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Bevor du eine Pflanze kaufst, prüf den Platz: Wie viel Licht dort ankommt, entscheidet mehr über ihr Gedeihen als jede Pflege, und schon zwei Meter vom Fenster entfernt ist es viel dunkler, als dein Auge meldet. Gieß erst, wenn die oberen zwei, drei Zentimeter Erde trocken sind, und lass kein Wasser im Übertopf stehen, denn nasse Wurzeln sind bei Zimmerpflanzen das häufigere Problem als trockene. Lebt eine Katze oder ein Kleinkind mit, klärst du vor dem Kauf, welche Arten giftig sind.

Wer nach Pflanzen sucht, hat meist einen bestimmten Platz vor Augen: die leere Ecke neben dem Sofa, die Fensterbank in der Küche, den Balkon, der im Frühjahr wieder grün werden soll. Manchmal ist es auch eine Pflanze, die schon da ist und gelbe Blätter bekommt, oder die Frage, ob die neue Monstera neben dem Katzenkorb stehen darf. Das sind verschiedene Anlässe, aber sie folgen derselben Logik: erst der Ort, dann die Art, dann die Pflege.
Drinnen dreht sich fast alles um Licht und Wasser. Die meisten Zimmerpflanzen stammen aus Gegenden, in denen es das ganze Jahr warm ist, und bekommen am Wohnungsfenster nur einen Bruchteil des Lichts, das sie draußen selbst im Schatten hätten. Auf Balkon und Terrasse kommen Wind, Frost und das Gewicht der Kübel dazu; wie du den Platz draußen insgesamt planst, mit Boden, Möbeln und Sichtschutz, zeigt der Bereich Balkon und Garten gestalten.
Die Tabelle ordnet die häufigsten Anlässe und zeigt, womit du jeweils anfängst und was dabei am leichtesten übersehen wird. Der erste Schritt kostet fast immer nichts: hinschauen, die Erde fühlen, den Platz ausmessen.
| Deine Lage | Womit du anfängst | Was leicht übersehen wird |
|---|---|---|
| Ein leerer Platz soll grün werden | Licht am Platz prüfen, erst danach die Art wählen | Ein Raum, der dir hell vorkommt, ist für Pflanzen oft schon schattig |
| Eine Pflanze bekommt gelbe Blätter | Erde fühlen und Topf anheben, bevor du gießt | Zu viel Wasser lässt Blätter genauso welken wie zu wenig |
| Katze, Hund oder Kleinkind wohnen mit | Giftige Arten vor dem Kauf ausschließen | Lilien im Blumenstrauß sind für Katzen lebensgefährlich, auch ihr Blütenstaub |
| Wenig Zeit oder oft verreist | Arten, die Wasser speichern, wie Bogenhanf, Zamioculcas oder Sukkulenten | Auch diese Pflanzen brauchen Licht, nur seltener Wasser |
| Ein Raum mit wenig Tageslicht | Schattenverträgliche Arten nah ans Fenster oder eine Pflanzenleuchte | Ganz ohne Fenster hält keine Pflanze auf Dauer durch |
| Ein Balkon oder eine Terrasse | Sonnenstunden zählen, Gewicht und Befestigung der Kübel klären | Kübel brauchen im Hochsommer oft täglich Wasser |
| Frühlingsblüher im Topf | Zwiebeln im Herbst setzen | Die Töpfe brauchen den Winter draußen, sonst bleibt die Blüte aus |
Die meisten Pflanzen werden andersherum gekauft. Im Gartencenter gefällt eine, zu Hause wird ein Platz für sie gesucht, und wenn sie woanders besser aussieht, wandert sie dorthin. Das geht häufig wochenlang gut, und genau das macht es tückisch: Eine Pflanze aus dem Gewächshaus zehrt zunächst von ihren Reserven und zeigt einen zu dunklen Platz erst, wenn diese aufgebraucht sind.
Besser ist die umgekehrte Reihenfolge, und die beginnt beim Platz und beim Licht, das dort über den Tag ankommt. Dann klärst du, wer mitwohnt, denn Katzen knabbern an Blättern, Hunde graben in Kübeln, und kleine Kinder probieren, was sie erreichen. Danach schätzt du ehrlich ein, wie oft du gießen magst und wie lange du im Sommer verreist.
Erst jetzt kommt die Art, und zwar nach ihrer Größe in ein paar Jahren, nicht nach der im Laden: Eine Monstera, die mit 60 Zentimetern einzieht, kann bei gutem Licht über einen Meter breit werden. Der Topf folgt zuletzt, weil er sich nach dem Wurzelballen richtet und nicht nach dem Sideboard. Draußen gilt dieselbe Folge, nur dass du zuerst Sonnenstunden und Windrichtung beobachtest; wie du einen Außenbereich von Grund auf angehst, beschreibt die Planung von Balkon und Terrasse.
Heb ein paar Blätter an und schau auf die Unterseite und in die Blattachseln. Feine Gespinste, klebrige Beläge oder weiße Flöckchen sind Zeichen von Schädlingen, die du sonst mit nach Hause nimmst. Wurzeln, die unten hell aus dem Topf schauen, sind gesund, braune, matschige Wurzeln und ein modriger Geruch sind es nicht.
Im Winter lässt du die Pflanze in Papier einschlagen, denn schon der Weg vom Laden zum Auto kann tropischen Arten bei Frost schaden. Zu Hause bleibt sie die ersten Wochen im Topf vom Händler, damit sie sich an Licht und Heizungsluft gewöhnt, bevor du ihre Wurzeln störst.
Dein Auge ist ein schlechter Lichtmesser. Es stellt sich so schnell um, dass dir ein Wohnzimmer auch drei Meter vom Fenster entfernt noch hell vorkommt, obwohl dort nur noch ein kleiner Teil des Lichts ankommt, das direkt am Fenster einfällt. Mit jedem Schritt in den Raum sieht ein Platz weniger Himmel, und der Himmel ist die eigentliche Lichtquelle, auch an Tagen ohne Sonne.
Dazu kommt die Himmelsrichtung. Ein Südfenster bringt direkte Sonne, die hinter Glas Blätter verbrennen kann, ein Nordfenster gleichmäßiges, aber schwaches Licht. Erstaunlich dunkel ist es oft direkt neben dem Fenster an derselben Wand, weil von dort durch die tiefe Laibung kaum Himmel zu sehen ist, obwohl die Scheibe nur eine Armlänge entfernt ist.
Bevor du kaufst, mach den Schattentest: Halte um die Mittagszeit deine Hand etwa 30 Zentimeter über den geplanten Platz. Ein scharfer Schatten mit klarem Rand bedeutet viel Licht, ein weicher Schatten mittleres Licht, und wo kaum ein Schatten zu erkennen ist, halten nur noch genügsame Arten durch. Wiederhol den Test im Winter, wenn die Sonne tief steht und die Tage kurz sind.
Für die schattigen Plätze bleibt eine kleine Auswahl, zu der Schusterpalme, Zamioculcas und der Bogenhanf, der auch mit wenig Licht auskommt, gehören. Sie überleben dort, wachsen aber langsamer als am Fenster.
| Fenster nach | Licht über den Tag | Was dort gut wächst | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Norden | gleichmäßig, keine direkte Sonne, im Winter knapp | Schusterpalme, Zamioculcas, Efeutute, Nestfarn, Bogenhanf | Pflanzen nah ans Glas stellen, schon ein Meter Abstand macht viel aus |
| Osten | Morgensonne, ab Mittag indirekt | Orchideen, Calathea, Monstera, Einblatt, Ufopflanze | Die Morgensonne ist mild und verbrennt selten Blätter |
| Süden | Sonne von vormittags bis nachmittags, im Sommer heiß hinter Glas | Kakteen, Sukkulenten, Aloe, Elefantenfuß, Geldbaum | Blattpflanzen im Sommer einen Meter zurückstellen oder hinter einen dünnen Vorhang |
| Westen | Nachmittags- und Abendsonne, wärmer als am Morgen | Gummibaum, Birkenfeige, Yucca, Strelitzie | Empfindliche Blätter im Hochsommer vor der Nachmittagssonne schützen |
| Balkon darüber oder Baum davor | eine Stufe dunkler, als die Himmelsrichtung vermuten lässt | Arten aus der nächstschattigeren Zeile | Hinter einem Laubbaum wird es im Winter heller, wenn er kahl ist |
Mit jedem Meter Abstand vom Fenster kommt deutlich weniger Licht an, auch wenn das Auge den Unterschied kaum bemerkt. Die Grenzen sind Richtwerte: Ein großes Fenster schiebt sie nach hinten, ein Balkon darüber oder ein Baum davor nach vorn.
Wurzeln brauchen Wasser und Luft zugleich. Steht die Erde dauerhaft nass, füllen sich ihre Poren mit Wasser, die feinen Wurzeln ersticken und beginnen zu faulen. Die Pflanze lässt die Blätter hängen, als hätte sie Durst, und wer daraufhin noch einmal gießt, beschleunigt den Schaden.
Darum gießt du nach der Erde und nicht nach dem Kalender. Steck einen Finger zwei bis drei Zentimeter tief hinein: Ist es dort trocken, braucht eine gewöhnliche Grünpflanze Wasser, ist es noch kühl und feucht, wartest du. Schneller geht es mit dem Gewicht, denn ein trockener Topf ist deutlich leichter als ein frisch gegossener, und nach ein paar Wochen spürst du den Unterschied beim Anheben sofort.
Gieß gründlich, bis unten Wasser aus dem Abzugsloch läuft, und kipp nach einer Viertelstunde weg, was im Übertopf steht. Ist ein Ballen ganz ausgetrocknet, nimmt torfhaltige Erde kaum noch Wasser an: Es läuft am Rand vorbei und unten wieder heraus. In diesem Fall tauchst du den Topf in einen Eimer, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
Pflanzen, die Wasser in Blättern oder Wurzeln speichern, verzeihen eher einen vergessenen Gießtermin als einen zu viel, allen voran der Bogenhanf mit seinen dicken, aufrechten Blättern. Umgekehrt dürfen Farne und Calathea nie ganz austrocknen, und draußen gilt das für die Schachbrettblume, die von feuchten Wiesen stammt. Kalkempfindliche Arten wie Calathea, Farne und Orchideen bekommen weiches Wasser; abgestandenes Leitungswasser hat zwar Zimmertemperatur, aber nicht weniger Kalk.
| Pflanzengruppe | Wann gießen | Im Winter | Warnzeichen |
|---|---|---|---|
| Kakteen, Sukkulenten, Aloe | wenn die Erde ganz durchgetrocknet ist | kaum, bei kühlem Stand fast gar nicht | weiche, glasige Triebe oder Blätter: zu nass |
| Bogenhanf, Zamioculcas | wenn die Erde fast bis unten trocken ist | alle drei bis sechs Wochen, je nach Raumwärme | Blätter werden weich und knicken am Grund: Fäulnis |
| Grünpflanzen wie Monstera, Efeutute, Ficus | wenn die oberen zwei bis drei Zentimeter trocken sind | seltener, die Fingerprobe bleibt der Maßstab | gelbe untere Blätter bei nasser Erde: zu viel |
| Farne, Calathea, Maranta | kurz bevor die Oberfläche abtrocknet, mit weichem Wasser | etwas weniger, aber nie ganz trocken | braune, trockene Blattränder: Luft oder Erde zu trocken |
| Orchideen in Rinde | tauchen, wenn die Wurzeln im Topf silbrig grau statt grün aussehen | etwas seltener | Wasser in der Blattmitte lässt das Herz faulen |
| Kübel und Kästen draußen | bei Hitze täglich, früh am Morgen oder am Abend | an frostfreien Tagen ab und zu, vor allem Immergrüne | morgens noch schlaffe Blätter: Wasser fehlt |
Fast jede Zimmerpflanze lebt am besten in zwei Töpfen: einem schlichten Kulturtopf mit Abzugsloch, in dem die Wurzeln sitzen, und einem Übertopf, der zur Einrichtung passt. So kann überschüssiges Wasser ablaufen, und beim Herausheben siehst du sofort, ob unten etwas steht. Ein, zwei Fingerbreit Luft ringsum genügen, dann lässt sich der Kulturtopf greifen, ohne dass du an den Blättern ziehst.
Eine Schicht Blähton in einem Topf ohne Loch verhindert keine Staunässe. Das Wasser sammelt sich unten, wo du es weder siehst noch abgießen kannst, und die Erde direkt darüber bleibt besonders nass. Im Übertopf dagegen hilft eine Lage Blähton, weil der Kulturtopf so über dem abgelaufenen Wasser steht statt darin.
Unglasierte Terrakotta nimmt Wasser in die Wand auf und verdunstet es nach außen; die Erde darin trocknet schneller, was Kakteen, Kräutern und allen Pflanzen hilft, die oft zu nass stehen. Glasierte Keramik und Kunststoff sind dicht und halten die Feuchtigkeit länger. Ein Korb taugt nur als Übertopf mit einer dichten Schale darin, sonst landet das Gießwasser auf dem Boden und hinterlässt auf Parkett dunkle Ränder.
Umgetopft wird nur eine Nummer größer, also mit etwa zwei bis vier Zentimetern mehr Durchmesser. In einem viel zu großen Topf bleibt die Erde, die noch keine Wurzel erreicht, lange nass, und dort beginnt die Fäulnis. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr; Anlass sind Wurzeln, die unten aus dem Loch wachsen, oder Gießwasser, das sofort durchläuft.
Nach dem Umtopfen düngst du erst einmal nicht, denn frische Erde ist meist für die ersten Wochen vorgedüngt. Sonst gibst du von Frühjahr bis Spätsommer Flüssigdünger ins Gießwasser, lieber etwas schwächer als auf der Packung angegeben, und im Winter pausieren die meisten Arten. Zu viel Dünger lagert sich als Salz in der Erde ab und zeigt sich als weiße Kruste am Topfrand und als braune Blattspitzen.
| Erde | Was sie ausmacht | Für welche Pflanzen | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Zimmerpflanzenerde | locker, hält Wasser, meist vorgedüngt | die meisten Grünpflanzen | torffreie Mischungen trocknen oben schneller ab als darunter |
| Kakteen- und Sukkulentenerde | mit Sand, Bims oder Lava, wenig Humus | Kakteen, Sukkulenten, Aloe, Bogenhanf | lässt Wasser schnell durch: seltener, aber gründlich gießen |
| Orchideensubstrat | grobe Rindenstücke, kaum Erde | Schmetterlingsorchideen und andere Arten mit Luftwurzeln | nie in normale Erde setzen, dort ersticken die Wurzeln |
| Kübelpflanzenerde | grob, mit Ton oder Lava, sackt kaum zusammen | Oleander, Zitrus, Olive und andere große Kübel | behält über Jahre ihre Struktur, wichtig bei seltenem Umtopfen |
| Anzuchterde | fein, locker, kaum gedüngt | Aussaat und Stecklinge | für ausgewachsene Pflanzen zu mager |
| Hydrokultur | Blähton und Nährlösung statt Erde | viele Grünpflanzen, gut für Allergiker | sicherer mit Pflanzen, die schon in Hydrokultur gezogen wurden |
Jedes Zimmer hat sein eigenes Klima, und das zählt fast so viel wie das Fenster. Das Wohnzimmer ist meist hell und im Winter trocken geheizt, das Schlafzimmer kühler, das Bad warm und feucht, der Flur oft dunkel und zugig. Eine Calathea, die über der Wohnzimmerheizung braune Blattränder bekommt, kann im Bad mit Fenster wieder ordentlich wachsen, ohne dass du sonst etwas änderst.
Im Wohnzimmer ist Platz für eine große Pflanze auf dem Boden, die einen Teil des Raums gliedert, zum Beispiel eine Monstera neben dem Sofa oder eine Strelitzie am Südfenster. In der Küche wachsen Kräuter auf der sonnigsten Fensterbank, aber nicht neben dem Herd, wo Hitze und Fettdampf an den Blättern hängen bleiben. Im Bad ohne Fenster hält auf Dauer keine Pflanze durch, auch keine Schattenpflanze: Dort hilft nur eine Pflanzenleuchte oder ein Tausch, bei dem zwei Pflanzen abwechselnd eine Woche im Bad und eine Woche am hellen Fenster stehen.
Kräuter aus dem Supermarkt stehen meist viel zu dicht, weil sehr viele Sämlinge in einem Topf wachsen. Teil den Ballen in drei oder vier Stücke und setz sie in eigene Töpfe mit frischer Erde, dann halten Basilikum und Petersilie deutlich länger.
| Zimmer | Was es ausmacht | Passende Pflanzen | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Wohnzimmer | meist hell, im Winter trockene Heizungsluft | Monstera, Strelitzie, Gummibaum, Kentiapalme | große Pflanzen nicht direkt über die Heizung stellen |
| Schlafzimmer | kühl, oft nach Norden oder Osten | Bogenhanf, Grünlilie, Efeutute, Einblatt | Erde nicht dauernd nass halten, sonst schimmelt die Oberfläche |
| Bad mit Fenster | warm und feucht, oft Milchglas | Farne, Calathea, Orchideen, Grünlilie | Milchglas streut das Licht, es kommt etwas weniger an |
| Bad oder Flur ohne Fenster | kein Tageslicht | auf Dauer keine Art | Pflanzenleuchte mit Zeitschaltuhr oder Pflanzen im Wechsel |
| Küche | hell, Dampf und Wärme am Herd | Kräuter, Grünlilie, Efeutute | Kräuter brauchen das sonnigste Fenster der Wohnung |
| Flur mit Fenster | oft kühl und zugig | Schusterpalme, Efeu, Zimmeraralie | Topf aus dem Laufweg halten, Zugluft von der Haustür meiden |
| Kinderzimmer | Kinder greifen und graben | Grünlilie, Ufopflanze, Calathea, Kentiapalme | nur ungiftige Arten in Reichweite, Topf standfest wählen |
Eine einzelne kleine Pflanze auf einem langen Sideboard wirkt schnell verloren, drei Pflanzen in drei Höhen dagegen lesen sich als Gruppe. Viele Einrichtungen arbeiten mit einer großen Pflanze auf dem Boden, einer mittleren auf einem Hocker oder Pflanzenständer und einer kleinen auf Fensterbank oder Regal. Das ist eine Gewohnheit und kein Gesetz, sie funktioniert aber, weil der Blick von einer Höhe zur nächsten wandert, statt an einem einzelnen Topf hängen zu bleiben.
Unterschiedliche Blattformen tragen eine Gruppe mehr als unterschiedliche Töpfe. Neben die großen, glatten Blätter einer Monstera passen die feinen Wedel eines Farns und die hängenden Ranken einer Efeutute. Sind die Pflanzen sehr verschieden, halten Übertöpfe aus einer Materialfamilie die Ecke zusammen, etwa alle aus Terrakotta oder alle in gebrochenem Weiß.
Bei den Abständen geht es um die Pflanze selbst. Blätter, die im Winter die kalte Scheibe berühren, bekommen Kälteschäden, und über der Heizung wird die Luft so trocken, dass sich Spinnmilben ausbreiten. Dreh die Töpfe alle paar Wochen um eine Vierteldrehung, sonst wachsen sie schief zum Licht; nur Birkenfeige und Weihnachtskaktus mit Knospen bleiben lieber, wo sie sind.
Efeutute, Grünlilie und Leuchterblume hängen am besten in einer Ampel vor dem Fenster, wo sie Licht bekommen und niemandem im Weg sind. Rechne mit dem Gewicht nach dem Gießen: Nasse Erde wiegt fast ein Kilo pro Liter, eine Ampel mit fünf Litern Erde zieht also mit rund fünf Kilo am Haken.
In einer Betondecke hält ein passender Dübel das sicher, in einer Decke aus Gipskarton brauchst du einen Hohlraumdübel für Deckenlasten oder einen Balken dahinter. Ein paar Dübellöcher gelten in Mietwohnungen in der Regel als normaler Gebrauch; was beim Auszug mit ihnen passiert, regelt oft der Mietvertrag.
Viele beliebte Zimmerpflanzen sind giftig, aber nicht alle gleich stark. Monstera, Efeutute, Dieffenbachie, Einblatt und Zamioculcas gehören zu den Aronstabgewächsen und enthalten nadelfeine Kristalle aus Calciumoxalat, die beim Kauen in Maul und Rachen stechen und brennen. Bei Katzen bleibt es deshalb meist bei einem Biss, die Schleimhaut kann trotzdem anschwellen, und bei der Dieffenbachie ist das auch für Kinder schmerzhaft.
Andere Arten wirken über den Magen. Bogenhanf, Yucca, Efeu und Aloe enthalten Saponine und verwandte Stoffe, die Erbrechen und Durchfall auslösen; wie giftig Bogenhanf für Katzen und Hunde ist, hängt vor allem davon ab, wie viel sie fressen. Ernst wird es bei Lilien: Für Katzen genügt schon Blütenstaub, den sie sich aus dem Fell lecken, oder ein Schluck Vasenwasser, um die Nieren zu schädigen.
Als unbedenklich gelten zum Beispiel Grünlilie, Calathea, Ufopflanze, Kentiapalme und Schmetterlingsorchideen. Auch an ihnen soll eine Katze nicht dauernd knabbern; ein Topf Katzengras, das sie fressen darf, lenkt sie von den übrigen Töpfen ab. Für Kinder gilt: Was nicht in Reichweite steht, wird nicht probiert, und ein schwerer Topf, der nicht kippt, hält die Erde vom Teppich fern.
Bei Zwiebelblumen sitzt das meiste Gift in der Zwiebel, bei Tulpen, Narzissen und Hyazinthen ebenso wie bei der Schachbrettblume im Kübel. Lass Zwiebeln beim Pflanzen nicht offen liegen, denn Hunde graben sie gern aus. Bei Verdacht auf eine Vergiftung rufst du bei Kindern den Giftnotruf für dein Bundesland an, bei Tieren die Tierarztpraxis, und nimmst ein Stück der Pflanze oder ein Foto mit.
| Pflanze | Einstufung | Was passieren kann | Was du tust |
|---|---|---|---|
| Lilien, auch Taglilien | für Katzen lebensgefährlich | Nierenschäden schon durch Blütenstaub oder Vasenwasser | in Katzenhaushalten auch nicht im Strauß |
| Dieffenbachie | giftig | Pflanzensaft lässt Mund und Rachen anschwellen | außer Reichweite von Kindern und Tieren |
| Monstera, Efeutute, Einblatt, Zamioculcas | reizend | Brennen im Maul, Speicheln, selten Erbrechen | hoch stellen oder hängen, abgefallene Blätter aufsammeln |
| Bogenhanf, Yucca, Efeu, Aloe | leicht giftig | Erbrechen und Durchfall nach größeren Mengen | nicht dorthin, wo die Katze gern knabbert |
| Birkenfeige, Gummibaum, Weihnachtsstern | reizend | Milchsaft reizt Haut und Schleimhaut | beim Schneiden Handschuhe tragen |
| Oleander, Engelstrompete | stark giftig | wirkt auf Herz und Nerven, für Mensch und Tier gefährlich | nicht dort, wo Kinder oder Tiere unbeaufsichtigt sind |
| Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Schachbrettblume | giftig, vor allem die Zwiebel | Erbrechen, bei Narzissen auch stärkere Beschwerden | Zwiebeln nicht offen lagern, Kübel vor grabenden Hunden schützen |
| Grünlilie, Calathea, Maranta, Ufopflanze, Schusterpalme, Kentiapalme, Nestfarn, Schmetterlingsorchidee | als ungiftig eingestuft | bei größeren Mengen höchstens Magenreizung | die sichere Wahl für Haushalte mit Tieren und Kindern |
Dass Zimmerpflanzen die Luft spürbar reinigen, hält sich hartnäckig. Die Vorstellung stammt aus Messungen in kleinen, abgedichteten Kammern, und in einer Wohnung, deren Luft sich über Fenster, Türen und Fugen laufend austauscht, fällt der Beitrag einiger Töpfe kaum ins Gewicht. Fünf Minuten Stoßlüften bewirken für die Luft mehr als ein ganzes Regal voller Grün.
Beim Sauerstoff ist es ähnlich. Pflanzen geben tagsüber Sauerstoff ab und verbrauchen nachts eine kleine Menge, doch verglichen mit der Luft in einem Schlafzimmer sind beide Mengen winzig. Auch der Bogenhanf im Schlafzimmer, der seine Spaltöffnungen nachts öffnet und dann Kohlendioxid aufnimmt, macht die Luft nicht messbar frischer, nimmt dir aber auch nichts weg.
Spürbar ist dagegen die Feuchtigkeit, denn fast das ganze Gießwasser verdunstet früher oder später über die Blätter. Im trocken geheizten Winterzimmer ist das willkommen, in einem kleinen, kühlen Schlafzimmer, dessen Außenwände ohnehin zu Schimmel neigen, eher nicht. Ein Hygrometer zeigt dir, ob die relative Luftfeuchte zwischen etwa 40 und 60 Prozent bleibt; liegt sie dauerhaft darüber, gehören die durstigsten Pflanzen in einen anderen Raum.
Wer zu Allergien neigt, wischt große Blätter regelmäßig feucht ab, denn auf ihnen sammelt sich Staub. Die Birkenfeige gibt außerdem Eiweiße aus ihrem Milchsaft an diesen Staub ab, auf die manche Menschen allergisch reagieren. Hydrokultur ist für Allergiker eine Alternative, weil auf Blähton seltener Schimmel wächst als auf feuchter Erde.
Die meisten Probleme haben eine von drei Ursachen: zu viel Wasser, zu wenig Licht oder zu trockene Luft. Schädlinge kommen selten aus dem Nichts, sie befallen vor allem Pflanzen, die schon geschwächt sind. Bevor du sprühst oder düngst, schau deshalb zuerst auf Erde, Platz und Jahreszeit.
Gelbe Blätter sind das häufigste Zeichen und zugleich das ungenaueste. Fallen unten einzelne alte Blätter ab, während oben neue nachkommen, ist das normaler Wechsel. Werden viele auf einmal gelb und ist die Erde nass, liegt es fast immer am Gießen, und Dünger würde die angegriffenen Wurzeln zusätzlich belasten.
Winzige dunkle Mücken, die beim Gießen aus dem Topf aufsteigen, sind Trauermücken, deren Larven in dauerhaft feuchter Erde leben und an feinen Wurzeln fressen. Lass die Oberfläche zwischen zwei Gießgängen abtrocknen, gieß eine Weile von unten in den Untersetzer und häng Gelbtafeln auf. Spinnmilben dagegen mögen es trocken und warm und tauchen im Winter vor allem an Pflanzen über der Heizung auf.
Ob Wurzeln faulen, siehst du am sichersten beim Austopfen. Gesunde Wurzeln sind hell und fest, faule sind braun und weich, und ihre äußere Schicht löst sich beim Ziehen wie eine Hülle ab.
| Was du siehst | Häufige Ursache | Was du tust |
|---|---|---|
| Viele gelbe Blätter, Erde nass | zu viel Wasser, Wurzeln faulen | Gießpause, Übertopf leeren; riecht die Erde faulig, umtopfen und matschige Wurzeln abschneiden |
| Schlaffe Blätter, Erde knochentrocken | zu wenig Wasser | Topf in einen Eimer tauchen, bis sich der Ballen vollgesogen hat |
| Braune, trockene Blattspitzen | trockene Heizungsluft, Kalk oder zu viel Dünger | Abstand zur Heizung, weicheres Wasser, seltener düngen |
| Lange, dünne Triebe mit blassen, kleinen Blättern | zu wenig Licht | näher ans Fenster, lange Triebe im Frühjahr einkürzen |
| Helle oder braune Flecken nach sonnigen Tagen | Sonnenbrand hinter Glas | zurückstellen oder Vorhang; die Flecken bleiben, neue Blätter wachsen gesund |
| Kleine schwarze Fliegen über der Erde | Trauermücken, deren Larven in nasser Erde leben | Erde abtrocknen lassen, von unten gießen, Gelbtafeln |
| Feine Gespinste, hell gesprenkelte Blätter | Spinnmilben bei trockener Luft | Pflanze abduschen, von anderen trennen, Luftfeuchte erhöhen |
| Weiße, wattige Flöckchen in den Blattachseln | Woll- oder Schmierläuse | einzeln mit Wattestäbchen und Spiritus abtupfen, Pflanze isolieren |
| Weißer Belag auf der Erde | krustig ist es Kalk, flaumig ist es Schimmel durch nasse Erde | oberste Schicht abnehmen, seltener gießen, luftiger stellen |
Draußen gelten andere Rechnungen als am Fenster. Ein Balkonkasten in der Sonne verliert an einem heißen Sommertag so viel Wasser über Blätter und Topfwand, dass er morgens und abends gegossen werden muss, und dunkle Töpfe heizen sich auf, bis die Wurzeln am Rand leiden. Welche Pflanzen zu welcher Lage passen und wie du den Platz insgesamt aufteilst, steht im Bereich zu Balkon, Terrasse und Garten.
Unterschätzt wird das Gewicht: Ein Kübel mit 40 Litern gegossener Erde bringt samt Pflanze und Topf rund 40 Kilo auf den Boden, und schwere Kübel stehen am besten nah an der Hauswand, wo die Balkonplatte verankert ist. Kästen, die außen an der Brüstung hängen, brauchen eine Halterung, die auch Sturm aushält. Ob sie dort hängen dürfen, regeln oft Mietvertrag oder Hausordnung, und fällt einer herunter, haftet in der Regel, wer ihn aufgehängt hat.
Vor dem Winter trennt sich, was draußen bleiben kann. Winterharte Pflanzen wie Lavendel, Hortensie oder Buchs überstehen Frost im Beet, im Kübel aber friert der Ballen von allen Seiten durch, darum bekommt der Topf eine Holzplatte darunter und einen Mantel aus Jute oder Vlies. Mediterrane Kübelpflanzen ziehen hell und kühl ins Winterquartier, und Zimmerpflanzen, die den Sommer draußen verbracht haben, kommen herein, bevor die Nächte unter etwa zehn Grad fallen.
| Pflanze | Wo sie überwintert | Temperatur | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Oleander | hell, in einem frostfreien, unbeheizten Raum | etwa 5 bis 10 Grad | verträgt kurz leichten Frost, kann also lange draußen bleiben |
| Zitruspflanzen | hell und kühl | etwa 5 bis 12 Grad | warm und dunkel verlieren sie ihre Blätter |
| Olivenbaum | hell und kühl, geschützt vor Dauerfrost | etwa 5 bis 10 Grad | im Kübel frostempfindlicher als ausgepflanzt |
| Pelargonien | hell und kühl, nach kräftigem Rückschnitt auch dunkel | etwa 5 bis 10 Grad | kaum gießen, nur nicht ganz austrocknen lassen |
| Fuchsien | hell oder dunkel nach Rückschnitt | etwa 5 bis 10 Grad | werfen im Dunkeln die Blätter ab, das ist normal |
| Lavendel, Hortensie, Buchs im Kübel | draußen an der Hauswand | winterhart | Topf einpacken, auf Holz stellen; Immergrüne an frostfreien Tagen gießen |
| Zimmerpflanzen nach dem Sommer draußen | zurück in die Wohnung | spätestens bei Nachttemperaturen um 10 Grad hereinholen | vorher auf Schädlinge prüfen und abduschen |
Pflanzen richten sich nach dem Licht, und das erklärt die meisten Pflegeregeln. Im Winter sind die Tage kurz, die Pflanze wächst kaum und braucht weniger Wasser und keinen Dünger, auch wenn die Heizungsluft die Oberfläche schneller austrocknet. Ab März werden die Tage länger, und mit dem Wachstum steigt der Bedarf an Wasser und Nährstoffen.
Draußen sind zwei Termine wichtig. Frostempfindliche Pflanzen gehen nach den Eisheiligen Mitte Mai auf den Balkon, Zimmerpflanzen zuerst für eine Woche in den Schatten, damit sich ihre Blätter an die Sonne gewöhnen. Und wer im Frühjahr Blüten im Topf haben möchte, setzt schon im Herbst Zwiebeln.
Tulpen, Narzissen, Krokusse und Traubenhyazinthen brauchen einen kalten Winter, um zu blühen; ihre Töpfe bleiben also draußen. Die Zwiebeln kommen von September bis November etwa zwei- bis dreimal so tief in die Erde, wie sie hoch sind, und der Topf braucht ein Abzugsloch, weil Zwiebeln in nasser Erde faulen. Gegen das Durchfrieren rückst du den Topf an die Hauswand, stellst ihn auf ein Brett oder eine Styroporplatte und wickelst ihn in Sackleinen oder Vlies.
Mehr Blüten auf wenig Fläche bringt die Lasagne-Methode: große Zwiebeln wie Tulpen oder Narzissen nach unten, darüber Erde, dann kleinere wie Krokusse oder Traubenhyazinthen, sodass der Topf über Wochen nacheinander blüht. Anders als die Tulpe, die im Sommer trocken ruhen will, mag die Schachbrettblume ihre Erde das ganze Jahr leicht feucht; wer die Schachbrettblume im Topf halten will, lässt den Topf deshalb auch nach der Blüte nie ganz austrocknen. Verblühtes schneidest du nur am Stiel ab und lässt das Laub stehen, bis es gelb ist, denn über die Blätter sammelt die Zwiebel Kraft fürs nächste Jahr.
| Zeit | Drinnen | Draußen |
|---|---|---|
| März bis Mai | umtopfen, wieder düngen, nach und nach mehr gießen | Frühblüher blühen lassen, nach Mitte Mai Sommerblumen pflanzen und frostempfindliche Kübel ins Freie stellen |
| Juni bis August | Blattpflanzen am Südfenster vor der Mittagssonne schützen, Gießen für den Urlaub planen | bei Hitze früh oder abends gießen, Verblühtes ausschneiden, regelmäßig düngen |
| September bis November | Pflanzen vom Balkon hereinholen und auf Schädlinge prüfen, weniger düngen | Zwiebeln setzen, Kübel winterfest machen, empfindliche Arten ins Winterquartier bringen |
| Dezember bis Februar | weniger gießen, nur blühende Pflanzen düngen, Blätter abstauben | eingepackte Kübel an frostfreien Tagen gießen, Schnee von immergrünen Zweigen schütteln |
Nach Kalender gießen
Jeden Sonntag eine Kanne passt im Juli und ist im Januar zu viel, weil die Pflanze im Winter kaum wächst. Gieß nach der Fingerprobe, der Kalender erinnert dich nur ans Nachfühlen.
Einen viel zu großen Topf wählen
Viel Erde um einen kleinen Ballen bleibt lange nass, weil dort noch keine Wurzeln Wasser aufnehmen, und genau dort beginnt die Fäulnis. Ein Topf, der eine Nummer größer ist, reicht.
Gelbe Blätter mit Dünger behandeln
Gelbe Blätter haben selten mit Hunger zu tun, häufiger mit nassen Wurzeln oder zu wenig Licht. Dünger belastet angeschlagene Wurzeln zusätzlich, weil die Salze ihnen Wasser entziehen.
Direkt nach dem Kauf umtopfen
Neuer Platz, anderes Licht, trockene Heizungsluft: Eine frisch gekaufte Pflanze hat genug zu verkraften. Lass sie ein paar Wochen ankommen, bevor du die Wurzeln störst, außer der Topf ist so klein, dass sie ständig umkippt oder sofort austrocknet.
Die Fensterbank über der Heizung
Im Winter ist der Platz über dem Heizkörper der trockenste der Wohnung. Die Erde trocknet von unten aus, die Blätter bekommen braune Spitzen, und Spinnmilben vermehren sich schnell. Eine Kork- oder Holzplatte unter dem Topf oder ein Platz einen halben Meter daneben hilft.
Giftigkeit erst nach dem Kauf prüfen
Mit Katze oder Kleinkind ist die Frage nach der Giftigkeit keine Nebensache. Prüf sie vor dem Kauf, auch bei Schnittblumen, denn ein Lilienstrauß auf dem Tisch ist für eine Katze gefährlicher als die meisten Topfpflanzen.
Unglasierte Tontöpfe nehmen Farbe am besten an: abbürsten, waschen, ein bis zwei Tage trocknen lassen, dann zwei dünne Schichten Acrylfarbe …
Bogenhanf ist schwach giftig: Wer Blätter kaut, bekommt Magen-Darm-Beschwerden, Kinder und Haustiere reagieren stärker. Im Schlafzimmer ist er trotzdem gut …
Die Schachbrettblume lässt sich gut im Topf halten, wenn du ihr drei Dinge gibst: einen Topf mit mindestens 20 Zentimetern …
Hat eine Pflanze zu viel Wasser bekommen, fehlt den Wurzeln Luft. Sie sterben ab, beginnen zu faulen und nehmen kein …
Am wenigsten nehmen dir Arten übel, die Wasser speichern oder mit wenig Licht auskommen: Bogenhanf, Zamioculcas, Efeutute, Grünlilie und Schusterpalme. Pflegeleicht heißt allerdings nicht pflegefrei. Auch diese Pflanzen brauchen einen Platz mit etwas Tageslicht und vertragen vor allem eines schlecht, nämlich Erde, die nie abtrocknet.
Schusterpalme, Zamioculcas, Bogenhanf, Efeutute und Nestfarn halten auch ein paar Meter vom Fenster entfernt durch, wachsen dort aber langsamer und bilden kleinere Blätter. Ganz ohne Tageslicht geht es nicht: In einem Raum ohne Fenster braucht jede Pflanze Kunstlicht, am besten eine Pflanzenleuchte mit Zeitschaltuhr.
Einen festen Rhythmus gibt es nicht, weil Licht, Wärme, Topfgröße und Art den Wasserverbrauch bestimmen. Fühl mit dem Finger in die Erde, und gieß gründlich, wenn sie zwei bis drei Zentimeter tief trocken ist. Im Sommer kann das alle paar Tage nötig sein, im Winter deutlich seltener, bei Kakteen und Sukkulenten nur noch alle paar Wochen.
Als unbedenklich gelten unter anderem Grünlilie, Ufopflanze, Calathea und Maranta, außerdem Kentia- und Goldfruchtpalme, Schusterpalme, Nestfarn und Schmetterlingsorchideen. Große Mengen sollte eine Katze trotzdem nicht fressen, denn viel Grün reizt den Magen. Ein Topf Katzengras gibt ihr etwas, an dem sie knabbern darf, und hält sie eher von den Zimmerpflanzen fern.
Am problematischsten sind Dieffenbachie, Oleander, Engelstrompete und die Zwiebeln von Narzissen, Tulpen und Hyazinthen. Viele andere Zimmerpflanzen wie Monstera oder Efeutute reizen beim Kauen Mund und Rachen, sodass es meist bei einem Bissen bleibt. Stell giftige Arten außer Reichweite und ruf bei Verdacht den Giftnotruf an, am besten mit einem Foto der Pflanze.
Am besten im Frühjahr, wenn die Pflanze wieder wächst und neue Wurzeln schnell in die frische Erde finden. Nötig ist es, wenn Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen, das Gießwasser sofort durchläuft oder die Pflanze ständig umkippt. Junge, schnell wachsende Pflanzen brauchen das etwa jedes Jahr, ältere alle zwei bis drei Jahre.
Für die meisten Grünpflanzen reicht eine gute Zimmerpflanzenerde. Kakteen, Sukkulenten und Bogenhanf wachsen besser in durchlässiger, mineralischer Kakteenerde, Orchideen brauchen grobes Rindensubstrat statt Erde. Torffreie Mischungen funktionieren gut, trocknen aber oben schneller ab, während es darunter noch feucht ist; fühl deshalb etwas tiefer nach, bevor du gießt.
Ein einzelnes gelbes Blatt ganz unten ist kein Grund zur Sorge, die Pflanze trennt sich von alten Blättern. Färben sich mehrere gleichzeitig, ist meist zu viel Wasser schuld: Prüf, ob die Erde nass ist und Wasser im Übertopf steht. Bei knochentrockener Erde fehlt Wasser, bei langen, blassen Trieben Licht, und erst wenn beides stimmt, kommt Nährstoffmangel infrage.
Trauermücken legen ihre Eier in feuchte Erde, darum hilft vor allem eine trockene Oberfläche. Lass die obere Schicht zwischen dem Gießen abtrocknen und gieß eine Zeit lang nur in die Schale unter dem Topf. Gelbtafeln fangen die erwachsenen Mücken, gegen die Larven gibt es im Fachhandel Nematoden, die du mit dem Gießwasser ausbringst.
Für eine Woche reicht es meist, gründlich zu gießen und die Pflanzen etwas weiter vom Fenster entfernt zusammenzustellen, wo sie weniger verdunsten. Für längere Reisen helfen Tonkegel mit Wasservorrat, ein Docht aus Baumwollschnur, der aus einem Wassergefäß in die Erde führt, oder jemand, der vorbeischaut. Kakteen und Bogenhanf überstehen auch drei Wochen ohne Wasser.
Kaum messbar. Die Vorstellung luftreinigender Pflanzen stammt aus Versuchen in kleinen, dichten Kammern, in einer Wohnung mit normalem Luftaustausch bewirkt Lüften weit mehr. Spürbar ist die Feuchtigkeit, die Pflanzen über ihre Blätter abgeben: im trockenen Heizungswinter ein Vorteil, in einem schlecht gelüfteten Raum mit Neigung zu Schimmel eher nicht.
Ja, denn ein paar Pflanzen verbrauchen nachts so wenig Sauerstoff, dass es im Vergleich zur Raumluft nicht ins Gewicht fällt. Wichtiger ist, dass die Erde nicht dauernd nass ist, damit sich kein Schimmel bildet. Beliebt ist der Bogenhanf, auch Schlangenpflanze genannt, weil er mit wenig Licht und seltenem Gießen zurechtkommt.
Auf Dauer keine, denn auch Schattenpflanzen brauchen Tageslicht. Es gibt zwei Auswege: eine Pflanzenleuchte, die über eine Zeitschaltuhr zehn bis zwölf Stunden am Tag Licht gibt, oder zwei Pflanzen, die sich wöchentlich abwechseln, sodass immer eine am hellen Fenster Kraft sammelt. Für den Wechsel eignen sich robuste Arten wie Efeutute oder Zamioculcas.
Frostempfindliche Pflanzen, also die meisten Sommerblumen und alle Zimmerpflanzen, gehen hinaus, wenn die Eisheiligen Mitte Mai vorbei sind und keine Nachtfröste mehr drohen. Robuste Kübelpflanzen wie Oleander oder Olive dürfen früher raus, solange die Nächte frostfrei bleiben. Wie du den Balkon rund um die Pflanzen einrichtest, zeigt der Überblick zu Balkon und Terrasse.
Das hängt von ihrer Herkunft ab. Mediterrane Arten wie Oleander, Zitrus und Olive überwintern hell und kühl bei etwa fünf bis zehn Grad, Pelargonien und Fuchsien nach einem Rückschnitt auch dunkel. Winterharte Pflanzen bleiben draußen, ihr Kübel wird aber eingepackt und vom kalten Boden abgehoben, weil die Wurzeln im Topf viel weniger Frost vertragen als im Beet.
Im Herbst kommen die Zwiebeln der Frühblüher in die Töpfe: Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Krokusse, Traubenhyazinthen und Wildarten wie die Schachbrettblume mit ihren karierten Glocken. Dazu passen winterharte Begleiter wie Heide, Stiefmütterchen oder Purpurglöckchen, die den Topf füllen, bis die Zwiebeln im Frühjahr austreiben.
Für Plätze mit zu wenig Tageslicht ja, zum Beispiel im Flur, im Bad ohne Fenster oder für Kräuter im Winter. Wähl eine LED-Leuchte, die ausdrücklich für Pflanzen gedacht ist, häng sie im Abstand auf, den die Anleitung nennt, und schalte sie über eine Zeitschaltuhr. Eine gewöhnliche Wohnraumleuchte reicht nicht, weil sie für das Auge hell ist, auf den Blättern aber zu wenig Licht ankommt.
Ein weißer, flaumiger Belag entsteht, wenn die Erde dauerhaft nass ist und wenig Luft an die Oberfläche kommt. Nimm die oberste Schicht ab, ersetz sie durch frische Erde, gieß seltener und stell den Topf luftiger. Ist der Belag dagegen krustig und hart, handelt es sich meist um Kalk aus dem Gießwasser, und der ist harmlos.