin, deutlich wärmer als eine Glühbirne mit etwa 2700 Kelvin, und es enthält viel Rot und Gelb, aber kaum Blau. Eine Fläche kann nur zurückwerfen, was im Licht steckt: Rot, Gold und Messing leuchten deshalb abends kräftiger als bei Tag, Hellblau, Mint und kühles Grau werden stumpf.

Das erklärt, warum Ideen in Rot und Gold so verlässlich funktionieren und warum ein Kranz mit hellblauen Kerzen, der im Laden frisch aussah, zu Hause grau wirkt. Viele Kränze kommen mit zwei Farben und einem Metall aus, und das hat einen Grund: Das Grün ist schon die dritte Farbe, und jede weitere zieht den Blick von den Flammen weg. Prüf eine Kerzenfarbe deshalb abends, indem du sie neben eine brennende Kerze stellst.

Bei Rot und Gold wirkt dunkles Bordeaux am Abend satter als helles Signalrot. Gold und Messing spiegeln die Flammen in kleinen Lichtpunkten, und Silber sieht im Kerzenlicht wärmer aus als bei Tag. Welche Töne neben Gold noch funktionieren, zeigt der Überblick, welche Farben zu Gold passen.

Trendfarbe: was jedes Jahr wechselt

Beim Adventskranz wechselt von Jahr zu Jahr vor allem die Farbe, kaum die Form. Metallringe mit wenig Grün, gerade Arrangements auf Brettern, Trockenblumen statt Tanne, gedrehte Kerzen und Kränze in einer einzigen Farbe tauchen seit mehreren Saisons immer wieder auf. Die jeweilige Trendfarbe dagegen ist oft nach einem Winter wieder verschwunden.

Darum lohnt sich eine Arbeitsteilung: Der Grundkranz bleibt neutral, aus Tanne, Holz oder einem Ring in Messing oder Schwarz, und die Trendfarbe kommt über die Kerzen, die du ohnehin jedes Jahr neu kaufst. Welche Farben und Materialien in dieser Saison gefragt sind, sammelt der Überblick über Trends bei der Weihnachtsdeko.

FarbrichtungKerzen und MaterialAm Abend und worauf du achten musst
Rot und Grün, klassischrote Kerzen, Nordmanntanne, Zapfen, kleine Äpfelleuchtet im Kerzenlicht kräftig; statt giftiger Ilex-Beeren bringen Äpfel oder Hagebutten das Rot
Rot und Gold, modernKerzen in Bordeaux, Ring oder Teller aus Messing, wenig GrünGold spiegelt die Flammen; ein einziger Metallton hält es ruhig
Weiß und Silbergrünweiße Kerzen, Nobilis, Eukalyptusbei Tag klar, abends cremig; weißes Wachs hinterlässt auf Stoff keine farbigen Flecken
Natur und HolzKerzen in Creme, Brett oder Baumscheibe, Moos, Zapfenrohes Holz saugt Wachs auf, darum Kerzenteller aus Metall
Altrosa und Salbeirosa Kerzen, Eukalyptus, TrockenblumenTrockenblumen fangen schnell Feuer und bleiben weit unter den Flammen
Schwarz und Messingschwarze Kerzen, dunkles Grün, Messingabends sieht man fast nur Flammen und Metall, bei Tag wirkt es streng
Hellblau, Mint, Graukühle Kerzen, Silber, Glasverliert im Kerzenlicht Farbe und wirkt abends grau; schöner dort, wo du den Kranz tagsüber siehst

Kerzen: Halt, Brenndauer und rechtzeitiger Wechsel

Die erste Kerze brennt an allen vier Adventssonntagen, die vierte nur an einem. Wer jeden Abend anzündet, vergrößert den Unterschied: Der erste Advent liegt zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember, bis Heiligabend sind es also 22 bis 28 Abende, und die vierte Kerze kommt je nach Jahr nur auf 1 bis 7 davon.

Die Tabelle zeigt die Abende für jede Position. Multipliziere sie mit den Stunden, die du pro Abend anzündest, und vergleiche das Ergebnis mit der Brenndauer auf der Packung; reicht sie für die erste Kerze nicht, nimm dort eine größere oder leg Ersatz bereit. Wer die Stufen von hoch nach niedrig mag, lässt sie stehen, denn an Heiligabend zeigen sie, wie weit der Advent gekommen ist.

Halt finden Kerzen auf einem gebundenen Kranz am besten auf Kerzenhaltern mit Dorn, die senkrecht im Rohling stecken, und ein kleiner Teller am Fuß fängt das Wachs auf. Stabkerzen brauchen eine Tülle, und auf einem schlichten Kranz bringen gedrehte Kerzen Bewegung, ohne dass weitere Deko dazukommt. Worauf es bei gedrehten Kerzen ankommt, erklärt ein eigener Beitrag.

Kerzebrennt abAdventssonntageAbende bis Heiligabend
erste1. Advent422 bis 28
zweite2. Advent315 bis 21
dritte3. Advent28 bis 14
vierte4. Advent11 bis 7

Welches Grün wie lange hält

Geschnittene Zweige verdunsten über ihre Nadeln weiter Wasser, bekommen aber keines mehr nach. In geheizter, trockener Luft geht das schneller, darum hält derselbe Kranz im kühlen Flur länger als auf dem Sideboard über der Heizung. Ob er bis Heiligabend durchhält, hängt deshalb vor allem von der Art des Grüns und vom Standort ab, weniger vom Binden.

Tannen halten ihre Nadeln, Fichten verlieren sie in warmer Luft schnell, und Kiefer, Buchsbaum und Eukalyptus trocknen, ohne viel abzuwerfen. Wie es um deinen Kranz steht, zeigt eine einzelne Nadel: Frische Nadeln lassen sich biegen, trockene brechen. Brechen sie, gehören keine echten Kerzen mehr auf diesen Kranz.

Grün aus dem eigenen Garten ist eine gute Quelle, solange du weißt, was du schneidest. Eibe ist bis auf den roten Samenmantel in allen Teilen stark giftig, Thuja ebenfalls giftig, und die Beeren von Ilex und Mistel gehören nicht in Kinderhände. Für die weihnachtliche Deko in der ganzen Wohnung gilt dasselbe: Was Kinder oder Haustiere erreichen, sollte ungiftig sein.

GrünWie es aussiehtIm geheizten ZimmerWorauf du achten musst
Nordmanntanneweiche, dunkelgrüne Nadeln mit glänzender Oberseitehält die Adventszeit gut durchsticht nicht, darum angenehm zum Binden
Nobilisdichte, blaugrüne Nadeln, nach oben gebogenhält sehr lange, oft bis in den Januarpasst zu weißen und silbernen Kerzen
Fichtekurze, spitze Nadeln, frischer Duftnadelt in warmer Luft schnelleher für kühle Räume oder für draußen
Kieferlange, weiche Nadeln, lockere Formhält gutharzt an den Schnittstellen, Handschuhe tragen
Buchsbaumkleine, runde Blätter, sehr dichttrocknet langsam und behält die Formgiftig, nichts für Haustiere, die knabbern
Eukalyptusrunde, graugrüne Blätter, frischer Dufttrocknet, ohne abzufallentrocken leicht entflammbar, nicht direkt an die Flamme
Thuja und Eibeflache Schuppen oder weiche, dunkle Nadelnhalten gutgiftig, nicht für Haushalte mit Kindern oder Tieren

Adventskranz selber machen: drei Wege je nach Zeit

Selbst gemacht heißt nicht automatisch gebunden. Ideen für den Adventskranz zum Selbermachen unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Zeit sie kosten und welches Werkzeug sie brauchen: Ein Teller ist in zwanzig Minuten fertig, ein gebundener Kranz in gut einer Stunde, und ein Kranz aus Holz braucht eine Bohrmaschine, hält dafür aber viele Jahre.

Mit Kindern funktioniert der Teller am besten, weil sie dort ohne Draht und Zange selbst anordnen können: Zapfen sammeln, Nüsse sortieren, jede Woche etwas umstellen. Für kleine Kinder sind LED-Kerzen die entspanntere Wahl. Bei der Adventskranzdeko gilt für alle drei Wege dieselbe Grenze: Alles, was trocken ist, brennen oder schmelzen kann, bleibt unterhalb der Kerzenteller.

Gebunden auf einem Strohrömer

Zweigspitzen werden in kleinen Bündeln mit grünem Wickeldraht auf einen Ring aus Stroh gebunden, und jedes Bündel deckt die Bindestelle des vorigen ab. Für einen Rohling von 30 Zentimetern brauchst du 15 bis 20 Bündel aus je drei bis vier Spitzen, zusammen also 45 bis 80 Stück. Die Zahl ergibt sich aus dem Umfang: Auf seiner Mittellinie misst ein solcher Ring etwa 75 Zentimeter, und jedes Bündel rückt um 4 bis 5 Zentimeter weiter.

Gesteckt auf einem Teller

Ein Adventsteller ist der schnellste Weg: vier Kerzen auf einem großen Teller, einem runden Tablett oder einer flachen Schale aus Keramik, Glas oder Metall. Die Kerzen stehen auf Kerzentellern mit Dorn oder kleben mit einem Tropfen Wachs fest, und dazwischen liegt, was zu ihrer Farbe passt.

  • Natürlich: Moos, Zapfen, Walnüsse und ein paar Zweige Kiefer.
  • Klassisch: kleine rote Äpfel, dazu Zimtstangen und Sternanis am Tellerrand.
  • Modern: heller Sand, in dem die Kerzen ohne Halter stehen, dazu drei Zweige Eukalyptus.
  • Festlich: Glaskugeln in einer einzigen Farbe, die das Kerzenlicht spiegeln.
  • Für Kinder: kleine Holztiere, die jede Woche ein Stück weiterwandern.

Aus Holz: Brett, Baumscheibe oder Ring

Ideen aus Holz halten viele Jahre und brauchen jedes Jahr nur neue Kerzen und etwas frisches Grün. Auf ein Eichenbrett oder eine Baumscheibe schraubst du vier Kerzenteller mit Dorn, oder du setzt Metallhülsen in gebohrte Löcher, denn eine Kerze, die direkt in einem Loch im Holz herunterbrennt, kann das Holz verkohlen. Nimm eine getrocknete Baumscheibe, weil eine frisch geschnittene in der Heizungsluft beim Trocknen aufreißt.

Adventsgesteck mit einer Kerze und Weihnachtsgesteck

Adventsgestecke brauchen keinen Ring. Grün, Zapfen und eine oder mehrere Kerzen stecken in einer Schale, einem Holzkasten oder einem Glas, und weil keine Mitte frei bleiben muss, passt ein Gesteck auch dorthin, wo ein Kranz zu breit wäre: auf den Beistelltisch, die Konsole im Flur oder ein Fensterbrett ohne Vorhang.

Ein modernes Adventsgesteck mit einer Kerze lebt von Proportion und freier Fläche. Eine Stumpenkerze von 8 bis 10 Zentimetern Durchmesser steht in einer flachen Schale von etwa 20 Zentimetern, darunter ein Polster aus Moos, dazu zwei, drei Zweige Eukalyptus oder Kiefer, die zu einer Seite überhängen, und ein einzelner Zapfen. Wer trotzdem die Wochen zählen will, steckt jeden Sonntag einen Zweig dazu.

Steckschaum hält Zweige frisch, ist aber ein Kunststoff, der nicht verrottet, und seine Reste gehören in den Restmüll. Kurze Zweige halten genauso in nassem Sand, in Moos oder auf einem Steckigel aus Metall. Wer lieber gar nichts steckt, findet Anregungen für Zweige in der Vase bei der Deko mit Ästen.

Ein Weihnachtsgesteck soll länger stehen, über die Feiertage bis in den Januar. Dafür eignet sich Grün, das beim Trocknen nicht nadelt, wie Nobilis, Kiefer oder Eukalyptus, und modern wirkt es mit wenig Material in einer Farbfamilie, etwa Weiß und Silbergrün oder Messing und dunkles Grün. Ohne Kerzen und mit wetterfestem Grün wird daraus Schmuck für draußen, wie ihn die Ideen zur Weihnachtsdeko an der Haustür zeigen.

Moderne Ideen: gerade, hängend oder mit Humor

Modern heißt beim Adventskranz meist weniger Material und eine Form, die auch ohne Grün etwas zeigt. Ein Ring aus Messing oder schwarzem Metall von 30 bis 40 Zentimetern, nur auf einem Drittel mit Eukalyptus oder Kiefer umwunden, daneben vier Kerzen auf eigenen Tellern: Bei so einem Design ist die freie Fläche Teil der Idee. Ebenso klar wirken vier gleich hohe Gläser mit Sand und je einer Kerze, in einer Reihe oder im Quadrat.

Ein gerader Adventskranz stellt die vier Kerzen in eine Reihe und passt dadurch auf schmale Tische, Sideboards und Kücheninseln. Mit Stumpen von 7 Zentimetern und 10 Zentimetern Luft dazwischen braucht die Reihe knapp 60 Zentimeter, mit Rand und etwas Grün sind 70 bis 80 Zentimeter Brett angenehm. Auf einem 90 Zentimeter breiten Esstisch passt ein Brett von etwa 10 Zentimetern Breite in den Streifen zwischen den Gedecken.

Hängend bleibt der Tisch frei, und der Kranz knüpft an sein Vorbild an, das ebenfalls hing. Mit echten Kerzen laufen die Bänder allerdings nah an den Flammen vorbei nach oben, darum trägt ihn besser eine Kette, oder er bekommt gleich LED-Kerzen. Für den Haken in der Decke gelten in einer Mietwohnung einzelne Dübellöcher meist als normaler Gebrauch; ob du sie beim Auszug schließen musst, regelt der Mietvertrag.

Lustige Adventskränze

Lustig wird ein Adventskranz oft durch Dinge, die gar nicht nach Advent aussehen. Ein Napfkuchen mit vier Kerzen im Rand für den Sonntagskaffee, vier Kaffeetassen mit je einem Teelicht im Glas, Stabkerzen in vier leeren Weinflaschen auf einem Brett oder eine alte Fahrradfelge, die als späte Verwandte des ersten Holzrads mit Zweigen und Lichterkette über dem Tisch hängt. Bei Spielzeug, Plüsch, Papier und Kunststoff gehören nur LED-Kerzen dazu, weil diese Materialien neben einer Flamme schmelzen oder Feuer fangen.

Einen Adventskranz in sieben Schritten binden

So bindest du einen runden Kranz auf einem Strohrömer; für einen Rohling von 30 Zentimetern rechne mit gut einer Stunde.

  1. Grün wässern und schneiden

    Stell die Zweige am Vortag in einen Eimer mit kaltem Wasser und schneide sie dann in Spitzen von 10 bis 15 Zentimetern. Vollgesogene Zweige starten mit einem Wasservorrat und trocknen im Kranz langsamer aus.

  2. Draht am Rohling befestigen

    Wickle das Ende des Wickeldrahts zwei-, dreimal straff um den Rohling und verdrehe es. Der Draht bleibt an der Rolle, denn eine durchgehende Bindung hält fester als viele einzelne Stücke.

  3. Bündel binden

    Leg drei bis vier Spitzen fächerförmig so auf den Rohling, dass sie Oberseite und Außenkante bedecken, und wickle den Draht zwei-, dreimal straff darum. Das nächste Bündel legst du versetzt darüber, damit es die Bindestelle des vorigen verdeckt; für die Innenkante reichen kleinere Bündel.

  4. Rundherum arbeiten

    Arbeite immer in dieselbe Richtung, bis der Ring geschlossen ist. Die letzten Spitzen schiebst du unter die ersten, damit kein Anfang zu sehen ist, und verdrehst den Draht auf der Unterseite, wo er später auf dem Teller liegt.

  5. Form prüfen

    Leg den Kranz flach hin und schau ihn von der Seite an, denn so siehst du ihn später am Tisch. Spitzen, die weit abstehen, schneidest du zurück, und Lücken füllst du mit kurzen Zweigen, die du unter den Draht schiebst.

  6. Kerzen setzen

    Leg zwei Holzspieße im rechten Winkel durch die Mitte über den Kranz: Wo sie die Mittellinie kreuzen, kommen die Kerzen hin, und alle vier stehen gleich weit auseinander. Drück die Kerzenhalter mit Dorn senkrecht in den Rohling und miss nach, ob zwischen den Kerzen 10 Zentimeter frei bleiben.

  7. Dekorieren und Platz wählen

    Zapfen bekommen einen Steckdraht, den du zwischen die unteren Schuppen wickelst und in den Rohling steckst, und alles Trockene bleibt unterhalb der Kerzenteller. Stell den fertigen Kranz auf einen feuerfesten Teller, weg von Heizung und Vorhang, und sprüh ihn alle paar Tage mit Wasser ein.

Bevor die erste Kerze brennt

  • Zwischen zwei Kerzen sind mindestens 10 Zentimeter frei.
  • Jede Kerze steht senkrecht auf einem Dorn, in einer Tülle oder auf einem Teller und wackelt nicht.
  • Über dem Kranz hängt nichts, was brennen kann, auch kein Regalboden und keine Girlande.
  • Der Kranz steht auf einem feuerfesten Teller oder Tablett.
  • Er steht nicht über der Heizung, nicht in Zugluft und nicht neben einem Vorhang.
  • Eine Nadel aus dem Kranz lässt sich biegen, ohne zu brechen.
  • Für die erste Kerze liegt Ersatz bereit, oder ihre Brenndauer reicht bis Heiligabend.

Häufige Fehler

  1. Kerzen ohne Halter ins Grün stecken

    Eine Kerze, die nur im Grün steckt, neigt sich, sobald die Zweige trocknen und nachgeben. Die schiefe Flamme schmilzt die Kerze einseitig ab, Wachs läuft in die Nadeln, und die Hitze rückt näher ans Grün. Kerzenhalter mit Dorn halten sie senkrecht.

  2. Den Kranz über die Heizung stellen

    Über einem Heizkörper steigt warme, trockene Luft genau dort auf, wo der Kranz steht, und zieht Wasser aus den Nadeln. Ein Tannenkranz auf dem Sideboard über der Heizung trocknet deshalb deutlich schneller als einer auf dem Esstisch. Such ihm einen Platz ohne Heizung darunter.

  3. Kerzen bis ins Grün herunterbrennen lassen

    Die letzten Zentimeter einer Kerze sind die heikelsten, weil die Flamme dann auf Höhe der Nadeln brennt, die über Wochen ausgetrocknet sind. Tausch Kerzen, solange sie noch eine Daumenlänge hoch sind, und lösche sie, wenn du den Raum verlässt.

  4. Dicke Kerzen auf einem kleinen Rohling

    Auf einem Rohling von 25 Zentimetern stehen vier Stumpen mit 7 Zentimetern Durchmesser nur gut 6 Zentimeter auseinander. Die Flammen erwärmen sich gegenseitig, die Kerzen werden weich und tropfen. Nimm einen größeren Rohling oder schmalere Kerzen.

  5. Trockenblumen und Gräser an der Flamme

    Trockenblumen und Gräser fangen an einer Flamme sofort Feuer, und Pampasgras bewegt sich schon im leichten Luftzug. Halte sie unterhalb der Kerzenteller und weit weg von den Dochten, oder kombiniere sie gleich mit LED-Kerzen.

  6. Kunststoff neben echten Flammen

    Kugeln, Bänder und Figuren aus Kunststoff verformen sich schon in der warmen Luft über einer Flamme und tropfen, wenn sie Feuer fangen. Neben echten Kerzen sind Glas, Metall, Holz und Naturmaterial die bessere Wahl, und Bänder bleiben unterhalb der Kerzen.

Häufige Fragen

Was ist beim Adventskranz gerade Trend?

Seit mehreren Saisons tauchen dieselben Richtungen auf: Metallringe mit wenig Grün, gerade Arrangements auf Brettern, Trockenblumen, gedrehte Kerzen und Kränze in einer einzigen Farbe. Die Trendfarbe wechselt dagegen fast jedes Jahr. Wer mitgehen möchte, hält den Grundkranz neutral und bringt die Farbe über die Kerzen, die ohnehin jedes Jahr neu kommen.

Wie kann ich einen Adventskranz selber machen?

Am schnellsten auf einem Teller: vier Kerzen auf Kerzentellern mit Dorn, dazwischen Moos, Zapfen und ein paar Zweige, fertig in zwanzig Minuten. Ein gebundener Kranz braucht einen Strohrömer, grünen Wickeldraht, 15 bis 20 Bündel Zweigspitzen und gut eine Stunde. Bei beiden Varianten sollten zwischen den Kerzen 10 Zentimeter frei bleiben.

Wie groß sollte ein Adventskranz sein?

Das hängt vom Platz und von den Kerzen ab. Ein Rohling von 30 Zentimetern wird mit Grün etwa 35 bis 40 Zentimeter breit und trägt Stumpen bis 7 Zentimeter Durchmesser, ohne dass die Kerzen sich zu nahe kommen. Für dickere Kerzen nimm 35 Zentimeter oder mehr, und auf einem schmalen Esstisch passt ein gerader Kranz besser als ein runder.

Welche Kerzen gehören auf einen klassischen Adventskranz?

In Deutschland sind vier rote Kerzen auf Tannengrün der bekannteste Klassiker. In der katholischen Tradition gibt es drei violette Kerzen und eine rosa für den dritten Advent. Das erste Vorbild, ein Holzrad in Hamburg, trug große weiße Kerzen für die Sonntage, darum hat auch ein Adventskranz mit weißen Kerzen eine lange Tradition.

Wie wirkt ein Adventskranz in Rot und Gold modern?

Mit dunklem Rot statt Signalrot, einem einzigen Goldton und wenig Grün. Kerzen in Bordeaux auf einem schlichten Ring oder Teller aus Messing, dazu ein paar Zweige Nobilis oder Eukalyptus, wirken klarer als ein dichter Tannenkranz mit goldenen Kugeln. Am Abend spiegelt das Metall die Flammen, und das Rot wird im Kerzenlicht noch satter.

Wie sieht ein modernes Adventsgesteck mit einer Kerze aus?

Eine dicke Stumpenkerze von 8 bis 10 Zentimetern steht in einer flachen Schale aus Keramik oder Beton, darunter Moos, dazu zwei, drei Zweige Eukalyptus oder Kiefer, die zu einer Seite überhängen. Viel freie Fläche gehört zum Look. Wer die Wochen trotzdem zählen will, steckt jeden Sonntag einen Zweig dazu.

Was legt man auf einen Adventsteller?

Was zur Farbe der Kerzen passt und der Flamme nicht gefährlich wird: Zapfen, Walnüsse, kleine Äpfel, Glaskugeln in einer Farbe oder heller Sand mit ein paar Zweigen. Getrocknete Orangenscheiben, Moos und Zimtstangen duften, sind aber trocken und gehören an den Tellerrand. Kunststoff hat neben echten Kerzen nichts zu suchen.

Wann stellt man den Adventskranz auf?

Spätestens am Vorabend des ersten Advents, der zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember liegt. Viele warten bis nach dem Totensonntag, dem Sonntag davor, und wer frisch bindet, macht es am besten erst in dieser Woche, damit das Grün bis Heiligabend hält. Was sonst noch für den Zeitpunkt spricht, steht im Beitrag, wann die Weihnachtsdeko aufgestellt wird.

In welcher Reihenfolge zündet man die Kerzen an?

Eine verbindliche Regel gibt es nicht. Viele zünden reihum an, im oder gegen den Uhrzeigersinn, damit die heruntergebrannten Kerzen nebeneinander stehen und der Kranz am Ende wie eine Treppe aussieht. Beim Kranz mit violetten Kerzen ist die rosa Kerze für den dritten Advent bestimmt, die Reihenfolge der übrigen ist frei.

Wie lange hält ein Adventskranz aus frischem Grün?

Aus Nordmanntanne, Nobilis oder Kiefer hält er die Adventszeit gut durch, wenn er kühl steht und alle paar Tage mit Wasser besprüht wird. Fichte nadelt in geheizten Räumen deutlich schneller. Prüf zwischendurch eine Nadel: Biegt sie sich, ist der Kranz frisch, bricht sie, gehören keine echten Kerzen mehr darauf.

Sind LED-Kerzen auf dem Adventskranz eine gute Idee?

Überall dort, wo eine offene Flamme heikel ist: auf hängenden Kränzen, bei kleinen Kindern und Katzen, neben Trockenblumen und auf einem Kranz, der schon trocken ist. Schau auf die Lichtfarbe, denn echtes Kerzenlicht liegt bei rund 1900 Kelvin. LED-Kerzen mit 2700 Kelvin wirken daneben deutlich weißer, und je niedriger die Angabe, desto näher liegt ihr Licht am Original.

Was mache ich nach Weihnachten mit dem Adventskranz?

Kerzen und Deko abnehmen, das Grün ohne Draht in die Biotonne oder auf den Kompost geben. Ringe aus Metall, Bretter und Teller werden verstaut und im nächsten Jahr neu bestückt. Was zwischen den Feiertagen und dem Frühjahr an seine Stelle treten kann, zeigt der Beitrag über Deko nach Weihnachten.

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