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Textilien

Gute Bettwäsche: Material, Qualität und was zu dir passt

Redaktion 51wohnen 21 Minuten Lesezeit
Dieselbe Farbfamilie in drei Stoffen: Die Struktur zeigt sich erst im Seitenlicht.

Was gute Bettwäsche ausmacht

Bettwäsche ist die Textilhülle um Zudecke und Kopfkissen, meist zusammen mit einem Spannbettlaken über der Matratze. Sie hält Schweiß, Hautschuppen und Haare von den Füllungen fern und lässt sich bei 40 bis 60 Grad waschen, was bei Decke und Kissen selbst kaum geht. Welche Stoffe es rund ums Wohnen sonst noch gibt, zeigt der Bereich Textilien für die Wohnung.

Weil sie die ganze Nacht auf der Haut liegt, bestimmt sie mit, wie warm, wie trocken und wie angenehm du schläfst. Gut ist Bettwäsche deshalb nicht durch einen einzelnen Wert, sondern durch fünf Dinge, die zusammenpassen: Faser, Garn, Webart, Verarbeitung und Veredelung. Eine qualitative Bettwäsche aus Baumwolle hat lange, feine Fasern, ein gleichmäßig dichtes Gewebe, saubere Nähte und bleibt auch nach vielen Wäschen glatt.

Das Preisschild verrät von alldem wenig. Die Tabelle zeigt, was du schon im Laden oder beim ersten Auspacken prüfen kannst.

KriteriumWoran du es erkennstWas es bedeutet
FaserFasergehalt auf dem Etikett, zum Beispiel 100 % Baumwolle oder LeinenNaturfasern nehmen Feuchtigkeit auf, reine Kunstfasern tun das kaum.
FaserlängeHinweis wie Langstapel oder Mako, der Stoff fühlt sich glatt an und hat kaum abstehende FaserendenLange Fasern ergeben ein feineres Garn und neigen weniger zu Knötchen.
WebartSteht meist im Produktnamen: Perkal, Renforcé, Satin, Flanell, JerseyGriff, Glanz und gefühlte Wärme des Stoffes hängen von ihr ab.
FadendichteAngabe in Fäden pro Quadratzoll oder pro QuadratzentimeterNur innerhalb derselben Webart vergleichbar.
VerarbeitungGerade Nähte, sauber versäuberte Kanten, Hotelverschluss oder verdeckte Knopfleiste, Reißverschluss ohne HakenDaran hängt, ob das Kissen nachts im Bezug bleibt und die Naht nach vielen Wäschen noch hält.
PrüfsiegelOeko-Tex Standard 100 oder GOTS, jeweils mit PrüfnummerDas Siegel belegt eine Schadstoffprüfung oder Bio-Anbau, nichts über Weichheit oder Haltbarkeit.

Welches Material zu welchem Schläfer passt

Im Schlaf gibst du Wärme und Feuchtigkeit ab. Bettwäsche kann darauf auf zwei Arten reagieren. Entweder nimmt sie Feuchtigkeit auf und gibt sie an die Raumluft ab, oder sie schließt Luft ein und hält die Wärme am Körper. Das erste erledigen Leinen, Baumwolle und Lyocell gut, das zweite angeraute Stoffe wie Flanell und Biber.

Darum hilft eine einfache Frage mehr als jeder Test bei den gängigen Bettwäsche-Materialien: Wachst du morgens feucht auf oder friert du beim Hinlegen? Wer schwitzt, braucht Stoffe, die Feuchtigkeit aufnehmen. Wer friert, braucht Stoffe mit einem Luftpolster. Für die meisten Betten in Deutschland ist Baumwolle in Perkal oder Renforcé eine verlässliche Basis, dazu je nach Jahreszeit eine zweite Garnitur.

Die Tabelle ordnet typische Situationen den Stoffen zu. Sie gilt für Bettwäsche, nicht für die Füllung der Decke: Eine Daunen- oder Kunstfaserdecke, die zu warm ist, macht auch den besten Bezug wirkungslos.

SituationPassendes MaterialWorauf du achten musst
Du schwitzt nachtsLeinen, Perkal, Musselin, SeersuckerDecke und Matratzenauflage müssen ebenfalls Feuchtigkeit abgeben, sonst staut sie sich dort.
Du frierst schon beim HinlegenFlanell, Biber, Interlock-JerseyBiber ist dicker und rauer, Flanell feiner; beide im Trockner nur bei niedriger Hitze.
Allergie gegen HausstaubmilbenBaumwolle in Perkal, Renforcé oder SatinMuss bei 60 Grad waschbar sein und häufig gewechselt werden; Seide verträgt meist nur 30 Grad.
Empfindliche HautBaumwolle, Lyocell, gewaschenes LeinenNeue Bettwäsche einmal vorwaschen, damit Appretur und Farbreste herausgehen.
Du magst es glatt und frischPerkal oder BaumwollsatinPerkal fühlt sich luftiger und knackiger an, Satin geschmeidiger und dichter.
Du willst nicht bügelnJersey, Seersucker, MusselinJersey ist dehnbar und sitzt eng, Seersucker ist gekräuselt und liegt nicht flach auf.
Das Bett wird täglich genutzt und oft gewaschenRenforcé oder Perkal aus Baumwolle, zwei Garnituren im WechselDichte Baumwollgewebe vertragen 60 Grad am besten; kauf zwei gleiche, dann hast du immer eine frische.

Baumwolle und ihre Webarten

Baumwolle ist das Standardmaterial für Bettwäsche, und trotzdem fühlen sich zwei Baumwollbezüge völlig verschieden an. Der Unterschied liegt in der Webart, also darin, wie Kett- und Schussfäden einander kreuzen. Bei der Leinwandbindung geht jeder Faden abwechselnd über und unter dem nächsten durch. Das ergibt viele Kreuzungspunkte, einen stabilen, luftdurchlässigen und matten Stoff. So sind Renforcé und Perkal gebaut.

Bei der Atlasbindung, die Satin ausmacht, läuft ein Faden über mehrere andere, bevor er sich verkreuzt. Diese langen, geraden Fadenstrecken werfen das Licht gleichmäßig zurück, deshalb glänzt Satin leicht und fühlt sich glatt an. Dafür hat er weniger Kreuzungspunkte, ist dichter und etwas empfindlicher gegen Haken von Ringen oder rauen Fingernägeln.

Bei Mako-Satin und Mako-Perkal kommt die Faser dazu: Lange Baumwollfasern lassen sich zu sehr feinem Garn spinnen. Was Perkal im Einzelnen von Renforcé unterscheidet, steht im Beitrag zu Perkalbettwäsche und ihrem Gewebe.

StoffAufbauGriff und AussehenPasst zu
RenforcéLeinwandbindung, etwas dickeres Garngriffig, matt, wird nach einigen Wäschen weicherAlltag und Ganzjahresbett
PerkalLeinwandbindung, feines Garn, dichtglatt, kühl, knackig, mattwarme Nächte, klare Kanten
BaumwollsatinAtlasbindung, feines Garngeschmeidig, leichter Glanz, fließender Fallwer es glatt und weich mag
Flanellgewebt, ein- oder beidseitig angerautweich, warm, leicht flauschigHerbst und Winter
SeersuckerGewebe mit gekräuselten Streifenleicht, luftig, nicht ganz glattSommer, wenig Bügelaufwand

Leinen, Musselin und Seersucker für warme Nächte

Warme Nächte verlangen Stoffe, die Feuchtigkeit schnell aufnehmen und Luft an die Haut lassen. Drei Gewebe leisten das auf unterschiedliche Weise, und alle drei haben eine Eigenheit, die du vor dem Kauf kennen solltest. Die Stoffe knittern oder sind nicht ganz glatt.

Leinen und Halbleinen

Leinen wird aus Flachs gewonnen. Die Faser nimmt viel Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen, und trocknet schnell wieder. Neu ist der Stoff eher steif, mit jeder Wäsche wird er weicher, und er hält sehr lange. Knitter gehören dazu. Wer sie nicht mag, nimmt Halbleinen, ein Mischgewebe mit Baumwolle, das weniger knittert und sich glatter anfühlt.

Musselin, Seersucker und Lyocell

Musselin ist locker gewebt, oft in zwei Lagen, und fühlt sich schon im Neuzustand weich und luftig an. Er knittert leicht und wird mit jeder Wäsche weicher. Seersucker bekommt seine Kräuselung durch unterschiedliche Fadenspannung beim Weben; der Stoff liegt dadurch nicht flach auf der Haut, Luft kann darunter zirkulieren, und Bügeln entfällt. Lyocell ist eine Faser aus Zellstoff, die sich glatt und kühl anfühlt und Feuchtigkeit gut aufnimmt; sie ist eine Alternative zu Baumwolle bei empfindlicher Haut.

Flanell, Biber, Jersey und Frottee für kalte Nächte

Warm wirken Stoffe, die Luft festhalten, denn Luft isoliert. Beim Anrauen stellt eine Maschine die Faserenden an der Oberfläche auf, sodass ein dünnes Luftpolster entsteht. Deshalb fühlen sich Flanell und Biber schon beim Hinlegen warm an, während glatter Perkal die Körperwärme zunächst ableitet.

Flanell ist aus feinerem Garn gewebt, weich und leicht, Biber aus gröberem Garn, dicker und schwerer. Jersey ist kein Gewebe, sondern Maschenware wie ein T-Shirt: dehnbar, bügelfrei und eng am Körper. Interlock-Jersey ist doppelt gestrickt, dicker und wärmer als Single-Jersey, und er passt sich gut an Spannbettlaken an, die sich nicht verschieben sollen.

Wie sich diese Stoffe waschen lassen und welche Temperatur welches Material verträgt, erklärt der Beitrag zum Waschen bei der richtigen Temperatur.

Frottee: warm, aber schwer

Frottee hat Schlingen, die viel Wasser speichern und Wärme halten. Genau das macht den Stoff als Bettwäsche unpraktisch: Er trocknet langsam, ist schwer und kratzt, wenn er hart wird. Als Spannbettlaken ist er deshalb noch zu finden, als komplette Garnitur selten.

Qualität prüfen: Fadendichte, Faserlänge und Verarbeitung

Die Fadendichte gibt an, wie viele Fäden auf einer Fläche gewebt sind. Angaben in Fäden pro Quadratzoll (Thread Count) und in Fäden pro Quadratzentimeter unterscheiden sich um den Faktor 6,45, weil ein Quadratzoll so viele Quadratzentimeter hat. Wer 200 liest, muss also wissen, welche Einheit gemeint ist.

Vergleichbar ist die Zahl nur innerhalb einer Webart. Satin hat durch seine Atlasbindung von Natur aus eine höhere Fadendichte als Perkal, ohne dadurch besser zu sein. Dazu kommt: Manche Hersteller zählen mehrfach gezwirnte Fäden einzeln, die Zahl steigt, der Stoff nicht. Ein feines Garn aus langen Fasern bei mittlerer Dichte schlägt ein grobes Garn bei hoher Dichte.

Drei Proben ersetzen viele Zahlen. Halte den Stoff gegen das Licht: Ein gleichmäßiges, feines Gewebebild ohne helle Stellen spricht für gleichmäßiges Garn. Reibe zwei Stellen aneinander: Bilden sich Knötchen, hat der Stoff kurze Fasern. Schau auf die Naht: Doppelte, gerade Nähte halten länger als einfache.

Fäden pro QuadratzollFäden pro cm² (gerundet)Einordnung bei Baumwolle
bis etwa 120bis etwa 19dünn und eher rau, das Gewebe lässt viel Licht durch
etwa 180etwa 28einfache Alltagsqualität
200 bis 30031 bis 47dichte Qualität für Renforcé und Perkal
400 und mehr62 und mehrsehr fein, meist Satin; der Preis steigt schneller als der Nutzen

Weich und atmungsaktiv: was beides bestimmt

Weich ist Bettwäsche aus drei Gründen: feine Fasern und Garne, eine Webart mit glatter Oberfläche oder aufgerauter Struktur und eine Behandlung, die den Stoff geschmeidig macht. Satin und Lyocell sind von Natur aus glatt, Flanell ist durch das Anrauen weich, Jersey durch seine Maschen. Leinen und Musselin sind dagegen anfangs eher griffig und werden mit jeder Wäsche weicher.

Vorsicht bei Stoffen, die im Laden seidig wirken: Manche Weichheit stammt aus Appretur und Weichmachern, die nach einigen Wäschen herausgehen. Wirklich weiche Bettwäsche erkennst du daran, dass auch ein gewaschenes Probestück noch gut aussieht. Weichspüler legt sich auf die Fasern, macht sie kurz weich und senkt die Saugfähigkeit, vor allem bei Leinen und Mikrofaser.

Atmungsaktiv hängt an zwei Eigenschaften: Wie offen ist das Gewebe, und nimmt die Faser Feuchtigkeit auf? Baumwolle, Leinen und Lyocell erfüllen beides. Polyester lässt durch ein offenes Gewebe Luft hindurch, nimmt aber kaum Feuchtigkeit auf, sodass sie in der Nacht auf der Haut bleibt. Satin ist dichter gewebt und deshalb weniger luftdurchlässig als Perkal.

Siegel und Etiketten richtig lesen

Auf dem Etikett stehen drei Angaben, die du direkt auswerten kannst: der Fasergehalt in Prozent, die Pflegesymbole und die Größe. Beim Fasergehalt gilt: Satin ist eine Webart, keine Faser. Es gibt Satin aus Baumwolle und Satin aus Polyester, die sich im Preis ähneln können, im Schlafklima aber stark unterscheiden.

Siegel sagen etwas anderes aus. Oeko-Tex Standard 100 prüft das fertige Produkt auf Schadstoffe, GOTS betrifft Bio-Anbau und die Verarbeitung der Textilien. Beide tragen eine Prüfnummer, die sich beim Prüfinstitut nachschlagen lässt. Ein Wort wie Mako ist dagegen eine Handelsbezeichnung für langfaserige Baumwolle und ersetzt kein Siegel.

Die Pflegesymbole nennen die höchste Waschtemperatur, bei Baumwolle meist 60 Grad, bei Leinen oft 40 bis 60 Grad, bei Seide 30 Grad. Ob du an der Maschine ein Programm für Kochwäsche brauchst, entscheidet der Stoff und nicht die Gewohnheit. Steht ein Kreis im Quadrat auf dem Etikett, ist der Trockner erlaubt, meist nur bei niedriger Hitze.

Der Bezug sollte zur Decke passen und nicht größer sein als diese. Die üblichen Maße und ihre Zuordnung zeigt der Beitrag Größen und Maße bei Bettwäsche; welche Maße die Decke selbst hat, steht in der Übersicht Maße von Bettdecken.

AngabeWas sie dir sagtWas sie nicht sagt
100 % BaumwolleNatürliche Faser, waschbar, nimmt Feuchtigkeit aufWie lang die Fasern sind und wie fein das Garn ist.
Oeko-Tex Standard 100Das Endprodukt wurde auf Schadstoffe geprüftOb der Stoff weich ist, wie er hergestellt wurde oder wie lange er hält.
GOTSBio-Fasern, geregelte Verarbeitung, Umwelt- und SozialkriterienOb die Bettwäsche dicht gewebt oder gut verarbeitet ist.
Mako oder LangstapelEs wurde langfaserige Baumwolle verwendetWie dicht und sauber der Stoff gewebt ist.
FadendichteWie viele Fäden auf einer Fläche sindOb das Garn aus langen Fasern besteht; sie ist nur innerhalb einer Webart vergleichbar.

Pflege, Farbe und die Kombination im Bett

Bettwäsche bleibt nur gut, wenn sie so gewaschen wird, wie ihr Gewebe es verträgt. Wechsle sie alle ein bis zwei Wochen, bei starkem Schwitzen, Hausstaubmilbenallergie oder Haustieren im Bett wöchentlich. Neue Stücke wäschst du vor dem ersten Mal, dann gehen Appretur und überschüssige Farbe heraus und der Stoff läuft vor dem ersten Gebrauch ein. Wie du Decke und Kissen dazu reinigst, steht im Beitrag zu Bettzeug waschen.

Auch das Spannbettlaken gehört zur Bettwäsche. Wie du es so faltest, dass es im Schrank nicht aufspringt, zeigt der Beitrag Spannbettlaken ordentlich falten. Und wenn du dich fragst, wie viele Kissen im Bett sinnvoll sind, hilft der Artikel zu Kissen im Bett.

Bei der Farbe gilt die gleiche Logik wie bei der Wandfarbe: Gedeckte Töne verändern sich bei Lampenlicht weniger als reines Weiß. Wie Grau und Weiß im Schlafzimmer zusammenwirken, steht im Beitrag zum Schlafzimmer in Grau und Weiß. Für drei Farben, die zusammen ruhig wirken, hilft die Seite zu Farbkombinationen mit drei Farben, und Stoffe mit Muster findest du bei den Ideen für Bettwäsche im ästhetischen Look.

So wählst du Bettwäsche in sechs Schritten

Diese Reihenfolge spart Fehlkäufe, weil sie bei deinem Schlafklima beginnt und nicht beim Stoff.

  1. Schlafklima klären

    Frag dich, ob du nachts schwitzt, frierst oder beides abwechselnd. Das entscheidet, ob du Feuchtigkeitsaufnahme oder ein Luftpolster brauchst, und es ist wichtiger als jede Markenfrage.

  2. Material und Webart wählen

    Nimm die Tabelle zur Situation als Ausgangspunkt. Für das ganze Jahr bleibt Baumwolle in Renforcé oder Perkal die sicherste Basis, weil sie Feuchtigkeit aufnimmt und 60 Grad verträgt.

  3. Etikett lesen

    Prüf den Fasergehalt in Prozent, die Pflegesymbole und die Größe. Steht Satin im Namen, schau nach, ob der Stoff aus Baumwolle oder aus Polyester ist, denn das ändert das Schlafklima.

  4. Den Stoff selbst prüfen

    Halte ihn gegen das Licht, streiche mit dem Handrücken darüber und schau auf die Nähte. Ein gleichmäßiges Gewebebild und gerade, doppelte Nähte sind zuverlässiger als die Zahl auf dem Etikett.

  5. Größe zur Decke wählen

    Der Bezug passt zur Decke, nicht zum Bett. Miss die Decke nach, bevor du bestellst, denn zu große Bezüge rutschen im Inneren zusammen.

  6. Vorwaschen und nach zwei Wochen prüfen

    Wasch neue Bettwäsche einmal vor dem ersten Gebrauch. Nach der zweiten oder dritten Wäsche zeigt sich, ob sie weich bleibt, einläuft oder Knötchen bildet.

Zum Abhaken vor dem Kauf

  • Du weißt, ob du nachts schwitzt oder frierst, und hast das Material danach gewählt.
  • Auf dem Etikett steht der Fasergehalt, und er passt zu dem, was du im Bett brauchst.
  • Steht Satin im Namen, hast du geprüft, ob er aus Baumwolle oder Polyester ist.
  • Das Gewebe ist gegen das Licht gleichmäßig dicht, ohne helle Stellen.
  • Nähte sind gerade und doppelt, der Verschluss hakt nicht.
  • Die Pflegesymbole passen zu dem, was deine Waschmaschine kann, und die Größe passt zur Decke.
  • Zwei Garnituren sind da, damit eine frische immer bereitliegt.

Häufige Fehler

  1. Nur nach der Fadendichte kaufen

    Die Zahl allein sagt wenig, weil sie zwischen Webarten nicht vergleichbar ist und unterschiedlich gezählt werden kann. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Faserlänge, Garnfeinheit und Webart.

  2. Satin mit Baumwolle gleichsetzen

    Satin beschreibt die Webart. Aus Polyester gewebter Satin glänzt ähnlich, nimmt aber kaum Feuchtigkeit auf und fühlt sich in warmen Nächten klamm an.

  3. Neue Bettwäsche ungewaschen benutzen

    Appretur, Farbreste und das Einlaufen der Baumwolle treffen dich dann direkt auf der Haut. Eine Vorwäsche beantwortet außerdem, wie der Stoff nach der Wäsche aussieht.

  4. Immer bei 95 Grad waschen

    Hohe Hitze lässt Baumwolle stärker einlaufen und macht die Fasern mit der Zeit spröde. Für die meisten Bezüge reichen 60 Grad, und die Pflegesymbole auf dem Etikett nennen die Obergrenze.

  5. Weichspüler bei Leinen und Mikrofaser

    Er legt sich auf die Fasern und senkt die Saugfähigkeit, also genau die Eigenschaft, wegen der du den Stoff gewählt hast. Leinen wird auch ohne Weichspüler mit jeder Wäsche weicher.

  6. Ein Siegel für eine Qualitätsaussage halten

    Oeko-Tex Standard 100 und GOTS belegen Schadstoffprüfung und Bio-Anbau, nicht die Weichheit oder wie dicht das Gewebe ist. Beides prüfst du am Stoff selbst.

Häufige Fragen

Welche Bettwäsche ist die beste?

Die eine beste Bettwäsche gibt es nicht, weil sie zu deinem Schlafklima passen muss. Für die meisten Betten ist Baumwolle in Perkal oder Renforcé eine verlässliche Basis. Der Stoff nimmt Feuchtigkeit auf, verträgt 60 Grad und hält lange. Wer nachts schwitzt, ergänzt eine Garnitur aus Leinen oder Musselin, wer friert, eine aus Flanell. Mehr zum Gewebe steht bei der Perkalbettwäsche im Vergleich zu anderen Geweben.

Welches Material für Bettwäsche ist im Sommer und welches im Winter richtig?

Im Sommer eignen sich Leinen, Musselin, Seersucker und dünner Perkal, weil sie Feuchtigkeit schnell aufnehmen und Luft durchlassen. Im Winter funktionieren angeraute Stoffe wie Flanell und Biber oder Interlock-Jersey besser, da sie ein Luftpolster bilden und dadurch sofort warm wirken. Baumwoll-Renforcé ist die Variante für beide Jahreszeiten, wenn du nur eine Garnitur haben möchtest.

Was ist Bettwäsche eigentlich?

Bettwäsche sind die waschbaren Bezüge für Zudecke und Kopfkissen, oft zusammen mit dem Spannbettlaken. Die Füllungen darunter, also Decke und Kissen, heißen Bettwaren oder Bettzeug. Die Bezüge schützen sie vor Schweiß und Schmutz, weil Decke und Kissen sich nicht so oft und nicht so heiß waschen lassen. Wie du das Bettzeug selbst reinigst, steht im Beitrag zum Waschen von Decke und Kissen.

Welche Bettwäsche ist weich?

Weich sind Flanell, Jersey, Baumwollsatin und Lyocell, weil ihre Oberfläche entweder angeraut, gestrickt oder besonders glatt ist. Leinen und Musselin sind anfangs griffiger und werden mit jeder Wäsche weicher. Prüf Weichheit nicht im Laden allein: Manche Stoffe sind durch Appretur nur neu weich und werden nach der Wäsche rau.

Welche Bettwäsche ist atmungsaktiv?

Atmungsaktiv sind Stoffe, die Luft hindurchlassen und Feuchtigkeit aufnehmen: Baumwolle in Perkal oder Renforcé, Leinen, Musselin und Lyocell. Polyester und Mikrofaser lassen zwar durch ein offenes Gewebe Luft durch, nehmen aber kaum Feuchtigkeit auf. Wer nachts schwitzt, fährt mit Naturfasern besser.

Warum gibt es keine Frottee-Bettwäsche mehr?

Ganz verschwunden ist sie nicht, aber selten geworden. Eine belegte Einzelursache gibt es nicht; wahrscheinlich spielen mehrere Dinge zusammen: Frottee ist schwer, trocknet langsam, kratzt, wenn es hart wird, und die Schlingen setzen Flusen ab. Flanell, Biber und Jersey halten ebenso warm, sind aber leichter, trocknen schneller und lassen sich einfacher beziehen.

Woran erkenne ich Bettwäsche in guter Qualität?

Auf das Etikett schauen, dann den Stoff selbst prüfen. Der Fasergehalt sollte klar angegeben sein, bei Baumwolle sind lange Fasern ein gutes Zeichen. Gegen das Licht gehalten sollte das Gewebebild gleichmäßig sein, die Nähte gerade und doppelt, der Verschluss sauber. Reibst du zwei Stellen aneinander und es bilden sich Knötchen, sind die Fasern kurz.

Ist eine hohe Fadendichte immer besser?

Nein. Die Fadendichte ist nur innerhalb derselben Webart vergleichbar, und Satin liegt durch die Atlasbindung ohnehin höher als Perkal. Manche Hersteller zählen mehrfach gezwirnte Fäden einzeln, dann steigt die Zahl, aber der Stoff nicht. Ein feines Garn aus langen Fasern bei mittlerer Dichte ist meist besser als ein grobes Garn bei sehr hoher Dichte.

Welcher ist der beste Bettwäschestoff bei Hausstauballergie?

Entscheidend ist, dass sich der Stoff bei mindestens 60 Grad waschen lässt, denn bei dieser Temperatur werden Milben abgetötet und ihre Rückstände weitgehend ausgewaschen. Baumwolle erfüllt das, ebenso dicht gewebte Mikrofaser. Seide ist eher ungeeignet, weil sie meist nur 30 Grad verträgt. Wechsle die Bettwäsche bei Allergie wöchentlich.

Wie oft sollte ich die Bettwäsche wechseln?

Alle ein bis zwei Wochen ist ein guter Takt. Wöchentlich solltest du wechseln, wenn du stark schwitzt, eine Milbenallergie hast oder Haustiere mit im Bett schlafen. Welche Temperatur für welchen Stoff passt, steht im Beitrag zur Waschtemperatur von Bettwäsche.

Ist Satin oder Perkal besser?

Keiner von beiden ist besser, sie fühlen sich nur verschieden an. Perkal ist matt, knackig und luftig und passt zu warmen Nächten. Satin ist geschmeidiger, dichter und fällt weicher. Entscheidend ist bei Satin der Blick aufs Etikett, ob er aus Baumwolle oder aus Polyester besteht.

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