Zum Inhalt springen

Praktisch wohnen, ruhig leben

Gestalten

Licht & Lampen: Beleuchtung planen, Raum für Raum

Gutes Licht zu Hause kommt aus mehreren Quellen auf verschiedenen Höhen: ein Grundlicht für den ganzen Raum, gezieltes Licht dort, wo du liest, kochst oder arbeitest, und kleine Leuchten für den Abend. In Wohnräumen passt warmweißes Licht um 2700 Kelvin, an Arbeitsflächen darf es mit 3000 bis 4000 Kelvin klarer sein. Kauf nach Lumen statt nach Watt und nimm Leuchtmittel mit einer Farbwiedergabe ab Ra 80, im Bad und in der Küche ab Ra 90. Der erste Schritt kostet nichts: Geh abends durch die Wohnung und stell die Leuchten um, die du schon hast.

Wohnzimmer am Abend mit Stehleuchte am Sessel, Tischleuchte auf dem Sideboard und angestrahlter Wand
Drei Lichtquellen unterhalb der Decke, die Deckenleuchte bleibt aus: Die Ecken bleiben dämmrig, die Wände bekommen Licht.

Licht und Lampen: wo du anfängst

Licht fällt erst auf, wenn es stört. Das Wohnzimmer sieht abends aus wie ein Wartezimmer, die Leuchte über dem Esstisch blendet, im Flur fehlt an der richtigen Stelle ein Anschluss, oder die neue LED flackert am alten Dimmer. Jede dieser Fragen hat eine eigene Antwort, und längst nicht jede braucht eine neue Lampe.

Ein Wort vorweg, weil es beim Einkaufen hilft: Fachleute nennen das ganze Gerät mit Fuß, Schirm und Kabel Leuchte und die Birne darin Lampe oder Leuchtmittel. Im Alltag heißt beides Lampe. Den Unterschied brauchst du beim Nachkaufen, denn Sockel, Helligkeit und Lichtfarbe stehen auf dem Leuchtmittel und nicht auf der Leuchte.

Die Tabelle ordnet die häufigsten Situationen und nennt für jede einen ersten Schritt, der wenig oder nichts kostet. Blendet die Leuchte über dem Tisch, findest du Höhe, Form und Anzahl bei der Lampe für den Esszimmertisch. Wartet die neue Deckenleuchte noch im Karton, weil der Auslass Fragen aufwirft, erklärt der Ratgeber Lampen anschließen, was dabei passiert und wo die Arbeit für den Fachbetrieb beginnt.

SituationWoran es meist liegtWomit du anfängst
Abends wirkt der Raum kühl und flachNur die Deckenleuchte brennt, Wände und Ecken bleiben dunkelEine Steh- oder Tischleuchte aus einem anderen Zimmer in die dunkelste Ecke stellen
Hell, aber unruhig und kaltKaltweißes Licht oder verschiedene Lichtfarben im selben RaumKelvin-Angaben auf allen Leuchtmitteln ablesen und auf eine Lichtfarbe bringen
Die Leuchte über dem Tisch blendetDas Leuchtmittel ist im Sitzen zu sehenLeuchte auf 60 bis 70 cm über der Platte absenken oder ein mattes Leuchtmittel eindrehen
Beim Lesen oder Schneiden fällt der eigene Schatten aufs BlattDas Licht kommt von hinten oder nur von obenEine Tisch- oder Klemmleuchte seitlich vor dich stellen
Kein Anschluss dort, wo Licht fehltAuslass und Steckdosen sitzen an anderen StellenSteckerleuchte mit Kabelkanal oder Akku-Leuchte ausprobieren
Die LED flackert oder summtLeuchtmittel, Dimmer oder Netzteil passen nicht zusammenAuf der Packung nach „dimmbar“ suchen und mit der Handykamera auf Flimmern prüfen
Die Wandfarbe sieht abends anders ausWarmes Lampenlicht verschiebt Farbtöne ins GelblicheDie Musterfläche abends bei eingeschalteten Leuchten anschauen, bevor du streichst

Grundlicht, Aufgabenlicht, Stimmungslicht

Fast jede Lichtplanung beruht auf einer einfachen Unterscheidung. Grundlicht macht den Raum begehbar, damit du den Schlüssel findest, die Türschwelle siehst und aufräumen kannst. Aufgabenlicht fällt gezielt auf die Stelle, an der du etwas tust, und Stimmungslicht holt eine Wand, ein Regal oder eine Ecke aus dem Dunkel.

Warum eine einzelne Deckenleuchte selten reicht, liegt am Auge. Wie hell ein Raum wirkt, liest es vor allem an den Wänden ab, eine Leuchte in der Mitte bringt ihr Licht aber zuerst auf Boden und Tisch. Dazu legt Licht, das nur von oben kommt, Schatten unter Augen und Kinn und macht jede Fläche gleich wichtig, sodass nichts im Raum zurücktritt.

Nicht jeder Raum braucht alle Ebenen gleich stark. Im Flur reicht gutes Grundlicht mit einem schwachen Licht für die Nacht, im Wohnzimmer verschiebt sich das Gewicht am Abend fast ganz zum Stimmungslicht. Im Wohnzimmer sind das Lichtleisten, Wandfluter oder eine Leuchte im Regal, die eine Wand aufhellen; Beispiele dafür sammelt der Ratgeber zur indirekten Beleuchtung im Wohnzimmer.

Prüf deine Räume einmal mit diesem Raster und schreib für jedes Zimmer auf, welche Leuchte welche Ebene übernimmt. Wo eine Zeile leer bleibt, fehlt Licht. Und wo eine einzige Leuchte alle Aufgaben erfüllen soll, hast du den Grund gefunden, warum der Raum abends nicht stimmt.

LichtebeneWofürTypische LeuchtenWo sie sitzt
GrundlichtOrientierung, Aufräumen, PutzenDeckenleuchte, Deckenfluter, mehrere Einbauleuchtenan der Decke oder als Fluter gegen die Decke gerichtet
AufgabenlichtLesen, Kochen, Essen, Arbeiten, SchminkenLeseleuchte, Unterbauleuchte, Pendelleuchte, Schreibtischleuchte, Spiegelleuchtenah an der Tätigkeit, seitlich oder schräg von oben
StimmungslichtAbendlicht, einzelne Wände, Regale oder Pflanzen hervorhebenTischleuchte, Wandleuchte, Lichtleiste, Strahler, Lichterketteniedrig, auf Wände und in Ecken gerichtet
Orientierungslichtnachts den Weg finden, ohne ganz wach zu werdenNachtlicht, Stufenleuchte, Licht mit Bewegungsmelderknapp über dem Boden, schwach und sehr warm

In welcher Reihenfolge du Licht planst

Oft steht zuerst die Leuchte fest, und für sie wird hinterher ein Platz gesucht. Umgekehrt geht es leichter und meist günstiger: erst klären, was im Raum passiert, dann sehen, wo Strom liegt, und erst danach Leuchten und Leuchtmittel auswählen. Die Reihenfolge gilt für jedes Zimmer, ob es leer ist oder seit Jahren eingerichtet.

  1. Nutzung notieren. Wo sitzt, liest, isst und arbeitest du, und zu welcher Tageszeit? Ein Sessel, in dem du nur tagsüber sitzt, braucht keine Leseleuchte.
  2. Anschlüsse aufnehmen. Zeichne Deckenauslass, Wandauslässe, Steckdosen und Schalter in eine Skizze ein. Sie entscheiden, was ohne Elektriker geht und wo ein Kabel quer durch den Raum laufen müsste.
  3. Grundlicht festlegen. Es muss zum Putzen und Suchen reichen, mehr nicht. Lässt es sich dimmen, darf es kräftiger ausfallen.
  4. Aufgabenlicht setzen. Jede Stelle aus dem ersten Schritt bekommt eine eigene Leuchte, so nah an der Tätigkeit wie möglich.
  5. Stimmungslicht ergänzen. Zwei oder drei niedrige Quellen an Wänden und in Ecken, damit abends Licht im Raum ist, während die Deckenleuchte aus bleibt.
  6. Leuchtmittel wählen. Lichtfarbe, Lumen und Farbwiedergabe kommen zum Schluss, weil sie sich am leichtesten tauschen lassen.
  7. Schalten klären. Was soll gemeinsam an der Tür angehen, was bleibt einzeln? Davon hängt ab, ob du einen Elektriker brauchst oder ob Funkschalter reichen.

Der zweite Schritt wird gern übersprungen und macht später die meiste Arbeit. Fehlt an einer Stelle der Anschluss, entscheidet sich hier, ob ein Elektriker einen neuen setzt, ob eine Steckerleuchte reicht oder ob eine Steh- oder Bogenleuchte die Aufgabe von der Seite übernimmt. In einer Mietwohnung ist fast immer eine der beiden letzten Lösungen die einfachere.

Lichtfarbe: warmweiß, neutralweiß und das Licht vom Fenster

Die Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben, und die Zahl läuft dem Gefühl entgegen: Je niedriger sie ist, desto wärmer und gelblicher wirkt das Licht. Eine Kerzenflamme liegt bei etwa 1800 Kelvin, eine klassische Glühbirne bei rund 2700, Tageslicht bei bedecktem Himmel um 6500. Im Handel heißt Licht bis 3300 Kelvin warmweiß, bis 5300 neutralweiß und darüber tageslichtweiß.

Wie angenehm eine Lichtfarbe wirkt, hängt davon ab, wie hell es ist. Bei wenig Licht wirkt warmes Licht ruhig, kühles dagegen fahl, als würde es draußen dämmern. Erst bei viel Licht, am Schreibtisch oder an der Arbeitsfläche, wirkt Neutralweiß frisch statt kalt, und deshalb gehört es dorthin und nicht in die Sofaecke am Abend.

Bleib bei Leuchten, die gleichzeitig brennen, bei einer Lichtfarbe, sonst vergleicht das Auge ständig, und der Raum wirkt fleckig. Lichtfarbe verändert auch Wände: Warmweiß holt Gelb und Rot nach vorn und macht kühles Blau stumpfer. Prüf Wandfarben und ihre Wirkung im Raum deshalb immer auch bei Lampenlicht, nicht nur am Fenster.

Das Tageslicht hat ebenfalls eine Farbe, und die hängt an der Himmelsrichtung. Nordfenster geben gleichmäßiges, kühles Licht ohne direkte Sonne, Südfenster kräftiges, wärmeres Licht mit harten Schatten, Ost und West wechseln zwischen Morgen- und Abendsonne. Direkte Sonne bleicht Stoffe aus und trocknet Leder aus, darum steht ein Ledersofa besser nicht im vollen Südlicht; wie du eine Ledercouch reinigst und pflegst, damit sie nicht spröde wird, steht in einem eigenen Ratgeber.

Ist die Sonne zu hart, hilft ein heller Vorhang aus Leinen oder Baumwolle, der das Licht streut, statt es auszusperren. Stoffe, die dafür taugen, findest du im Überblick über Textilien fürs Zuhause.

LichtfarbeBezeichnungWie sie wirktWo sie passt
1800 bis 2200 Kextra warmweißgolden bis rötlich, wie KerzenlichtLichterketten, Filament-Leuchtmittel, Abendlicht im Schlafzimmer
2700 Kwarmweißwie eine Glühbirne, Holz und Haut wirken lebendigWohnzimmer, Schlafzimmer, Esstisch, Flur
3000 Kwarmweiß, etwas klarernoch warm, Weiß wirkt weniger gelbKüche, Bad, Essplatz in hellen Räumen
4000 Kneutralweiß, 3300 bis 5300 Ksachlich, Farben gut zu unterscheidenSchreibtisch, Arbeitsfläche, Spiegel, Hauswirtschaftsraum
6500 Ktageslichtweiß, über 5300 Kbläulich, macht wach, wirkt abends hartWerkstatt, Bastelplatz; in Wohnräumen selten passend

Wie hell es sein soll: Lumen statt Watt

Bei der Glühbirne verriet die Wattzahl ungefähr, wie hell sie war. Bei LED-Leuchtmitteln stimmt das nicht mehr, denn Watt sagt nur, wie viel Strom eine Lampe braucht, Lumen dagegen, wie viel Licht sie abgibt. Eine LED mit 806 Lumen ist etwa so hell wie die frühere 60-Watt-Birne und kommt meist mit 6 bis 9 Watt aus.

Wie viel Licht ein Raum braucht, hängt an mehr als seiner Größe. Dunkle Wände und Möbel schlucken Licht, das helle Flächen zurückwerfen würden, hohe Decken verteilen es auf mehr Raum, und ein dichter Schirm hält einen Teil im Inneren. Die Werte in der Tabelle sind darum Faustwerte aus der Praxis für das Grundlicht und keine Norm; in dunklen Räumen planst du am oberen Ende.

Angenommen, dein Wohnzimmer hat 20 Quadratmeter und helle Wände. Mit 100 bis 150 Lumen pro Quadratmeter kommst du auf 2000 bis 3000 Lumen für das Grundlicht, verteilt zum Beispiel auf eine dimmbare Deckenleuchte und einen Deckenfluter. Leseleuchte und kleine Leuchten für den Abend kommen dazu und gehören nicht in diese Rechnung.

Für den Arbeitsplatz gibt es einen festen Wert: Die Norm für Arbeitsstätten, DIN EN 12464-1, sieht für Lesen und Schreiben im Büro 500 Lux vor, und daran kannst du dich zu Hause orientieren. Lux misst, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt, und das hängt stark vom Abstand ab. Doppelter Abstand bedeutet bei einer kleinen Lichtquelle nur noch etwa ein Viertel des Lichts auf der Fläche, darum schafft eine Schreibtischleuchte nah über der Platte, was eine viel stärkere Deckenleuchte nicht schafft.

RaumGrundlicht, FaustwertDazu für AufgabenLichtfarbe
Wohnzimmer100 bis 150 lm pro m²Leseleuchte mit 470 bis 806 lm2700 K, dimmbar
Esszimmer100 bis 150 lm pro m²Pendelleuchte über dem Tisch, bei langen Tischen zwei2700 bis 3000 K
Küche250 bis 300 lm pro m²Unterbauleuchten über die ganze Arbeitsfläche3000 bis 4000 K
Bad200 bis 300 lm pro m²Licht am Spiegel, am besten von beiden Seiten3000 bis 4000 K, Ra 90
Schlafzimmer100 bis 150 lm pro m²Leseleuchte an jeder Bettseite2700 K oder wärmer
Flur100 bis 150 lm pro m²Licht an Spiegel und Garderobe2700 bis 3000 K
Arbeitszimmer300 bis 500 lm pro m²Schreibtischleuchte für etwa 500 Lux auf der Platte4000 K am Tag, abends wärmer
Kinderzimmer150 bis 300 lm pro m²Licht am Schreibtisch, schwaches Nachtlicht3000 K, Nachtlicht sehr warm

Was auf der Packung steht: Sockel, Ra und dimmbar

Neben Lumen und Kelvin stehen auf jeder Packung drei Angaben, die über Erfolg oder Rückgabe entscheiden: der Sockel, die Farbwiedergabe und der Hinweis, ob sich das Leuchtmittel dimmen lässt. Fotografier vor dem Einkauf den Sockel und den Aufdruck des alten Leuchtmittels, dann kaufst du selten zweimal.

Die Farbwiedergabe, angegeben als Ra oder CRI, sagt, wie natürlich Farben unter dem Licht aussehen. Eine Fläche kann nur die Farben zurückwerfen, die im Licht stecken: Fehlt einem Leuchtmittel Rot, sehen Holz, Haut und Tomaten grauer aus, als sie sind. Unter Ra 80 merkt man das deutlich, im Bad, am Kleiderschrank und an der Arbeitsfläche lohnt sich Ra 90 oder mehr.

Oft steht die Farbwiedergabe nur als dreistelliger Code auf der Packung. Die erste Ziffer nennt den Ra-Bereich, die beiden letzten sind die Kelvin-Zahl ohne die zwei Nullen: 927 heißt Ra 90 und mehr bei 2700 Kelvin, 830 heißt Ra 80 bis 89 bei 3000 Kelvin.

Dimmbar ist nur, was auf der Packung ausdrücklich so heißt. Eine nicht dimmbare LED am Dimmer flackert, summt oder geht früher kaputt, und auch dimmbare LEDs brauchen einen Dimmer, der für LED ausgelegt ist. Flimmern, das du nicht direkt siehst, zeigt oft die Handykamera: Halte sie auf die Lampe, und laufen dunkle Streifen durchs Bild, flimmert das Licht.

Bei der Energieklasse lohnt ein zweiter Blick. Auf der Skala von A bis G landen auch sparsame LED-Leuchtmittel meist bei D, E oder F, weil die Klassen streng gefasst sind; vergleiche deshalb lieber, wie viele Lumen ein Leuchtmittel pro Watt liefert.

AngabeWas sie bedeutetWorauf du achtest
Lumen (lm)Lichtmenge470 lm entsprechen etwa der alten 40-Watt-Birne, 806 lm der 60-Watt-Birne, 1521 lm der 100-Watt-Birne
Kelvin (K)Lichtfarbe2700 K für Wohnräume; Leuchten, die zusammen brennen, nicht mischen
Ra oder CRIFarbwiedergabe, Höchstwert 100mindestens 80, im Bad, am Spiegel und an der Arbeitsfläche 90
Code wie 927 oder 830erste Ziffer Ra-Bereich, dann Kelvin ohne die zwei Nullen927 heißt Ra 90 und mehr bei 2700 K
E27großes Schraubgewinde, 27 mmStandard in Steh-, Tisch- und Pendelleuchten
E14kleines Schraubgewinde, 14 mmKerzenform, Kronleuchter, kleine Tisch- und Wandleuchten
GU10zwei Stifte zum Eindrehen, 230 VoltSpots und Einbauleuchten ohne Trafo
GU5.3zwei Stifte zum Stecken, 12 Voltbraucht einen Trafo, der zu LED passt; alte Halogentrafos lassen LEDs oft flackern
G9kleiner Stecksockel mit zwei Ösen, 230 VoltLED-Ersatz ist oft länger als der alte Halogenstift, vorher die Leuchte ausmessen
dimmbarlässt sich mit passendem Dimmer regelnnur mit einem Dimmer, der für LED ausgelegt ist
AbstrahlwinkelBreite des Lichtkegels in Gradschmal für ein Bild oder eine Pflanze, breit für eine Fläche

Leuchtenformen und die richtige Höhe

Jede Leuchtenform bringt ihr Licht auf eigene Art in den Raum. Eine Pendelleuchte mit geschlossenem Metallschirm wirft einen Kegel nach unten und lässt die Decke dunkel, ein Deckenfluter macht es umgekehrt: Er hellt die Decke auf, und von dort fällt das Licht weich zurück. Tisch- und Wandleuchten mit Stoffschirm geben Licht nach allen Seiten, Spots und Strahler bündeln es auf eine Stelle.

Ob eine Leuchte blendet, entscheidet vor allem ihre Höhe. Solange du das Leuchtmittel nicht direkt siehst, stört sie kaum, und darum richten sich die meisten Maße nach deinen Augen: über dem Esstisch nach der Augenhöhe im Sitzen, an der Wand nach der Augenhöhe im Stehen. Das Schema zeigt die üblichen Werte an einer Wand mit Essplatz und Leseecke.

Über dem Esstisch gilt als Faustregel: Die Unterkante der Leuchte hängt 60 bis 70 Zentimeter über der Platte. Tiefer verdeckt sie den Blick über den Tisch, höher siehst du im Sitzen ins Leuchtmittel. Für lange Tische, Ausziehtische und runde Platten gelten eigene Regeln, die der Ratgeber zur Leuchte über dem Esstisch durchgeht.

Bei einer Stehleuchte zum Lesen sitzt die Unterkante des Schirms am besten auf Augenhöhe im Sitzen, je nach Sofa oder Sessel 100 bis 120 Zentimeter über dem Boden, seitlich und etwas hinter der Schulter. So fällt das Licht auf die Seite, ohne dass du ins Leuchtmittel schaust oder dein Kopf einen Schatten wirft. Wandleuchten, die einen Raum aufhellen sollen, hängen üblicherweise bei 160 bis 180 Zentimetern, knapp über der Augenhöhe im Stehen.

Wand mit Essplatz und Leseecke: übliche Höhen der Leuchten
Esstisch23Sessel5Schirm65 cm über dem TischMitte 170 cmSchirm 110 cm250 cm

Die Pendelleuchte hängt 65 cm über der Tischplatte, die Wandleuchte knapp über der Augenhöhe im Stehen, der Schirm der Leseleuchte etwa auf Augenhöhe im Sitzen. So bleibt das Leuchtmittel von jedem Platz aus verdeckt.

  • 1. Esstisch: 180 × 75 cm
  • 2. Pendelleuchte: 50 × 25 cm
  • 3. Wandleuchte: 20 × 20 cm
  • 4. Sessel: 80 × 80 cm
  • 5. Stehleuchte: 4 × 110 cm
  • 6. Schirm: 34 × 24 cm
  • 65 cm über dem Tisch
  • Mitte 170 cm
  • Schirm 110 cm

Wohnräume: Licht in Inseln statt von oben

In den Räumen, in denen du abends sitzt, zählt vor allem das Licht unterhalb der Decke. Hier entscheidet sich, ob ein Zimmer nach Feierabend bewohnt aussieht oder ausgeleuchtet wie ein Büro.

Wohnzimmer

Abends wirkt ein Wohnzimmer am ruhigsten, wenn das Licht in Inseln liegt: eine Leseleuchte am Sessel, eine Tischleuchte auf dem Sideboard, ein Licht, das eine Wand oder ein Regal streift. Dazwischen darf es dämmrig bleiben, denn erst der Wechsel von hell und dunkel gibt dem Raum Kontur. Die Deckenleuchte bleibt fürs Aufräumen; ist sie dimmbar, taugt sie auch für den frühen Abend.

Hinter dem Fernseher lohnt sich ein schwaches, indirektes Licht. Einen hellen Bildschirm vor einer dunklen Wand empfinden viele als anstrengend, weil das Auge ständig zwischen hell und dunkel wechselt, und eine angestrahlte Wand dahinter mildert den Kontrast. Lichtleisten verschwinden dafür am besten in einem Profil hinter dem Fernseher oder auf dem Schrank; Beispiele stehen im Ratgeber über indirektes Licht im Wohnzimmer.

Essplatz

Über dem Esstisch soll das Licht auf den Tisch fallen und nicht in die Gesichter. Bei einem langen Tisch reicht eine einzelne runde Leuchte selten, weil die Enden im Halbdunkel bleiben; zwei oder drei kleinere Pendelleuchten oder eine längliche verteilen das Licht über die ganze Platte. Warmweiß um 2700 Kelvin mit einer Farbwiedergabe ab Ra 90 zeigt Tomaten rot und Brotkruste goldbraun statt grau.

Steht der Tisch nicht unter dem Deckenauslass, gibt es zwei Wege ohne Stemmarbeiten: Ein Umlenkhaken über der Tischmitte holt die Pendelleuchte an die richtige Stelle, oder eine Bogenleuchte reicht von der Seite über den Tisch. Die Bogenleuchte braucht dafür Platz für ihren schweren Fuß und einen Bogen, der hoch genug ist, damit niemand beim Aufstehen anstößt.

Schlafzimmer

Im Schlafzimmer brauchst du abends wenig Licht, aber an der richtigen Stelle. Eine gerichtete Leseleuchte pro Bettseite mit eigenem Schalter und eine kleine Leuchte auf der Kommode reichen aus, beide warmweiß mit 2700 Kelvin oder weniger. Licht mit hohem Blauanteil kurz vor dem Schlafen hält eher wach, darum gehört kaltweißes Licht nicht ans Bett.

Liest eine Person, während die andere schläft, ist ein schmaler Lichtkegel wichtiger als viel Licht. Eine Wandleuchte mit schwenkbarem Kopf, etwa 40 bis 60 Zentimeter über der Matratze, hält das Licht auf dem Buch und aus dem Gesicht daneben.

Kinderzimmer

Kinderzimmer brauchen zwei Lichtstimmungen: hell zum Spielen und für die Hausaufgaben, schwach und warm zum Einschlafen. Für das Spielen reicht eine helle Deckenleuchte, für den Schreibtisch kommt später eine eigene Leuchte dazu. Zum Einschlafen eignet sich ein Nachtlicht mit sehr warmem Licht, das nicht ins Gesicht scheint.

Eine Wolkenlampe über dem Bett ist dafür eine beliebte Form, weil sie das Licht weich streut und kein Leuchtmittel zeigt. Leuchten in Reichweite von Kindern brauchen eine Kabelführung, an der niemand ziehen kann, und kühle LED-Leuchtmittel. Bei Akku- oder Batterieleuchten sollte sich das Fach nur mit einer Schraube öffnen lassen, denn verschluckte Knopfzellen sind gefährlich.

Küche, Bad, Flur und Schreibtisch: Licht mit Aufgabe

Wo du arbeitest, muss das Licht vor allem von der richtigen Seite kommen. Eine Deckenleuchte hängt hinter dir, sobald du an der Küchenzeile, am Waschbecken oder am Schreibtisch stehst oder sitzt, und dein Kopf wirft seinen Schatten genau dorthin, wo du hinschaust.

In der Küche lösen Unterbauleuchten unter den Hängeschränken das Problem, als durchgehende Leiste ohne Lücken. Licht mit 3000 bis 4000 Kelvin und Ra 90 zeigt Lebensmittel so, wie sie sind; über dem Esstisch in derselben Küche darf es wärmer sein, wenn beide Bereiche getrennt geschaltet werden. Das Licht in der Dunstabzugshaube ersetzt keine Arbeitsplatzbeleuchtung, weil es nur das Kochfeld trifft.

Im Bad gehört das wichtigste Licht an den Spiegel, am besten von beiden Seiten auf Gesichtshöhe, weil Licht nur von oben Schatten unter Augen, Nase und Kinn legt. Über Wanne und Dusche bis 225 Zentimeter Höhe und 60 Zentimeter rundherum gelten nach DIN VDE 0100-701 Schutzbereiche, in denen Leuchten gegen Spritzwasser geschützt sein müssen: mindestens IPX4, was die häufige Angabe IP44 erfüllt. Leuchten dort fest anzuschließen, ist Arbeit für einen Elektrofachbetrieb.

Im Flur brauchst du gleichmäßiges Licht ohne dunkle Stellen an der Garderobe und ein Licht am Spiegel, das das Gesicht von vorn trifft. Ein langer Flur ohne Fenster braucht zwei oder drei Leuchten über die Länge verteilt, sonst bleiben die Enden dunkel, und dort liegen in vielen Fluren die Türen. Ein Bewegungsmelder oder ein schwaches Orientierungslicht erspart nachts den Griff nach dem Schalter.

Am Schreibtisch soll das Licht von der Seite kommen, bei Rechtshändern von links und bei Linkshändern von rechts, damit die Hand keinen Schatten aufs Papier wirft. Stell den Bildschirm so, dass das Fenster seitlich liegt und nicht dahinter oder in deinem Rücken, sonst blendet es oder spiegelt sich.

RaumWohin das Licht mussLichtfarbe und RaWorauf du achtest
Kücheauf die ganze Arbeitsfläche, ohne Lücken3000 bis 4000 K, Ra 90Leiste so montieren, dass du sie im Stehen nicht siehst; glänzende Fliesen spiegeln Lichtpunkte
Badaufs Gesicht am Spiegel, von beiden Seiten3000 bis 4000 K, Ra 90über Wanne und Dusche mindestens IPX4, fester Anschluss nur durch den Fachbetrieb
Flurgleichmäßig über die ganze Länge, dazu an Spiegel und Garderobe2700 bis 3000 K, Ra 80Bewegungsmelder oder Orientierungslicht für die Nacht
Treppeauf Stufen und Kanten2700 bis 3000 KKanten müssen sich vom Belag abheben; Schalter oben und unten
Schreibtischauf die Arbeitsfläche, von der Seite der freien Hand4000 K am Tag, Ra 80 bis 90Fenster seitlich zum Bildschirm, keine Leuchte im Rücken, die sich spiegelt
Abstellraum und Kellergleichmäßiges Grundlicht4000 KBewegungsmelder, damit niemand mit vollen Händen den Schalter sucht

Stimmungslicht: Lichterketten, Kerzen und kleine Leuchten

Stimmungslicht hat keine Aufgabe außer der, den Abend anders aussehen zu lassen als den Tag. Dafür reichen schwache, sehr warme Quellen, die niedrig sitzen: eine Tischleuchte mit Stoffschirm, ein kleiner Strahler, der eine Pflanze von unten trifft, eine Lichterkette in einem Glas. Sie wirken, weil sie helle Inseln in einem sonst dämmrigen Raum bilden, und je dunkler der Rest ist, desto weniger Licht brauchen sie.

Lichterketten sind die einfachste Form davon, und das Fenster ist ihr bekanntester Platz. Von außen sieht man sie abends weit, von innen spiegeln sie sich in der Scheibe und wirken doppelt so dicht. Wie du sie aufhängst, ohne Rahmen und Dichtung zu beschädigen, und welche Formen auch nach Weihnachten noch passen, zeigen die Ideen für Lichterketten am Fenster.

Bei Lichterketten lohnt der Blick auf drei Angaben. Extra warmweiß um 2200 Kelvin kommt Kerzenlicht näher als gewöhnliches Warmweiß, ein eingebauter Timer schaltet die Kette abends ein und nach einigen Stunden wieder aus, und draußen auf dem Balkon brauchen Kette und Netzteil mindestens IP44.

Kerzen geben das wärmste Licht im Haus, aber auch das einzige mit offener Flamme. Neben Vorhängen, Trockenblumen und Papierschirmen haben sie nichts verloren, und brennen sollen sie nur, solange jemand im Raum ist; LED-Kerzen mit Timer sind die Alternative für Plätze, an denen du sie vergessen könntest. Über das Jahr verschiebt sich das: Im Herbst brauchst du viele kleine Lichter, im Sommer reicht eine Laterne auf dem Balkon, und Ideen für jede Saison sammelt der Bereich Deko nach Jahreszeit.

Licht in der Mietwohnung und ohne Deckenanschluss

Viele Mietwohnungen werden ohne Leuchten übergeben: Aus dem Deckenauslass in der Raummitte schauen nur die Drähte in einer Klemme, und die Steckdosen sitzen selten dort, wo Licht gebraucht wird. Neue Leitungen in die Wand zu legen, braucht die Zustimmung des Vermieters und einen Elektriker. Für fast jede Lichtaufgabe gibt es aber eine Lösung, die ohne Eingriff in die Installation auskommt und beim Auszug mitkommt.

Steckerleuchten sind die Grundlage: Wand- und Pendelleuchten mit Kabel und Stecker hängen an einem Haken, das Kabel läuft in einem Kabelkanal in Wandfarbe zur nächsten Steckdose. Akku-Leuchten, die per USB geladen werden, stehen dort, wo kein Kabel hinkommt, auf dem Balkontisch, im Regal oder auf der Fensterbank. Smarte Leuchtmittel machen eine vorhandene Leuchte dimmbar und lassen die Lichtfarbe wechseln, solange der Wandschalter eingeschaltet bleibt.

Bevor du für eine Leuchte bohrst, schau dir die Wand an. Nach DIN 18015-3 laufen Leitungen in festen Zonen, waagerecht in Streifen unter der Decke und über dem Boden, senkrecht neben Türen, Fenstern und Raumecken und von dort zu Schaltern und Steckdosen; in älteren Häusern hält sich nicht jede Leitung daran. Ein Leitungssucher gibt zusätzliche Sicherheit, und in Fliesen bohrst du in einer Mietwohnung besser erst nach Rücksprache.

Soll eine Leuchte fest an den vorhandenen Auslass angeschlossen werden, gehört das in die Hände eines Elektrofachbetriebs. Der Ratgeber zum Anschließen von Decken- und Wandleuchten erklärt, was die einzelnen Adern bedeuten und wie ein Anschluss abläuft, sodass du weißt, was du bestellst und vorbereitest.

LösungWann sie passtWo die Grenze liegt
Steckerleuchte mit KabelkanalWandleuchte am Sofa oder Bett ohne WandauslassKabel bleibt sichtbar; Kanal in Wandfarbe streichen und an Kanten entlangführen
Umlenkhaken an der DeckePendelleuchte soll über dem Tisch hängen, der Auslass sitzt woandersKabel läuft sichtbar an der Decke; die Decke muss den Haken tragen
BogenleuchteLicht über Sofa oder Tisch ohne Deckenarbeitbraucht Platz für den Fuß und einen schweren Sockel, damit sie nicht kippt
DeckenfluterGrundlicht in Räumen ohne Deckenauslassbraucht eine helle Decke, dunkle Decken schlucken das Licht
Akku-LeuchteEsstisch, Balkon, Regal, Plätze ohne Steckdosemuss regelmäßig geladen werden und ist meist schwächer als eine Netzleuchte
KlemmleuchteRegalbrett, Kopfteil, SchreibtischkanteKlemme passt nicht an jede Plattenstärke, vorher nachmessen
Smartes Leuchtmittelvorhandene Leuchte dimmen oder die Lichtfarbe wechselnWandschalter muss an bleiben, Steuerung per App oder Funkschalter
Klebe- oder SaugnapfhakenLichterketten am Fenster, leichte Deko-Leuchtenhält nur auf glatten Flächen und nur geringe Lasten

Lampen aussuchen: Schirm, Material und Stil

Eine Leuchte siehst du tagsüber als Gegenstand und abends als Licht, und beides hängt vor allem am Schirm. Er bestimmt, wohin das Licht geht, wie viel durchkommt und welche Farbe es unterwegs annimmt. Gelbliches Leinen färbt das Licht wärmer, Rattangeflecht wirft ein Muster an Wand und Decke, und Opalglas verteilt es so gleichmäßig, dass die ganze Kugel leuchtet.

Welche Form dir gefällt, ist Geschmack, aber zwei Fragen grenzen die Auswahl ein: Von wo siehst du die Leuchte meistens, von unten, von der Seite oder von oben? Und soll sie Licht nach unten bringen wie über dem Tisch oder in den Raum wie im Wohnzimmer? Zum Vergleichen hilft eine Auswahl an Lampen, die auch ausgeschaltet etwas hermachen, und die Leuchtentrends zeigen, welche Formen und Materialien gerade gefragt sind.

Zum Einrichtungsstil passt eine Leuchte, wenn Material und Form zum übrigen Raum gehören: Papier und helles Holz zu einem ruhigen, skandinavisch oder japanisch geprägten Zimmer, Metall und Emaille zum Industriestil, Messing und Opalglas zu Mid-Century, Rattan und Bast zu Boho. Die Stile selbst, mit ihren Farben, Möbeln und Materialien, stellt der Bereich Einrichtungsstile vor. Eine Leuchte darf auch bewusst aus dem Stil fallen, solange es bei einer bleibt.

MaterialWie das Licht fälltPasst zuWorauf du achtest
Leinen oder Baumwollegedämpft durch den Stoff, kräftig nach oben und untenTisch- und Stehleuchten, Schlafzimmerhelle Stoffe färben das Licht kaum, gelbliche machen es wärmer
Papiergleichmäßig in alle Richtungen, sehr weichPendel- und Stehleuchten in ruhigen Räumenam besten mit LED, weil sie kaum warm wird
Opalglasgleichmäßig, die ganze Form leuchtetBad, Flur, Esstisch, Mid-Centurykleine Kugeln mit starkem Leuchtmittel blenden; je größer die Kugel, desto weicher das Licht
KlarglasLeuchtmittel sichtbar, scharfe SchattenIndustriestil, Esstisch mit Filament-Leuchtmittelnnur schwache, warme Leuchtmittel, sonst blendet es
Metall, geschlossengebündelt nach unten, oben dunkelEsstisch, Kücheninsel, Leselichtder Raum braucht zusätzliches Licht, sonst bleibt die Decke dunkel
Rattan, Bast, Holzlamellengedämpft, mit Lichtmuster an Wand und DeckeBoho, Landhaus, Wohnzimmer am Abendliefert wenig Nutzlicht, als Stimmungslicht einplanen

Häufige Fehler

  1. Eine Deckenleuchte für alles

    Eine Leuchte in der Raummitte soll zum Putzen, Lesen und Entspannen taugen und kann nur das Erste gut. Zum Lesen kommt ihr Licht von der falschen Seite, und abends macht sie den Raum flach. Plane für jede Aufgabe eine eigene Quelle.

  2. Lichtfarben im selben Raum mischen

    Brennen eine kaltweiße und eine warmweiße Leuchte gleichzeitig, wirkt die warme gelblich und die kalte bläulich, weil das Auge beide miteinander vergleicht. Mit einer Lichtfarbe für alle Leuchten, die zusammen brennen, sehen beide natürlicher aus. Die Kelvin-Zahl steht auf jeder Packung.

  3. Nach Watt statt nach Lumen kaufen

    Die Wattzahl einer LED sagt wenig über ihre Helligkeit, weil zwei Modelle mit derselben Leistung sehr unterschiedlich viel Licht abgeben können. Vergleiche die Lumen, sie stehen auf jeder Packung. Angaben wie „ersetzt 60 Watt“ sind nur eine Übersetzungshilfe aus der Zeit der Glühbirne.

  4. Erst die Leuchte, dann der Platz

    Wer zuerst die Leuchte kauft und dann einen Platz für sie sucht, landet oft bei einem, an dem sie zwar gut aussieht, aber nichts beleuchtet, was gebraucht wird. Kläre vorher, was an der Stelle passieren soll, wie hoch das Licht sitzen muss und wo Strom ist. Die Form ergibt sich danach fast von selbst.

  5. Klare Leuchtmittel auf Augenhöhe

    Ein klares Leuchtmittel in einer offenen Leuchte blendet, sobald du direkt hineinsiehst, und auf Augenhöhe passiert das ständig. Nimm für solche Leuchten ein mattes oder ein schwaches Filament-Leuchtmittel, oder häng sie so, dass der Schirm die Lampe verdeckt.

  6. LED-Streifen ohne Profil

    Ein LED-Streifen, der ohne Abdeckung auf eine glänzende Fläche strahlt, zeigt jede einzelne Diode als Lichtpunkt. Ein Aluprofil mit milchiger Abdeckung streut das Licht zu einer gleichmäßigen Linie und leitet nebenbei die Wärme ab, und das verlängert die Lebensdauer des Streifens.

Alle Artikel zu Licht & Lampen

8 Artikel

Häufige Fragen zu diesem Thema

Welche Lichtfarbe passt ins Wohnzimmer?

Für das Wohnzimmer passt warmweißes Licht um 2700 Kelvin, für eine Leseleuchte auch 3000 Kelvin. Abends darf es noch wärmer werden: Leuchtmittel, die beim Herunterdimmen wärmer werden, verhalten sich wie früher die Glühbirne. Wichtig ist, dass alle Leuchten, die gleichzeitig brennen, dieselbe Lichtfarbe haben, sonst wirkt der Raum fleckig.

Wie viel Lumen braucht ein Raum?

Als Faustwert für das Grundlicht gelten in Wohn- und Schlafräumen etwa 100 bis 150 Lumen pro Quadratmeter, in Küche und Bad 200 bis 300, im Arbeitszimmer mehr. Ein Wohnzimmer mit 20 Quadratmetern braucht also 2000 bis 3000 Lumen, verteilt auf mehrere Leuchten. Dunkle Wände, hohe Decken und dichte Schirme verlangen eher mehr.

Wie viel Lumen hat eine 60-Watt-Glühbirne?

Eine klassische 60-Watt-Glühbirne gab etwa 806 Lumen ab, und diese Zahl ist der Maßstab, wenn auf einer LED-Packung von 60 Watt die Rede ist. Zum Vergleich: 40 Watt entsprechen 470 Lumen, 75 Watt 1055 und 100 Watt 1521 Lumen. Eine LED mit 806 Lumen braucht dafür je nach Modell 6 bis 9 Watt.

Was ist der Unterschied zwischen Lampe und Leuchte?

Fachlich ist die Leuchte das ganze Gerät mit Gehäuse, Schirm, Fassung und Kabel, die Lampe dagegen das Leuchtmittel, das darin steckt. Im Alltag heißt beides Lampe. Beim Kauf hilft die Unterscheidung trotzdem, weil Sockel, Lumen und Lichtfarbe auf dem Leuchtmittel stehen und die Leuchte nur vorgibt, welcher Sockel und welche Leistung hineinpassen.

Warmweiß oder neutralweiß in der Küche?

An der Arbeitsfläche sind 3000 bis 4000 Kelvin mit einer Farbwiedergabe von Ra 90 eine gute Wahl, weil du Lebensmittel, Garstufen und Schnittkanten gut erkennst. Ist die Küche zugleich Essplatz, darf das Licht über dem Tisch wärmer sein, wenn beide Bereiche getrennt geschaltet werden. Brennen beide in der Regel zusammen, nimm für alle Leuchten 3000 Kelvin.

Wie hoch hängt die Lampe über dem Esstisch?

Als Faustregel hängt die Unterkante der Leuchte 60 bis 70 Zentimeter über der Tischplatte. So fällt das Licht auf den Tisch, und wer sitzt, sieht das Leuchtmittel nicht. Bei einem tiefen Schirm, in dem das Leuchtmittel weit oben sitzt, darf sie etwas höher hängen; bei flachen Schirmen hilft eher ein mattes Leuchtmittel als eine noch tiefere Leuchte.

Welche Lampen darf ich im Bad verwenden?

Direkt über Wanne und Dusche bis 225 Zentimeter Höhe und 60 Zentimeter rundherum müssen Leuchten nach DIN VDE 0100-701 mindestens gegen Spritzwasser geschützt sein, also IPX4; die Angabe IP44 auf der Packung erfüllt das. Außerhalb dieser Bereiche sind spritzwassergeschützte Leuchten in einem feuchten Bad trotzdem die sicherere Wahl. Fest angeschlossen werden sie vom Elektrofachbetrieb.

Kann man jede LED dimmen?

Nein, dimmen lässt sich nur ein Leuchtmittel, auf dessen Packung „dimmbar“ steht, und auch dann nur mit einem Dimmer, der für LED ausgelegt ist. Alte Dimmer für Glühbirnen brauchen oft eine Mindestlast, die LEDs nicht erreichen, dann flackert das Licht. Ohne Umbau geht es mit smarten Leuchtmitteln oder einem Zwischenstecker-Dimmer für Steckerleuchten.

Warum flackert meine LED-Lampe?

Häufige Ursache sind Teile, die nicht zusammenpassen: eine nicht dimmbare LED am Dimmer, ein alter Dimmer mit zu hoher Mindestlast, ein Halogentrafo vor einem 12-Volt-Leuchtmittel oder ein zu schwaches Netzteil bei LED-Streifen. Auch Leuchtmittel mit einfacher Elektronik flimmern. Ob ein Leuchtmittel flimmert, zeigt oft die Handykamera: Laufen dunkle Streifen durchs Bild, flimmert es.

Wie bekomme ich Licht an eine Stelle ohne Anschluss?

Ohne Elektriker gibt es vier Wege: eine Steckerleuchte mit Kabelkanal zur nächsten Steckdose, eine Pendelleuchte, deren Kabel ein Umlenkhaken an die richtige Stelle der Decke führt, eine Steh- oder Bogenleuchte, die von der Seite über die Stelle reicht, oder eine Akku-Leuchte ganz ohne Kabel. Einen neuen festen Auslass setzt nur ein Fachbetrieb.

Darf ich in der Mietwohnung Lampen selbst anschließen?

Leuchten mit Stecker kannst du aufstellen und aufhängen, wie du möchtest; für die Dübellöcher gilt, was dein Mietvertrag zum Auszug regelt. Eine Leuchte fest an den Auslass anzuschließen, ist dagegen Arbeit an der Elektroinstallation und gehört zu einem Elektrofachbetrieb. Ohne ihn bleiben Steckerleuchten, Bogenleuchten und Akku-Leuchten, die beim Auszug einfach mitkommen.

Welche Lampe eignet sich zum Lesen?

Zum Lesen eignet sich eine Leuchte mit gerichtetem Licht, die seitlich und etwas hinter dir steht, sodass das Licht auf die Seite fällt und nicht in die Augen. Bei einer Stehleuchte sitzt die Unterkante des Schirms etwa auf Augenhöhe im Sitzen. Warmweiß mit 2700 bis 3000 Kelvin passt, und mit zunehmendem Alter darf es heller sein, weil das Auge dann mehr Licht braucht.

Was bedeuten E27 und E14?

Das sind Schraubsockel: Das E steht für Edison, die Zahl für den Durchmesser des Gewindes in Millimetern. E27 ist der große Standardsockel in Steh-, Tisch- und Pendelleuchten, E14 der kleine für Kerzenformen, Kronleuchter und schmale Wandleuchten. Nimm das alte Leuchtmittel zum Kauf mit oder fotografier den Sockel, dann passt das neue.

Was bedeutet Ra oder CRI auf der Verpackung?

Ra und CRI bezeichnen dasselbe, den Farbwiedergabeindex, der mit einem Höchstwert von 100 angibt, wie natürlich Farben unter dem Licht aussehen. Ab Ra 80 wirkt Licht in Wohnräumen ordentlich, ab Ra 90 sehen Haut, Holz und Lebensmittel kaum anders aus als bei Tageslicht. Im Bad, in der Küche und am Kleiderschrank lohnt sich Ra 90.

Wie viele Lampen braucht ein Wohnzimmer?

Eine feste Zahl gibt es nicht, aber abends wirkt ein Wohnzimmer meist erst mit drei bis fünf Lichtquellen auf verschiedenen Höhen bewohnt: ein dimmbares Grundlicht, eine Leseleuchte am Sofa oder Sessel und zwei oder drei kleine Leuchten an Wänden, im Regal oder auf dem Sideboard. In großen Räumen kommt für jeden weiteren Bereich eine Lichtinsel dazu.

Ist kaltweißes Licht am Abend schlecht?

Licht mit hohem Blauanteil, wie es kalt- und tageslichtweiße Leuchtmittel abgeben, wirkt auf den Körper wie Tageslicht und kann das Müdewerden verzögern. Für den Abend in Wohn- und Schlafräumen ist warmweißes Licht unter 3000 Kelvin deshalb die bessere Wahl. Tagsüber am Schreibtisch oder an der Arbeitsfläche spricht nichts gegen Neutralweiß.

Welche Lichterkette eignet sich fürs Fenster?

Fürs Fenster eignen sich Lichterketten in extra warmweiß um 2200 Kelvin mit eingebautem Timer, damit sie abends von selbst an- und nachts wieder ausgehen. Befestigt werden sie mit Saugnapf- oder Klebehaken auf dem Glas oder an einer Spannstange in der Fensterlaibung, nicht mit Nägeln im Rahmen.

Hängt die Kette draußen, brauchen Kette und Netzteil mindestens IP44. Weitere Ideen, wie Lichterketten im Fenster hängen können, sammelt ein eigener Ratgeber.

Wie hell sollte eine Schreibtischlampe sein?

Ziel sind rund 500 Lux auf der Arbeitsfläche, so viel sieht die Norm für Lesen und Schreiben im Büro vor. Eine gerichtete Schreibtischleuchte mit 500 bis 800 Lumen schafft das meist, wenn sie nah über der Platte steht. Stell sie bei Rechtshändern links und bei Linkshändern rechts auf, damit die Hand keinen Schatten wirft.

Verwandte Themen