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Einrichtungsstile im Überblick: Welcher Wohnstil passt zu dir?

Fast jeder Einrichtungsstil gehört zu einer von sechs Familien: nordisch und reduziert, Landhaus, Boho und Global, Süden und Küste, Stile aus einem Jahrzehnt oder Industrial. Welcher zu dir passt, zeigt dir das, was du schon besitzt und gern anfasst, verlässlicher als jeder Test. Entscheide vom Dauerhaften zum Wechselnden: erst Boden und große Möbel, dann Wandfarbe und Stoffe, zuletzt die Deko.

Wohnzimmer mit sandfarbenem Sofa, Sideboard aus Teak und hellem Eichenboden, skandinavisch mit Mid-Century-Möbeln
Skandinavisch und Mid Century teilen das warme Holz, darum lassen sie sich ohne Bruch mischen.

Welche Einrichtungsstile es gibt und wie sie zusammenhängen

Skandinavisch, Japandi, Boho, Mid Century, Landhaus, Industrial: Die Namen klingen nach vielen getrennten Welten, doch die meisten Wohnstile sind eng miteinander verwandt. Sie teilen Materialien, Farben und eine Antwort auf die Frage, wie viel im Raum stehen darf. So ist Japandi der Schnittpunkt von japanischem und skandinavischem Wohnen und Cottagecore eine verspielte Form des Landhausstils.

Meist steht eine von drei Fragen am Anfang. Du suchst den Namen für die Räume auf deinen gesammelten Bildern, du willst wissen, welcher Wohnstil zu dir und deiner Wohnung passt, oder du willst einen Stil mit den Möbeln umsetzen, die schon da sind. Die Tabelle gibt eine Übersicht nach Familien, mit den englischen Begriffen, unter denen du auf Bilderplattformen die meisten Treffer findest.

Genormt ist keiner dieser Namen. Möbelhandel, Innenarchitektur und Magazine benutzen die Stile der Inneneinrichtung unterschiedlich, und dieselbe Wohnungseinrichtung heißt im einen Katalog Modern Country, im nächsten Landhaus modern. Verlass dich deshalb mehr auf Materialien und Formen als auf das Etikett.

Genauso wichtig ist der Unterschied zwischen Stil und Trend. Ein Stil trägt über Jahrzehnte, ein Trend ist die Farbe oder Form, die gerade überall auftaucht und nach ein paar Jahren wieder seltener wird; was das im Moment ist, sammelt der Bereich Wohntrends.

StilfamilieDazu gehörenWoran du sie erkennstEnglische Begriffe für die Bildersuche
Nordisch und reduziertSkandinavisch, Hygge, Japandi, japanischer Stil, Purismus, Minimalismushelle Wände, Holz mit sichtbarer Maserung, wenig Muster, viel freie FlächeScandi Interior, Nordic Style, Japanese Interior, Minimalist Interior
LandhausLandhausstil, französischer und englischer Landhausstil, Country, Cottagecore, ChaletHolz mit Gebrauchsspuren, Leinen, Karos und Blumen, Geschirr auf offenen RegalenCountry Style, Modern Country Style, Farmhouse, Cottagecore
Boho und GlobalBoho, Ethno, orientalischer Stil, KolonialstilRattan, Webteppiche, viele Pflanzen, Muster aus HandwerkstraditionenBoho Interior, Bohemian Style, Boho Inspo, Global Style
Süden und Küstemediterran, italienisch, maritimKalkputz, Terrakotta, Blau und Weiß, Leinen, verwittertes HolzMediterranean Style, Coastal Interior, Beach House
Aus einem JahrzehntArt déco, Mid Century, 60er, 70er, RetroFormen ihrer Zeit: Messing und Fächermuster, schräge Holzbeine, runder Kunststoff, Braun und OrangeArt Deco, Mid Century Interior, Midcentury Furniture, Retro Style
IndustrialIndustrial, Industrial Chic, LoftstilMetall, Backstein, Beton, sichtbare Leitungen, LederIndustrial Decor, Industrial Chic, Loft Style
Looks aus sozialen NetzwerkenAesthetic, Cottagecore, Dark Academiaeine enge Farbpalette, Poster, Lichterketten, viel Stimmung auf wenig FlächeAesthetic Room, Room Inspo

Den eigenen Stil finden: drei Fragen statt eines Tests

Ein Einrichtungsstil-Test im Netz ordnet dich nach den Bildern, die du anklickst. Das zeigt, was dir auf Fotos gefällt, aber nicht, womit du leben willst: Auf dem Bildschirm wirkt ein leerer, weißer Raum ruhig, im Alltag fehlt dort vielleicht der Platz für Bücher, Strickzeug und Werkzeug. Verlässlicher sind drei Fragen an das, was du schon hast.

  • Welche Materialien fasst du gern an? Leinen, geöltes Holz und Wolle führen zu nordischen und ländlichen Stilen, Samt, Messing und Glanz eher zu Art déco oder Mid Century.
  • Wie viel soll sichtbar sein? Manche brauchen ihre Sachen im Blick, andere werden erst bei geschlossenen Fronten ruhig. Dieser Unterschied trennt Boho von Purismus schärfer als jede Farbe.
  • Was gibt die Wohnung vor? Ein Altbau mit Dielen und über drei Metern Raumhöhe trägt schwere Möbel und dunkle Farben, ein Neubau mit rund 2,50 Metern eher helle, niedrige Stücke.

Ein erster Schritt ohne Kauf: Leg über einige Wochen einen Ordner mit Bildern an, statt an einem Abend fünfzig zu speichern. Sieh dir danach nur an, was sich wiederholt, etwa derselbe Holzton, dieselben zwei Farben oder dieselbe Menge an Dingen. Das ist dein Stil, auch wenn er noch keinen Namen hat, und die Tabelle hilft, ihn einer Familie zuzuordnen.

Was dir gefälltStile, die dazu passenWorauf du achten musst
Helles Holz, Leinen, wenig MusterSkandinavisch, JapandiOhne Stoffe und warmes Licht wirkt es schnell kahl.
Gesammelte Dinge, Pflanzen, MusterBoho, EthnoBraucht geschlossenen Stauraum, sonst kippt die Fülle in Unordnung.
Freie Flächen, geschlossene SchränkePurismus, MinimalismusJeder Gegenstand braucht einen festen Platz hinter einer Tür.
Geerbte Möbel, Holz mit PatinaLandhaus, französischer Landhausstil, HeritageDunkles Holz braucht helle Wände und Licht von mehreren Seiten.
Metall, Backstein, LederIndustrial, Industrial ChicHarte Flächen hallen, Teppich und Vorhänge gleichen das aus.
Formen der 50er bis 70er Jahre, TeakMid Century, RetroEin, zwei echte Stücke wirken stärker als ein nachgekauftes Komplettzimmer.
Samt, Messing, kräftige FarbenArt déco, 70er JahreGlanz zeigt Staub und Fingerabdrücke, die Flächen brauchen Pflege.
Kalkweiß, Terrakotta, Blaumediterran, maritimIn Zimmern nach Norden wirken diese Farben kühler als im Urlaub.

Womit du anfängst: die Reihenfolge der Entscheidungen

Die häufigste Frage beim Einrichten ist nicht, welcher Stil gefällt, sondern womit man anfängt. Die Antwort folgt einer einfachen Logik: Zuerst entscheidest du, was am längsten bleibt und sich am schwersten ändern lässt, zuletzt, was du jede Saison tauschen kannst. In einer Mietwohnung stehen am Anfang also Boden, Türen, Fenster und Küche, die du übernimmst, danach die großen Möbel, die du schon besitzt.

Diese festen Teile geben die Richtung vor, ob du willst oder nicht. Ein rötliches Parkett zieht jeden Raum ins Warme, und viel kühles Grau wirkt daneben fremd; ein graues Laminat dagegen passt zu Industrial, Japandi und skandinavischem Wohnen fast von selbst. Die Tabelle zeigt, welche Stile mit typischen Ausgangslagen leicht gehen.

Danach folgen das Sofa und die großen Schränke, dann die Wandfarbe, dann Stoffe und Licht, zuletzt die Deko. Die Wandfarbe kommt nach den Möbeln, weil es Tausende Farbtöne gibt, aber nur wenige Sofas, die in Maß und Budget passen; welche Töne zu welchem Boden und Holz passen, ordnet der Bereich Farben fürs Zuhause. Die Deko kommt zum Schluss, weil sie am wenigsten kostet und sich am leichtesten wieder ändern lässt.

Was schon da istStile, die damit leicht gehenWorauf du achten musst
Helles Eichenparkett oder Dielen in NaturSkandinavisch, Japandi, Landhaus, Mid CenturyMöbel im exakt gleichen Holzton verschwinden auf dem Boden, etwas heller oder dunkler wählen.
Rötliches oder orangestichiges HolzLandhaus, Mid Century, 70er Jahre, KolonialstilKühles Grau und Blau an der Wand lassen das Orange stärker leuchten, warmes Weiß, Sand und Ocker nehmen den Kontrast heraus.
Graues Laminat oder graue FliesenIndustrial, Skandinavisch, Japandi, PurismusOhne Holz und Textilien wirkt der Raum kühl, ein Teppich in warmem Ton gleicht das aus.
Fliesen in Terrakottamediterran, Boho, LandhausIm Winter kalt unter den Füßen, Wollteppiche helfen.
Altbau mit Stuck und hohen DeckenArt déco, englischer und französischer Landhausstil, Mid CenturyHohe Räume vertragen dunkle Wände und große Möbel, vor Stuck wirken schlichte Möbel oft stärker als Antiquitäten.
Neubau mit niedriger DeckeSkandinavisch, Japandi, Purismus, Mid CenturyNiedrige Möbel lassen mehr Wand frei, dadurch wirkt der Raum höher.
Große dunkle Holzmöbel aus der FamilieLandhaus, Heritage, englischer Stil, KolonialstilHelle Wände und Licht aus mehreren Quellen verhindern, dass die Möbel den Raum beherrschen.

Aesthetic Zimmer: Bilder, Poster und eine enge Farbpalette

„Aesthetic“ ist kein Einrichtungsstil im klassischen Sinn, sondern ein Wort aus den sozialen Netzwerken für Zimmer mit einer klar erkennbaren Stimmung. Gemeint sind meist Jugend-, WG- oder Studentenzimmer, in denen auf wenig Fläche alles zusammenpasst: Bettwäsche, Poster, Licht und ein paar Pflanzen in denselben zwei, drei Tönen. Wie du so ein Zimmer von Grund auf einrichtest, erklärt der Ratgeber fürs Aesthetic Zimmer.

Am meisten tragen die Bilder an der Wand zur Stimmung bei. Ob Poster, Fotoabzüge oder Postkarten: Bilder fürs Zimmer wirken als Gruppe, wenn sie Farben aus dem Raum wiederholen, etwa das Rostrot der Decke oder das Salbeigrün der Vorhänge. Rahmen in einer einzigen Ausführung, alle schwarz, alle Eiche oder alle weiß, halten auch Motive zusammen, die sonst nichts verbindet.

Für die Höhe gibt es eine bewährte Gewohnheit: Die Mitte der ganzen Gruppe liegt bei etwa 145 bis 160 Zentimetern, ungefähr auf Augenhöhe im Stehen. Über Bett oder Schreibtisch kommt eine zweite dazu, 20 bis 30 Zentimeter Luft zwischen Möbelkante und unterstem Rahmen, damit die Gruppe sichtbar zum Möbelstück gehört. Zwischen den Rahmen genügen 5 bis 8 Zentimeter, mit größeren Lücken zerfällt die Gruppe in Einzelbilder.

In der Mietwohnung sind ein paar Dübellöcher in der Regel kein Problem, in Fliesen bohrst du besser nur in die Fugen. Eine Bilderleiste braucht zwei oder drei Löcher, danach tauschst du Bilder, ohne neu zu bohren; ablösbare Klebestreifen halten leichte Rahmen ganz ohne Loch, können auf Raufaser aber etwas Tapete mitnehmen. Mehr Ideen für Wände und Rahmen sammelt der Bereich Deko und Wände.

Viele Aesthetics haben eigene Namen. Dark Academia steht für dunkles Holz, Bücherstapel und tiefes Grün, Cottagecore für Blumenmuster, Häkeldecken und Trockenblumen, also für das Landleben, wie es auf Fotos aussieht.

Wand 320 × 250 cm mit Bett 160 und drei Bildern auf einer Mittellinie
NachttischBett 160 mit KopfteilNachttisch4Poster 50 ×70625 cm über dem KopfteilBildmitte auf 150 cm250 cm

Alle drei Rahmen teilen dieselbe Mitte auf 150 cm, das Poster beginnt 25 cm über dem Kopfteil, und zwischen den Rahmen bleiben je 6 cm.

  • 1. Nachttisch: 45 × 50 cm
  • 2. Bett 160 mit Kopfteil
  • 3. Nachttisch: 45 × 50 cm
  • 4. Rahmen 30 × 40
  • 5. Poster 50 × 70
  • 6. Rahmen 30 × 40
  • 25 cm über dem Kopfteil
  • Bildmitte auf 150 cm

Skandinavisch, Japandi, Purismus: die ruhigen Stile im Vergleich

Diese Stile werden gern verwechselt, weil sie auf Fotos ähnlich aussehen: helle Flächen, Holz, wenig Muster. Der Unterschied liegt in der Menge und im Material, und die Tabelle stellt sie nebeneinander. Hygge gehört in diese Familie, beschreibt aber eher eine Art zu wohnen als einen Stil.

Skandinavisch: hell, weil das Licht knapp ist

Der nordische Stil stammt aus Ländern mit langen, dunklen Wintern. Helle, matte Wände werfen das wenige Tageslicht tief in den Raum, helles Holz und Wolle nehmen ihm die Kälte. Wer skandinavisch einrichten will, plant deshalb Licht und helle Flächen genauso sorgfältig wie die Möbel; konkrete Möbel und Farbkombinationen für den Scandi-Look sammelt die Seite zum Scandinavian Style.

In einem deutschen Zimmer nach Norden geht das nicht eins zu eins auf. Reines Weiß wirft dort vor allem kühles, diffuses Himmelslicht zurück und sieht grau aus. Ein Weiß mit einem Hauch Gelb oder Ocker, dazu Lampen mit 2700 Kelvin, hält den Raum hell, ohne ihn kalt zu machen.

Japanisch und Japandi: nah am Boden

Japanisches Wohnen spielt sich traditionell nah am Boden ab: Matten, Sitzkissen, ein niedriger Tisch, Schiebetüren aus Holz und Papier, die das Licht weich filtern. Niedrige Betten im fernöstlichen Stil lassen über sich mehr Wand frei, der Raum wirkt dadurch höher. Für Knie und Rücken gilt aber: Am leichtesten steht man aus der Höhe eines Stuhls auf, also um 45 Zentimeter, und ein Bett auf 20 Zentimetern verlangt deutlich mehr Kraft.

Die Grundzüge erklärt der Ratgeber zur japanischen Einrichtung; wer nur kleine Akzente setzen will, fängt mit Deko im japanischen Stil an, mit Keramik, Bambus oder einer Papierleuchte. Japandi verbindet diese Ruhe mit skandinavischer Wohnlichkeit: helles und dunkles Holz nebeneinander, Leinen, Keramik mit kleinen Unregelmäßigkeiten, Farben zwischen Sand, Ton und Olivgrün. Welche Möbel dazu passen, steht im Beitrag zu Japandi-Möbeln.

Purismus und Minimalismus

Purismus lässt weg, was keine Aufgabe hat: Verzierungen, Muster, überzählige Materialien. Übrig bleiben klare Formen und wenige Werkstoffe, die zeigen dürfen, was sie sind, etwa Beton, Glas, Stahl und glattes Holz; was das für Möbel und Räume heißt, beschreibt der Ratgeber zum Purismus.

Minimalismus gilt vielen als dasselbe, meint aber vor allem die Menge: wenige Dinge, gleich in welchem Stil. Beides funktioniert nur mit genug geschlossenem Stauraum, denn der Alltag verschwindet nicht, er braucht einen Platz hinter einer Tür. Eine minimalistische Wohnung wirkt erst bewohnt, wenn das Wenige, das sichtbar bleibt, aus Stoff, Holz und warmem Licht besteht statt aus glatten Flächen allein.

StilFarben und MaterialienWie viel herumstehtWoran es oft scheitert
Skandinavischgebrochenes Weiß, helles Grau, Birke, Esche, helle Eiche, Wolle, Leinenwenig, aber Bücher, Decken und Pflanzen dürfen sichtbar seinzu viel kühles Weiß in Räumen mit wenig Tageslicht
Hyggewarme Töne, Holz, Wolle, Kerzen und viele kleine Lampenso viel, wie zum Bleiben einlädt: Decken, Bücher, TassenKerzen statt richtigem Leselicht
JapanischNaturtöne, helles Holz, Papier, Lehm, Steinsehr wenig, vieles verschwindet hinter SchiebetürenMöbel, die für Knie und Rücken zu niedrig sind
JapandiSand, Ton, Olivgrün, helles und dunkles Holz im Kontrast, Keramik, Leinenwenig, mit einzelnen handgemachten Stückennur helles Holz ohne dunklen Gegenpol
PurismusWeiß, Grau, Schwarz, Beton, Glas, Stahl, glattes Holzfast nichts, alles hat einen festen Platzzu wenig Stauraum, dann liegt der Alltag doch herum
Minimalismusoffen, oft hell und neutralnur, was gebraucht oder geliebt wirdkahle Räume, die hallen, weil Stoffe fehlen

Landhausstil: französisch, englisch, Country und Chalet

Landhaus ist die größte Stilfamilie, mit den meisten Untervarianten. Gemeinsam ist allen das Gebrauchte: Holz mit Kanten, an denen man die Jahre sieht, Stoffe, die in die Waschmaschine dürfen, Geschirr auf offenen Regalen. Die Grundlagen der Landhaus-Einrichtung stehen im Beitrag zum Landhausstil.

Französische Möbel und Wohnaccessoires

Französische Möbel erkennst du an geschwungenen Beinen, an Schnitzereien an Kopfteilen und Schranktüren und an Oberflächen, die gekalkt, bemalt oder an den Kanten abgegriffen sind. Typisch sind Stühle mit Rohrgeflecht, Kommoden mit Marmorplatte und große Spiegel mit verziertem Rahmen. Französische Vintage-Möbel vom Flohmarkt bringen die Patina mit, die neue Stücke erst nachahmen müssen.

Wer den Look selbst macht, streicht mit sehr matter Kreidefarbe und schleift sie an Kanten und Griffen wieder an, also dort, wo Hände ein Möbelstück über Jahre berühren. Darunter kommt das Holz hervor, und das Stück sieht aus, als wäre es lange benutzt worden. Den französischen Einrichtungsstil tragen auch kleine Dinge, etwa Wohnaccessoires aus Leinen, Emaille und Zink; wie alles zusammenspielt, erklärt der Ratgeber zum französischen Landhausstil.

Englisch: dunkler, gemusterter, mit Leseecke

Der englische Landhausstil ist dunkler und gemusterter als der französische: Blumentapeten, Karos, Ohrensessel, ein Chesterfield-Sofa mit gestepptem Leder. Ein moderner englischer Landhausstil nimmt davon eine Sache groß, etwa eine Wand mit Blumentapete oder ein Regal in Dunkelgrün, und hält den Rest ruhig. Beispiele für diese Balance findest du beim englischen Einrichtungsstil.

Zu diesem Stil passt eine Leseecke wie zu kaum einem anderen: Sessel, Stehleuchte, Bücher bis unter die Decke. Wer dafür einen ganzen Raum hat, findet Ideen unter Lesezimmer einrichten. Verwandt ist der Heritage Style mit Erbstücken, dunklem Holz und klassischen Mustern wie Fischgrät und Karo.

Country, Modern Country und Chalet

Mit Country Style ist in der Regel die amerikanische Spielart des Landhauses gemeint: weiß gestrichene Holzwände, große Esstische aus massivem Holz, Körbe und Leinen. Modern Country behält das grobe Holz und kombiniert es mit klaren Formen und Schwarz an Leuchten, Griffen und Rahmen; beide Spielarten stellt der Ratgeber zum Country Style vor.

Die alpine Variante ist das Chalet mit Altholz an Wänden und Decke, Loden, grober Wolle und Karos in Rot und Grün. In einer Stadtwohnung genügt eine Wand mit Holz oder ein Sideboard aus Altholz, damit sie nicht zur Berghütte wird; Ideen dafür sammelt der Ratgeber zur Chalet-Einrichtung.

VarianteFarben und OberflächenStoffe und MusterSo wirkt es heute
Klassischer LandhausstilWeiß, Creme, Salbeigrün; Kiefer und Eiche, lackiert oder geöltKaro, kleine Blumen, Leinenhelle Wände, wenige Holzmöbel, Karo nur auf Kissen
Französischer LandhausstilKreideweiß, Greige, Lavendel; gekalktes oder bemaltes Holz mit PatinaLeinen, Toile de Jouy mit Szenen in einer Farbeeine alte Kommode oder ein Schrank als einziges Stück mit Schnitzerei
Englischer LandhausstilDunkelgrün, Bordeaux, Ocker; dunkles Holz, MessingBlumenmuster, Karo, Samt, Ledereine Wand mit Blumentapete, der Rest ruhig
Country und Modern CountryNaturtöne, Weiß, Schwarz als Akzent; massives, grobes HolzLeinen, grobe Baumwolle, Fischgrätklare Formen aus Massivholz, Leuchten aus schwarzem Metall
CottagecorePastell, Creme, Altrosa, SalbeiBlumen, Häkelarbeiten, SpitzeTrockenblumen und ein Blumenstoff, nicht zehn
ChaletHonigtöne, Grau, Rot; viel Holz, SteinWolle, Loden, KaroHolz an einer Wand statt im ganzen Raum

Boho, Ethno, orientalisch: Muster aus vielen Kulturen

Der Boho Look lebt von Schichten: ein Juteteppich unter einem kleineren Webteppich, Rattan neben Holz, Makramee, viele Pflanzen und Kissen in Terrakotta, Ocker und Creme. Der Name kommt von Bohème, dem Künstlermilieu, das unkonventionell und mit wenig Geld lebte, mit Gefundenem statt mit passenden Garnituren. Ideen für Boho Interior vom Wohn- bis zum Schlafzimmer findest du beim Bohemian Style.

Damit viele Muster nicht unruhig wirken, brauchen sie etwas Gemeinsames. Am zuverlässigsten ist eine gemeinsame Farbfamilie, etwa nur Erdtöne; dazu kommt eine Gewohnheit aus der Einrichtungspraxis, Muster in drei Größen zu mischen, ein großes, ein mittleres und ein kleines. Gleich große Muster konkurrieren um den Blick, verschiedene Größen ordnen sich von selbst.

Der Ethno-Stil geht näher an die Handwerkstraditionen selbst heran: Kelims, also flach gewebte Teppiche, Mudcloth aus Westafrika, Ikat-Stoffe, Körbe aus Seegras. Respektvoll ist es, Dinge mit nachvollziehbarer Herkunft zu kaufen und religiöse oder rituelle Gegenstände nicht als Dekoration zu verwenden. Wie ein ganzes Ethno-Wohnzimmer aussehen kann, beschreibt der Artikel zum Ethno Style.

Orientalisch wird es mit tieferen Farben und mehr Glanz: Rot, Safran, Türkis und Indigo, Laternen aus Messing mit Lochmuster, die Lichtpunkte an die Wand werfen, niedrige Sitzpolster und glasierte Fliesen. Arabische, persische und marokkanische Einflüsse mischen sich in diesem Stil, obwohl jede eine eigene Tradition hat. Eine orientalische Einrichtung in einer deutschen Mietwohnung nimmt davon am besten Textilien und Licht und lässt die Wände hell.

Der Kolonialstil verbindet dunkles Tropenholz mit Rattan, Leinen und Reisetruhen. Sein Name erinnert an die Kolonialzeit, aus der die Formen stammen, und wird deshalb nicht mehr von allen gern benutzt. Wer den Kolonialstil mag, kombiniert das dunkle Holz am besten mit hellen Wänden und viel Leinen; bei Tropenholz lohnt die Frage nach der Herkunft, gebrauchte Möbel sind oft die einfachere Wahl.

Mid Century, Art déco und die Stile aus einem Jahrzehnt

Diese Stile tragen ihre Zeit im Namen, das macht sie leicht zu erkennen und schwer zu dosieren. Ein Raum, in dem jedes Stück aus demselben Jahrzehnt stammt, wirkt wie eine Filmkulisse. Ein, zwei echte Stücke in ruhiger Umgebung zeigen ihre Form dagegen am besten.

Mid Century Modern verträgt sich mit vielen anderen Stilen, weil seine Möbel schlicht, eher niedrig und aus warmem Holz sind. Ein Sideboard aus Teak steht in einer skandinavischen Wohnung so gut wie neben einem Regal aus Metall. Für ein Mid Century Interior reichen darum oft drei Stücke, etwa dieses Sideboard, ein Sessel und eine Leuchte; mehr über Formen und Hölzer von Mid-Century Modern steht im eigenen Ratgeber.

Die Jahrzehnte danach sind lauter. Die Sechziger brachten Kunststoff, runde Formen und Pop-Farben, und der Einrichtungsstil der 60er Jahre wirkt heute am besten in kleinen Mengen, als Leuchte oder Beistelltisch. Die Siebziger stehen für Braun, Orange, Kord und Sofalandschaften, die sich heute mit einem einzigen Sessel in Senfgelb zitieren lassen; mehr dazu im Ratgeber zum 70er-Jahre-Einrichtungsstil.

Art déco ist älter und glamouröser: Messing, Samt, Spiegel und geometrische Muster aus den Zwanziger- und Dreißigerjahren. Der Stil verträgt dunkle Wände, braucht aber Glanz an einigen Stellen, sonst wirkt er schwer. Für den Art-déco-Stil genügt dafür ein Spiegel mit Messingrahmen oder eine Leuchte aus geriffeltem Glas.

Retro und Vintage gehen im Sprachgebrauch durcheinander. Retro ist neu gebaut und zitiert eine frühere Form, Vintage ist tatsächlich alt, und als antik gilt im Handel meist erst, was rund hundert Jahre alt ist. Wie sich Retro-Stücke mit heutigen Möbeln verbinden lassen, erklärt der Ratgeber zum Retro-Stil.

StilZeitFormenFarben und Materialien
Art déco1920er und 1930er JahreGeometrie, Fächer, Zickzack, gestufte KonturenSchwarz, Gold, Smaragdgrün, Nachtblau; Messing, Samt, Lack, Spiegelglas, Marmor
Mid Century Modernetwa Mitte der 1940er bis Ende der 1960er Jahreschräg gestellte, schlanke Holzbeine, organische Rundungen, niedrige SideboardsTeak und Nussbaum; Senfgelb, Petrol, Olivgrün, Orange
60er Jahre1960er Jahrerunde Formen, Kunststoff, Leuchten im Stil der Raumfahrt, Op-Art-MusterOrange, Pink, Gelb, Weiß; glänzender Kunststoff, Chrom
70er Jahre1970er Jahreniedrige Sofalandschaften, Schrankwände, Rattan, HochflorteppicheBraun, Orange, Senf, Olivgrün; Kord, Samt, Rauchglas
Retrojede Epoche, neu hergestelltFormen einer früheren Zeit, oft vereinfachtje nach Vorbild; neue Materialien in alter Gestalt

Industrial Chic: Metall, Backstein und warme Gegenstücke

Der Industriestil, meist einfach Industrial genannt, stammt aus umgebauten Fabriketagen, in denen Stahlträger, Backstein und offene Rohre stehen blieben. Industrial Chic nimmt diese rohe Grundlage und macht sie wohnlich, mit Leder, Holz mit grober Maserung, Wollteppichen und viel warmem Licht. Für Deko im Industrial Style eignen sich Dinge, die nach Werkstatt aussehen: Metallregale, Leuchten aus dem Industriedesign, alte Holzkisten.

Die harten Materialien sind zugleich das Problem des Stils. Metall, Beton, Glas und nackte Wände werfen Schall zurück, darum hallt ein Industrial-Wohnzimmer schneller als andere. Ein großer Teppich, Vorhänge aus schwerem Stoff und ein Sofa mit dicken Polstern schlucken genug, damit Gespräche nicht nachklingen.

Fabriklofts haben oft drei Meter Deckenhöhe und mehr, dazu große Fenster. In einer Wohnung mit 2,50 Metern wirken schwarze Stahlregale und dunkle Wände schnell erdrückend; Metall in dünnen Profilen, etwa an Stuhlbeinen und Bilderrahmen, und helle Wände halten den Raum offen. Eine Backsteinwand aus aufgeklebten Klinkerriemchen lässt sich kaum rückstandslos entfernen, in der Mietwohnung brauchst du dafür die Zustimmung des Vermieters.

Licht entscheidet, ob der Stil kalt oder wohnlich wirkt: Glühfadenlampen mit sehr warmem Licht, oft deutlich unter 2700 Kelvin, Pendelleuchten aus Metall über dem Tisch, eine Stehleuchte mit Gelenkarm. Wie sich solche Leuchten mit dem übrigen Licht im Raum verbinden, erklärt der Bereich Licht und Lampen.

Im Keller oder beim Einrichten eines Hobbyraums passt der Stil fast von selbst, weil Rohre, Beton und offene Regale ohnehin da sind. Auch viele Ideen, die unter dem Stichwort Deko für Männer laufen, kommen aus dieser Ecke: Metall, Leder, dunkles Holz.

Mediterran, italienisch, maritim: Stile aus dem Süden und von der Küste

Ein mediterraner Wohnstil kommt aus Gegenden, in denen das Haus vor allem vor Hitze schützen muss: dicke Wände mit Kalkputz, kleine Fenster, kühle Böden aus Terrakotta. In Deutschland funktionieren die Materialien, aber das Licht ist ein anderes. Kalkweiß, das im Süden blendend hell wirkt, sieht unter grauem Himmel stumpf aus, ein Weiß mit etwas Sand oder Ocker darin bleibt wärmer.

Mediterrane Einrichtungsideen, die auch hier tragen: Leinenvorhänge, die das Licht filtern, Keramik und Olivenholz, Stühle mit Binsengeflecht, ein Olivenbaum oder Rosmarin am hellsten Fenster. Kalkfarbe ist diffusionsoffen und durch ihren hohen pH-Wert schimmelhemmend, haftet ohne passende Grundierung aber schlecht auf Dispersionsfarbe, wie sie in den meisten Mietwohnungen an der Wand ist. Für eine mediterrane Einrichtung in der Mietwohnung reicht es deshalb, die Wand weiß zu lassen und den Süden über Stoffe, Keramik und Holz hereinzuholen.

Die italienische Variante ist städtischer: Terrazzo, Marmor und Travertin, geschwungene Sofas, Designleuchten. Eine italienische Einrichtung mischt dabei Epochen ohne Scheu, ein alter Spiegel mit Goldrahmen hängt dort selbstverständlich über einem modernen Sofa.

Maritim einrichten heißt mehr als Blau und Weiß. Typische maritime Farben sind Marineblau, Weiß, Sand und ein helles Graublau mit einem Akzent in Signalrot; Streifen, Tauwerk, Leinen und grau verwittertes Holz bringen maritimes Flair, auch in ein Wohnzimmer ohne Seeblick. Wenige Motive und viel Material lassen einen Raum nach Haus am Meer aussehen statt nach Souvenirladen.

Heller und ruhiger ist der Strandhaus-Look, auf Englisch Beach House: Weiß, Sand, verblichenes Blau, Rattan und kaum Motive. Er liegt nah am skandinavischen Stil und lässt sich gut mit ihm mischen.

Stile im Wohnzimmer: was Sofa, Teppich und Licht entscheiden

Im Wohnzimmer entscheidet sich der Stil an drei Stellen: am Sofa, weil es die größte Fläche ist, am Teppich, der den Bereich zusammenhält, und am Licht. Das Sofa wechselst du selten, also gibt es die Richtung vor. Ein graues Sofa mit schlichten Armlehnen trägt fast jeden Wohnzimmerstil, ein Chesterfield oder ein Rattansofa legen dich dagegen fest.

Willst du den Stil ändern, ohne das Sofa zu ersetzen, fang beim Teppich an: Ein Teppich mit 160 mal 230 Zentimetern bedeckt mehr Boden, als ein Dreisitzer Grundfläche hat, und verändert den Raum entsprechend stark. Danach kommen Kissen, ein Überwurf in einer neuen Farbe und die Leuchten; die Tabelle zeigt, was zu welchem Stil gehört.

Für einen Hygge-Wohnstil im Wohnzimmer braucht es kein neues Möbelstück. Deckenlicht am Abend aus, drei oder vier kleine Lichtquellen mit warmem Licht auf verschiedenen Höhen an, eine Wolldecke über der Sofalehne, ein Stapel Bücher in Griffweite. Das dänische Wort Hygge beschreibt genau dieses Gefühl, keinen Look zum Kaufen; Einrichtungsideen dazu sammelt der Beitrag zur Hygge-Deko.

StilSofaTeppichLicht
SkandinavischWebstoff in Hellgrau oder Sand, HolzfüßeWolle in Naturweiß, flach gewebtSchirme aus Stoff oder Papier, 2700 Kelvin
Hyggetief, mit weichen Kissen und Deckendicker Wollteppichmehrere kleine Lampen, Kerzen, abends kein Deckenlicht
Japandiniedrig, Leinenbezug in Sand oder TonJute oder Wolle mit grober StrukturPapierleuchten, gedimmt
BohoRattangestell oder Polster mit vielen Kissenmehrere Teppiche übereinanderLeuchten aus Rattan, Lichterketten
IndustrialLeder in Cognac oder dunklem GrauTeppich mit verwaschenem Vintage-MusterPendelleuchten aus Metall, Glühfadenlampen
Mid Centuryauf schrägen Holzbeinen, Bezug in Senf oder Petrolgeometrisches MusterBogenleuchte, Messing
Landhauswaschbare Husse aus LeinenFlachgewebe mit StreifenTischleuchten mit Stoffschirm
Maritimabziehbarer Bezug in Weiß oder MarineblauStreifen in Blau und WeißLeuchten aus Glas, Seil und Holz

Häufige Fehler

  1. Nach dem Namen kaufen statt nach dem Material

    Begriffe wie Modern Country oder Japandi bedeuten in jedem Shop etwas anderes. Wer nach Etiketten kauft, landet bei Stücken, die nicht zusammenpassen; wer nach Holzton, Stoff und Oberfläche auswählt, bekommt einen stimmigen Raum, auch ohne Namen.

  2. Alle Möbel im selben Holzton

    Haben Boden, Tisch, Regal und Stühle exakt denselben Ton, verschwimmen die Möbel mit dem Boden und untereinander. Zwei oder drei verschiedene Holztöne, etwa ein heller Boden und ein dunklerer Tisch, machen die einzelnen Formen wieder sichtbar.

  3. Mit der Deko anfangen

    Kissen, Vasen und Bilder sind schnell gekauft und machen einen Stil sofort sichtbar. Ohne eine Grundlage aus Licht, Stoffen und großen Flächen bleiben sie aber Einzelstücke, und der Raum wirkt voller statt stimmiger.

  4. Trend und Stil verwechseln

    Eine Farbe, die gerade überall ist, kann in wenigen Jahren alt aussehen. Bau den Raum auf einem Stil auf und hol Trends über Dinge dazu, die sich leicht tauschen lassen, etwa Kissen, Vasen und Kerzen.

  5. Dunkle Wände mit nur einer Deckenleuchte

    Englischer Landhausstil, Art déco und Industrial vertragen dunkle Wände, aber nur mit Licht aus mehreren Quellen. Mit einer einzigen Deckenleuchte verschwinden die Ecken ganz, und der Raum wirkt düster statt geborgen.

  6. Zu viele Motive auf einmal

    Anker, Leuchtturm, Möwe und Rettungsring auf einem Regal machen aus einem maritimen Wohnzimmer einen Souvenirladen. Ein Stil entsteht aus Farben und Materialien, ein einzelnes Motiv darf dazukommen.

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Häufige Fragen zu diesem Thema

Welche Einrichtungsstile gibt es?

Die bekanntesten lassen sich in sechs Familien ordnen: nordisch und reduziert mit Skandinavisch, Hygge, Japandi und Purismus, Landhaus in französischer, englischer und amerikanischer Form, Boho und Global mit Ethno, orientalischem Stil und Kolonialstil, Süden und Küste mit mediterran, italienisch und maritim, Stile aus einem Jahrzehnt wie Art déco, Mid Century und 70er und schließlich Industrial. Dazu kommen Looks aus den sozialen Netzwerken wie Aesthetic oder Cottagecore.

Welcher Einrichtungsstil passt zu mir?

Fotos zeigen, was dir gefällt; was zu dir passt, zeigt eher das, was du besitzt und behalten willst. Die Materialien, die du gern anfasst, die Menge an Dingen, die du sehen möchtest, und die Wohnung selbst mit Boden, Licht und Raumhöhe grenzen die Auswahl stark ein. Meist bleiben zwei oder drei verwandte Stile übrig, von denen einer die Grundlage bildet.

Was sagt meine Wohnung über mich aus?

Mehr, als ein Online-Test messen kann. Die Wohnung zeigt, was du benutzt, was du aufhebst und was du anderen zeigen willst: Offene Regale mit Büchern und Erinnerungsstücken erzählen etwas anderes als glatte, geschlossene Fronten. Ein Test, der dich anhand von Lieblingsbildern einem Stil zuordnet, ist eher Unterhaltung, die eigenen Räume sind das genauere Material.

Gibt es einen Test, mit dem ich meinen Einrichtungsstil finde?

Im Netz gibt es viele Einrichtungsstil-Tests, die nach zehn oder zwanzig Bildern einen Namen ausgeben. Als Einstieg sind sie nützlich, weil sie Begriffe liefern, nach denen du weitersuchen kannst. Genauer ist ein eigener Test: Sammle über einige Wochen Bilder, die dir gefallen, und zähl, was sich wiederholt, etwa Holzton, Farben und die Menge an Dingen im Raum.

Ist Wohnstil dasselbe wie Einrichtungsstil?

Im Alltag bedeuten beide Wörter fast dasselbe: eine erkennbare Sprache aus Formen, Farben und Materialien. Wohnstil wird manchmal weiter gefasst und schließt die Art zu wohnen ein, also Ordnung, Gewohnheiten und wie oft Besuch kommt. Hygge ist dafür ein gutes Beispiel, denn es beschreibt eher einen Wohnstil als einen Einrichtungsstil.

Was bedeutet Purismus beim Einrichten?

Die kürzeste Definition: Purismus lässt alles weg, was keine Aufgabe hat, also Ornamente, Muster und überflüssige Materialien. Übrig bleiben klare Formen und wenige, unverkleidete Werkstoffe wie Beton, Stahl, Glas und glattes Holz. Das Wort wird auch außerhalb der Wohnung benutzt, ein puristischer Kleidungsstil beschränkt sich ebenso auf wenige Schnitte und Farben.

Was bedeutet Hygge?

Hygge ist ein dänisches Wort für Behaglichkeit und Geborgenheit, gern in kleiner Runde. In der Einrichtung übersetzt es sich in warmes, niedriges Licht aus mehreren Quellen, in Holz, Wolle und Kerzen und in Plätze, an denen man lange sitzen bleibt. Kerzenlicht liegt mit seiner Lichtfarbe unter 2000 Kelvin und ist damit wärmer als jede übliche Glühlampe.

Was ist Modern Century?

Gemeint ist fast immer Mid Century Modern, der Stil der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg. Typisch sind schlanke, schräg gestellte Holzbeine, Teak und Nussbaum, niedrige Sideboards und organische Rundungen. Weil er warmes Holz mit schlichter Form verbindet, lässt er sich leicht mit anderen Stilen mischen, mit skandinavischen Möbeln fast ohne Bruch.

Was macht den Boho Look aus?

Schichten aus Naturmaterialien und Mustern: Rattan, Jute, Makramee und Leinen, dazu Kissen und Teppiche in Erdtönen wie Terrakotta, Ocker und Creme und viele Pflanzen. Eine gemeinsame Farbfamilie hält die Muster zusammen, sonst wird es schnell unruhig. Typisch sind außerdem Dinge mit Geschichte, also Fundstücke vom Flohmarkt statt einer kompletten Garnitur aus einem Geschäft.

Welche Farben sind typisch maritim?

Marineblau und Weiß bilden die Grundlage, dazu kommen Sand, ein helles Graublau und als Akzent ein Signalrot. Wer es ruhiger mag, lässt das Rot weg und nimmt verblichene Töne, die aussehen, als hätten Sonne und Salz sie aufgehellt. Streifen bringen die Farben in Kissen und Teppiche, ohne dass eine ganze Wand blau werden muss.

Was ist der Unterschied zwischen Retro und Vintage?

Ein Vintage-Möbelstück ist tatsächlich alt und trägt die Spuren seiner Zeit, Retro ist neu hergestellt und ahmt eine frühere Form nach. Als antik bezeichnet der Handel in der Regel erst Stücke, die rund hundert Jahre alt sind. Im Raum wirkt ein echtes altes Stück zwischen neuen Möbeln stärker als ein komplett nachgebautes Zimmer.

Was zeichnet französische Möbel aus?

Geschwungene Beine, Schnitzereien und Oberflächen mit Patina, also gekalkt, bemalt oder an den Kanten abgegriffen. Typisch sind Kommoden mit Marmorplatte, Stühle mit Rohrgeflecht, große Schränke mit verzierten Türen und Spiegel mit Goldrahmen. Im französischen Landhausstil kommen Leinen, helle Töne wie Kreideweiß und Lavendel und Accessoires aus Emaille und Zink dazu.

Was ist Modern Country Style?

Die modernere Form des Landhausstils: Das grobe, massive Holz bleibt, die Formen werden klarer, und Schwarz kommt als Kontrast an Leuchten, Griffen und Bilderrahmen dazu. Rüschen und kleine Blumenmuster treten zurück, Leinen und Naturtöne bleiben. So passt der Stil auch in einen Neubau, in dem klassisches Landhaus leicht wie verkleidet wirkt.

Wie lässt sich ein orientalisches Schlafzimmer gestalten?

Mit tiefen Farben an den Textilien statt an allen Wänden: Bettwäsche oder Überwurf in Rot, Safran oder Indigo, ein Kelim neben dem Bett, Kissen mit Ornamenten. Eine Laterne aus Messing mit Lochmuster wirft abends Lichtpunkte an die Wand, ein Baldachin aus leichtem Stoff rahmt das Bett. Die Wände bleiben besser hell oder sandfarben, sonst wird der Raum abends sehr dunkel.

Kann man verschiedene Einrichtungsstile kombinieren?

Ja, die meisten Wohnungen tun das ohnehin, schon weil Möbel aus verschiedenen Jahren zusammenkommen. Gut gehen Paare, die ein Material oder eine Farbe teilen: Skandinavisch und Mid Century das Holz, Industrial und Landhaus das Grobe, Boho und mediterraner Stil die Erdtöne. Viele gelungene Mischungen kommen auf etwa vier Teile Grundstil und einen Teil Akzent, weil ein Raum mit zwei gleich starken Stilen keinen ruhigen Hintergrund mehr hat.

Welcher Einrichtungsstil passt zu einer kleinen Wohnung?

Stile mit wenigen, hellen und eher niedrigen Möbeln wie Skandinavisch, Japandi und Purismus lassen einen kleinen Raum größer wirken, weil mehr Wand und Boden frei bleiben. Möbel auf Beinen helfen zusätzlich, denn der sichtbare Boden darunter lässt die Fläche weiter erscheinen. Boho oder Landhaus gehen auch, brauchen dann aber viel geschlossenen Stauraum, damit die Fülle nicht den Platz frisst.

Was ist der Unterschied zwischen Industrial und Industrial Chic?

Industrial zeigt die rohen Materialien einer Fabrik: Stahl, Beton, Backstein, offene Leitungen. Industrial Chic behält diese Basis, macht sie aber mit Leder, Holz, Wollteppichen, Pflanzen und warmem Licht wohnlicher. Für eine Wohnung mit normaler Deckenhöhe ist die Chic-Variante meist die bessere Wahl, weil viel dunkles Metall dort schnell schwer wirkt.

Woran erkennt man skandinavische Möbel?

An schlichten Formen ohne Verzierung, an hellem Holz wie Birke, Esche oder Eiche und an schlanken Holzbeinen. Typische Bezüge sind Wolle oder Leinen in Grau, Sand oder gedecktem Blau. Neue Stücke in dieser Tradition findest du im dänischen Möbelhaus, gebrauchte lohnen sich ebenso, weil gut gebaute Holzmöbel lange halten.

Warum haben so viele Einrichtungsstile englische Namen?

Weil Bilder und Möbel heute über internationale Plattformen und Shops verbreitet werden, setzen sich die englischen Bezeichnungen auch im Deutschen durch. Fast immer gibt es ein deutsches Gegenstück: Scandi ist skandinavisch, Country ist Landhaus, Industrial ist der Industriestil, Coastal ist maritim. Für die Bildersuche bringt der englische Begriff trotzdem mehr Treffer.

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